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Google Ads Kurs · Modul 4: Auswerten & optimieren · Lektion 15 von 18

83 %

Google hat im Frühjahr 2025 eine komplette Gebotsstrategie abgeschafft – und viele Kontoinhaber wissen bis heute nichts davon. Betroffene Kampagnen liefen still weiter, nur eben dümmer als vorher.

Ob dein Konto dazugehört, prüfst du im ersten Abschnitt in 30 Sekunden.

Danach räumen wir das ganze Thema auf: Diese Lektion erklärt alle Google Ads Gebotsstrategien 2026 – vom Manuellen CPC bis Smart Bidding. Und sie beantwortet die Frage, die fast kein Ratgeber anfasst: Was funktioniert bei 500 bis 3.000 € Monatsbudget und 2 bis 5 Conversions pro Woche wirklich?

Kurzantwort

Welche der Google Ads Gebotsstrategien ist die richtige für dich?

Bei 500 bis 3.000 € Monatsbudget startest du in den meisten Fällen mit “Conversions maximieren” ohne Ziel-CPA – und rüstest den Ziel-CPA erst nach, wenn deine Kampagne rund 30 Conversions in 30 Tagen erreicht. Voraussetzung ist immer ein sauberes Conversion-Tracking.

📌 Für wen ist das relevant: Für jeden, der sein Google-Ads-Konto selbst steuert und wissen will, wann der Wechsel von manuellen Geboten zu Smart Bidding wirklich trägt.

  • Der Auto-optimierte CPC (eCPC) wurde seit der Woche vom 24. März 2025 abgeschafft – nicht umgestellte Kampagnen fielen still auf den Manuellen CPC zurück
  • Die “30 Conversions in 30 Tagen” sind bei Ziel-CPA nur eine Bewertungs-Empfehlung von Google, kein Start-Minimum – echte Mindestschwellen gibt es nur beim Ziel-ROAS
  • Unter 25 Conversions in 30 Tagen ist laut der größten verfügbaren Datenstudie (Optmyzr, 14.584 Konten) jede Strategie volatil

Das lernst du in dieser Lektion

Du kennst alle Gebotsstrategien 2026 mit ihren deutschen UI-Namen und weißt, welche davon Smart Bidding sind.

Du kannst in 30 Sekunden prüfen, ob dein Konto vom stillen eCPC-Rückfall betroffen ist.

Du weißt, welche Conversion-Schwellen von Google stammen, welche Faustregeln sind – und was das für dein Budget bedeutet.

Du kannst einen Ziel-CPA setzen und anpassen, ohne die Auslieferung deiner Kampagne abzuwürgen.

Inhalt

01 ·

Der stille eCPC-Rückfall: dein 30-Sekunden-Konto-Check

Der Auto-optimierte CPC (englisch: Enhanced CPC, kurz eCPC) war jahrelang die Brücke zwischen manuellen und automatischen Geboten. Du hast dein Gebot selbst gesetzt, Google durfte es bei hoher Conversion-Wahrscheinlichkeit automatisch anheben oder senken.

Diese Brücke gibt es nicht mehr. Google schreibt wörtlich: “Seit der Woche vom 24. März 2025 ist die Gebotsstrategie ‘Auto-optimierter CPC’ nicht mehr für Such- und Displaykampagnen verfügbar.”

Entscheidend ist, wohin migriert wurde: nicht nach oben auf Smart Bidding, sondern nach unten auf den Manuellen CPC – ohne die automatische Gebots-Anhebung, die eCPC leistete.

Es gab keinen Alarm, keine rote Warnung im Konto. Der wahrscheinlichste Effekt: schleichender Leistungsverlust ohne sichtbaren Bruch – vor allem in Konten, die seit 2024 niemand aktiv betreut hat. Also genau in selbstverwalteten KMU-Konten wie deinem.

💡 Praxis-Tipp

Der 30-Sekunden-Konto-Check: Öffne die Kampagnenübersicht und blende die Spalte “Gebotsstrategie” ein (Spalten → Spalten anpassen → Attribute).

Steht dort “Manueller CPC” bei Kampagnen, die du nie bewusst auf manuell gestellt hast, ist dein Konto sehr wahrscheinlich betroffen.

Wechsle nicht sofort blind auf Smart Bidding. Lies erst diese Lektion zu Ende – die richtige Google Ads Gebotsstrategie hängt von deinem Conversion-Volumen ab.

Grundlagen zu Kampagnen, Keywords und Auktion setzt diese Lektion voraus – bei Bedarf findest du sie im Google-Ads-Guide für Einsteiger.

02 ·

Google Ads Gebotsstrategien 2026: die komplette Übersicht

Eine Gebotsstrategie legt fest, wer deine Klickpreise in der Auktion bestimmt: du selbst oder Googles Algorithmus – und wenn der Algorithmus, mit welchem Ziel. Die Einstellung liegt auf Kampagnen-Ebene unter Einstellungen → Gebote. Für Suchkampagnen sind 2026 drei Gruppen relevant:

Die Google Ads Gebotsstrategien für Suchkampagnen

Drei Gruppen, aufsteigend nach Automatisierungsgrad (Google Ads Hilfe, Stand 08/2026)

Manuell

Manueller CPC

Du setzt jedes Gebot selbst. Volle Kontrolle, null Conversion-Signale. Seit dem eCPC-Aus ohne “Brücken”-Variante.

Automatisch, kein Smart Bidding

Klicks maximieren · Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen

Google bietet automatisch – aber auf Klicks bzw. Sichtbarkeit, nicht auf Conversions. Optional mit CPC-Gebotslimit.

Smart Bidding

Conversions maximieren (+ Ziel-CPA) · Conversion-Wert maximieren (+ Ziel-ROAS)

Google bietet pro Auktion auf Basis deiner Conversion-Daten. Braucht sauberes Tracking als Treibstoff.

Schaubild: Die drei Gruppen der Google Ads Gebotsstrategien für Suchkampagnen. Quelle: Google Ads Hilfe (Gebotsstrategien-Übersicht), Stand 08/2026.

Was die einzelnen Strategien tun und für wen sie taugen, zeigt die Tabelle:

Google Ads Gebotsstrategien 2026: deutsche UI-Namen und Einsatz (Suchkampagnen)
Strategie (UI-Name) Was Google optimiert Für dein Konto (500-3.000 €)
Manueller CPC Nichts – du setzt Gebote selbst Nur als bewusste Datensammel- oder Nischen-Entscheidung
Klicks maximieren Möglichst viele Klicks im Budget Startphase ohne Conversions – immer mit CPC-Gebotslimit
Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen Sichtbarkeit/Top-Platzierung Fast nie – typisch für Brand-Verteidigung, nicht für Leads
Conversions maximieren (optional Ziel-CPA) Anzahl Conversions ✅ Der Standard-Startpunkt – zunächst ohne Ziel-CPA
Conversion-Wert maximieren (optional Ziel-ROAS) Conversion-Wert/Umsatz Erst relevant, wenn du Conversions unterschiedliche Werte gibst (E-Commerce)

Info

Namensänderung seit Juni 2026: “Conversions maximieren mit Ziel-CPA” heißt in der Oberfläche wieder schlicht “Ziel-CPA”, “Conversion-Wert maximieren mit Ziel-ROAS” wieder “Ziel-ROAS” (laut Google Ads Hilfe, Stand 08/2026).

Google betont dazu: “Das zugrunde liegende Gebotsverhalten bleibt jedoch genau dasselbe.” Ältere Tutorials und die neue UI meinen also dieselben Strategien – lass dich von den Namen nicht verwirren.

Daneben existieren Sonderformen für andere Kampagnentypen (Ziel-CPC nur für Demand Gen, Pay-per-Conversion nur für Display, CPM-Varianten für Display und Video) – für deine Suchkampagnen spielen sie keine Rolle.

Ein Begriff noch: Smart Bidding ist Googles Sammelname für alle Strategien, die pro Auktion auf Conversion-Wahrscheinlichkeit bieten – Conversions maximieren, Conversion-Wert maximieren, Ziel-CPA und Ziel-ROAS. Klicks maximieren gehört nicht dazu.

03 ·

Was Smart Bidding mit deinen Gebotsanpassungen macht

Vielleicht hast du in deinem Konto Gebotsanpassungen gesetzt: +20 % für Stuttgart, -30 % nachts. Unter Manuellem CPC und Klicks maximieren wirken sie ganz normal auf das Gebot.

Unter Smart Bidding gilt etwas anderes – und das übersehen selbst erfahrene Kontoinhaber. Google schreibt: “Manuelle Gebotsanpassungen werden für Smart Bidding-Strategien nicht unterstützt.”

Konkret: Deine prozentualen Anpassungen für Standort, Werbezeitplan und Zielgruppen werden ignoriert – der Algorithmus preist diese Signale selbst pro Auktion ein. (Der Zeitplan an sich gilt weiter, nur seine Prozent-Werte nicht.)

Zwei Ausnahmen musst du kennen:

Gebotsanpassungen unter Smart Bidding: was noch wirkt (Google Ads Hilfe, Stand 08/2026)
Anpassung Unter Smart Bidding
Standort, Werbezeitplan, Zielgruppen (%-Werte) ❌ Werden ignoriert
Gerät -100 % ✅ Wirkt überall – schließt das Gerät komplett aus
Gerät (andere Werte) bei Ziel-CPA ⚠️ Ändert nicht das Gebot, sondern den Zielwert: +40 % Mobil macht aus 10 € Ziel-CPA 14 € auf Mobilgeräten
Gerät (andere Werte) bei Ziel-ROAS / Conversions maximieren / Conversion-Wert maximieren ❌ Werden ignoriert (nur -100 % möglich)

💡 Merke

Wer auf Smart Bidding umstellt, gibt die Prozent-Steuerung ab. Deine alten Gebotsanpassungen sind danach keine Stellhebel mehr.

Deine Hebel sind jetzt: das Ziel selbst (CPA/ROAS), Budget, Keywords und auszuschließende Begriffe.

Warum, kennst du aus der Lektion zum Qualitätsfaktor und der Auktion: Der Algorithmus bewertet jede Auktion einzeln – mit mehr Signalen, als du je in Prozent-Regeln fassen könntest.

04 ·

Conversion-Schwellen: offiziell vs. Faustregel

“Google verlangt 30 Conversions für Smart Bidding” liest du überall – und es stimmt so nicht.

Die Wahrheit hat drei Ebenen: was Google technisch voraussetzt, was Google zur Bewertung empfiehlt – und was Praktiker als Faustregel etabliert haben.

Ziel-CPA startet offiziell ohne jede Conversion-Historie – es gibt kein technisches Mindest-Volumen. Die berühmten 30 Conversions in 30 Tagen nennt Google nur als Empfehlung für eine zuverlässige Auswertung, nicht als Startbedingung.

Beim Ziel-ROAS ist das anders: Hier nennt Google echte Mindestschwellen je Kampagnentyp – für Suche und Shopping mindestens 15 Conversions mit Werten in den letzten 30 Tagen, plus die Empfehlung, vor der Aktivierung 4 Wochen zu warten.

Conversion-Schwellen für Smart Bidding: Quelle und Verbindlichkeit im Vergleich
Schwelle Aussage Quelle & Status
0 Conversions Ziel-CPA ist technisch ohne Conversion-Historie startbar ✅ Google-offiziell
15 Conversions / 30 Tage Mindestschwelle für Ziel-ROAS bei Suche und Shopping ✅ Google-offiziell (echte Voraussetzung)
30 Conversions / 30 Tage (50 bei Ziel-ROAS) Empfehlung, ab wann sich Smart Bidding zuverlässig bewerten lässt ✅ Google-offiziell (Evaluations-Empfehlung, kein Lern-Minimum)
~30 Conversions / 30 Tage Ab hier erst einen Ziel-CPA setzen 🚩 Faustregel (Store Growers, Jyll Saskin Gales – nicht Google)
50+ Conversions / 30 Tage Ab hier funktioniert jede Strategie vorhersagbar; unter 25: hohe Volatilität 🚩 Datenstudie Optmyzr (14.584 Konten, 09/2024 – nicht Google)

💡 Merke

“Darf ich starten?” und “Funktioniert es gut?” sind zwei verschiedene Fragen. Starten kannst du Conversions maximieren und Ziel-CPA fast immer.

Gut und vorhersagbar wird Smart Bidding erst mit Volumen. Alles unter den Schwellen aus der Tabelle ist Fahren auf Sicht.

Wichtiger als jede Schwelle: das saubere Conversion-Tracking aus der letzten Lektion. Smart Bidding optimiert exakt auf das, was du misst – misst du Müll, optimiert Google auf Müll.

05 ·

Die Lernphase: der 7-Tage-Mythos

Nach jeder Umstellung der Gebotsstrategie braucht der Algorithmus Zeit, um sich zu kalibrieren. Das ist die Lernphase – im Konto erkennbar am Status “Lernt” in der Spalte Gebotsstrategie.

Fast überall liest du: “Die Lernphase dauert 7 Tage.” Die deutsche Google-Hilfe sagt etwas anderes: “Es kann bis zu drei Wochen oder ein bis zwei Conversion-Zyklen dauern.”

Der zweite Teil des Satzes ist der wichtige. Die Lernphase läuft über Conversion-Volumen, nicht über Kalendertage. Ein Konto mit 50 Conversions pro Woche ist nach Tagen durch – deines mit 2 bis 5 pro Woche braucht real eher 2 bis 6 Wochen.

Deutsche Praktiker bestätigen das: 7 bis 10 Tage nur bei gutem Budget und Volumen, 14 bis 21 Tage als Normalfall, 30+ Tage in Nischen – bei sehr dünnen Daten wird die Lernphase nie sauber abgeschlossen.

Genauso wichtig: was die Lernphase neu startet. Google nennt offiziell diese Auslöser für den Status “Lernt”:

Und die verbreitete 20-%-Regel für Budget-Änderungen? Eine Praktiker-Faustregel – Google hat den Schwellenwert nie beziffert. Als Vorsichtsmaßnahme trotzdem brauchbar: kleine Budget-Schritte statt Verdopplung über Nacht.

💡 Praxis-Tipp

Die drei Lernphasen-Regeln für kleine Konten: Erstens: Nach einer Umstellung 2 Wochen nichts an Strategie, Ziel oder Budget ändern.

Zweitens: Nie zwei Resets gleichzeitig – also nicht am selben Tag Ziel-CPA ändern und Budget erhöhen.

Drittens: Performance erst bewerten, wenn nach der Lernphase auch dein Conversion-Delay abgelaufen ist. Wer nach 3 Tagen abbricht, produziert eine Endlos-Lernphase.

Zwei Spezialwerkzeuge nur dem Namen nach: Saisonale Anpassungen (kurze Conversion-Rate-Ausnahmen von 1 bis 7 Tagen, etwa ein Flash-Sale) und Datenausschlüsse (Tracking-Ausfälle aus den Lerndaten nehmen). Beide sitzen unter Tools → Budgets und Gebote – im Alltag kleiner Konten selten nötig.

06 ·

Welche Strategie bei 2 bis 5 Conversions pro Woche?

Jetzt zur Kernfrage. 2 bis 5 Conversions pro Woche sind 10 bis 20 im Monat – unter jeder Bewertungs-Schwelle aus Sektion 04.

Zuerst die ehrliche Antwort: In diesem Bereich ist jede Gebotsstrategie volatil. Die größte verfügbare Datenstudie dazu stammt von Optmyzr (14.584 Konten, September 2024). Ihr Kernbefund: Vorhersagbar erfolgreich wird Bidding erst ab 50+ Conversions in 30 Tagen – unter 25 herrscht Rauschen.

Und noch ehrlicher: Die Studie beginnt bei 1.500 $ Monatsbudget. Das Segment von 500 bis 1.500 € ist empirisch schlicht unerforscht – datenbewiesene Empfehlungen für dieses Budget gibt es nicht.

Trotzdem musst du dich entscheiden – und hier gehen die Experten-Lager auseinander:

Lager 1 – “immer Smart Bidding”: Die Ex-Googlerin Jyll Saskin Gales empfiehlt Conversions maximieren auch für neue und kleine Konten. Ihr Kernsatz: Hohe Klickpreise sind nicht der Feind, schlechter Traffic ist es. Manueller CPC bleibt für sie ein Sonderfall für extreme Nischen.

Lager 2 – “erst Daten, dann Smart Bidding”: Die Empfehlung aus der Optmyzr-Studie für kleinere Konten mit zu wenig Conversions: mit Manuellem CPC oder Klicks maximieren starten, um die Auktion zu verstehen, und parallel Mikro-Conversions aufbauen, bis Smart Bidding genug Futter hat.

Diese Kontroverse ist nicht entschieden – und wir glätten sie hier nicht. Zwei Befunde tragen aber über beide Lager hinweg:

Ein Risiko musst du kennen: Conversions maximieren ohne Ziel versucht, dein Tagesbudget auszugeben – notfalls für teure Einzelklicks. Gegenmittel: enge Keywords, konsequente Suchbegriff-Kontrolle und ein Budget, das du täglich verkraftest – wie du es dimensionierst, zeigt der Artikel zum Google-Ads-Budget planen.

So findest du die passende Google Ads Gebotsstrategie anhand deiner Conversion-Zahl:

Welche Gebotsstrategie ab wie vielen Conversions?

Entscheidungsbaum für Suchkampagnen, Conversions je 30 Tage (Google-Doku + Praktiker-Faustregeln, Stand 08/2026)

Hat deine Kampagne 30+ Conversions in 30 Tagen?

Ja

Ziel-CPA setzen

Start: Ist-CPA bis +10-20 % darüber. Ab 50+ Conversions wird die Steuerung richtig stabil.

Nein → nächste Frage

Mindestens ~15 Conversions in 30 Tagen?

2-5 Conversions pro Woche liegen genau in diesem Band.

Ja

Conversions maximieren – ohne Ziel

Ziel-CPA erst ab ~30 Conversions/30 Tagen nachrüsten.

Nein → letzte Frage

Gibt es eine messbare High-Intent-Aktion vor der Anfrage?

Z. B. Rückruf-Klick, Formular-Start, Checkout-Beginn (Sektion 08).

Ja

Conversions maximieren + Mikro-Conversion als Primary

Bewusste Krücke mit Disziplin-Regeln – Details in Sektion 08.

Nein

Klicks maximieren mit CPC-Limit – oder trotzdem Conversions maximieren

Hier streiten die Lager (Gales vs. Optmyzr). Beides vertretbar – Hauptsache, das Tracking steht zuerst.

Schaubild: Entscheidungsbaum zur Gebotsstrategie nach Conversion-Volumen. Die 15er- und 30er-Marken sind Praktiker-Faustregeln, keine Google-Vorgaben (Quellen: Google Ads Hilfe, Optmyzr-Studie 09/2024, Store Growers, Jyll Saskin Gales – Stand 08/2026).

Was der Baum leistet: eine begründbare Startposition statt Bauchgefühl. Was er nicht leistet: stabile Ergebnisse garantieren – im Volatilitäts-Band bleibt jede Wahl ein Fahren auf Sicht.

07 ·

Ziel-CPA richtig setzen: Startwert, Anpassung, Fallen

Deine Kampagne erreicht stabil um die 30 Conversions in 30 Tagen – Zeit, vom reinen Conversions maximieren auf einen Ziel-CPA umzustellen. Ab jetzt sagst du Google, was dich eine Conversion kosten darf.

Vorab: Alle Zahlen in dieser Sektion sind Praktiker-Faustregeln – breit etabliert, aber keine Google-Vorgaben.

Der häufigste Fehler ist ein Zielwert nach Wunschdenken. Du wünschst dir 20 € pro Lead, dein Ist-CPA liegt bei 45 € – also trägst du 20 € ein. Das Ergebnis ist nicht ein CPA von 20 €.

Das Ergebnis ist: Deine Auslieferung bricht ein. Der Algorithmus senkt die Gebote so weit, dass er Auktionen gar nicht mehr mitbietet – Store Growers formuliert es drastisch: Google würgt lieber den Traffic ab, als das Ziel zu reißen. Die Impressionen fallen, der CPA sinkt kaum.

Formel

Start-Ziel-CPA = Ist-CPA der letzten 30 Tage × 1,1 bis 1,2

Beispiel: Ist-CPA 45 € → Start-Ziel-CPA 50 bis 54 €. Erst wenn die Kampagne das Ziel stabil hält, in kleinen Schritten senken. (Faustregel nach Store Growers – nicht Google-offiziell.)

Der Start über dem Ist-CPA fühlt sich falsch an – er gibt dem Algorithmus aber die Luft zum Einpendeln. Googles beim Einrichten vorgeschlagener Wert ist meist ein brauchbarer Startpunkt; prüfe nur, ob der zugrunde liegende Zeitraum repräsentativ war.

Für die Zeit danach gelten drei Anpassungs-Regeln:

Was ein realistischer CPA für deine Branche überhaupt ist, hängt an deinen Klickpreisen und deiner Conversion-Rate – Zahlenrahmen dazu findest du im Artikel zu den Google-Ads-Kosten.

08 ·

Mikro-Conversions: die Krücke für kleine Konten

Bleibt das Dilemma aus Sektion 06: Smart Bidding braucht Volumen, das dein Konto nicht hat. Der Standard-Ausweg der Praktiker: Mikro-Conversions.

Die Idee: Statt der seltenen Makro-Conversion (Anfrage, Kauf) gibst du dem Algorithmus eine häufigere Aktion mit hoher Kaufabsicht als Optimierungsziel – etwa den Checkout-Start, den Rückruf-Klick oder den Formular-Start. Damit sie in Smart Bidding einfließt, muss sie als primäre Conversion-Aktion angelegt sein – sekundäre Aktionen werden nur berichtet, nicht optimiert.

Damit die Krücke trägt, gelten vier Disziplin-Regeln:

  1. Nur High-Intent-Aktionen, maximal 1 bis 2 als Primary. Checkout-Start, Rückruf-Klick, Demo-Anfrage – ja. Scrolltiefe, Verweildauer, Seitenaufrufe – nein, niemals.
  2. Wert konservativ ansetzen. SavvyRevenue-Formel: Umsatz des Nutzersegments mit der Aktion geteilt durch Anzahl der Aktionen – und davon 25 % abziehen. Lieber unterbewerten als den Algorithmus in unprofitable Klicks schicken.
  3. Krücke, kein Endzustand. Zurück auf die Makro-Conversion als Primary, sobald die Makro-Zahl selbst etwa 30 bis 50 Conversions in 30 Tagen erreicht. Häufigster Denkfehler: die höhere Mikro-Zahl als Kriterium zu nehmen – die zählt nicht.
  4. Umstellung bewusst timen. Der Wechsel der primären Conversion-Aktion ist selbst ein Lernphasen-Reset – in eine ruhige Woche legen, danach 2 Wochen nichts anfassen.

Fair ist: Es gibt eine Gegenposition. Kritiker wie das Search Engine Journal warnen vor Signal-Korruption – zu viele oder zu schwache Mikro-Conversions als Primary verwässern die Kaufabsicht und lassen den Algorithmus die billigsten statt der wertvollsten Aktionen jagen. Der Streit geht aber nicht um das Ob, sondern um die Disziplin – genau deshalb die vier Regeln oben.

Info

Das Warnsignal, auf das du achten musst: Sieht deine Kampagne nach der Mikro-Umstellung plötzlich dramatisch effizienter aus – der CPA fällt von 80 € auf 12 € – hat sich die Messung geändert, nicht dein Geschäft.

Der Mikro-CPA ist eine Hilfsgröße. Dein North Star bleiben echte Anfragen und Umsatz – vergleiche sie vor und nach der Umstellung.

Experten-Tipp aus der Agentur

Die Mikro-Conversion-Phase ist bei uns dokumentierte Beratungspraxis für kleine B2B-Konten mit wenigen Anfragen pro Woche – aber immer mit eingebautem Ausstieg. Wir legen schon beim Einrichten fest, bei welcher Makro-Zahl zurückgestellt wird.

Mein Rat: Schreib dir dein Umstell-Kriterium auf, bevor du die Mikro-Conversion aktivierst. Sonst läuft die Krücke ewig, weil der schöne niedrige CPA süchtig macht.

PC
Pascal Cabitza
Geschäftsführer Ostend Digital · Google Partner

09 ·

Portfolio-Strategien: bündeln mit Bedacht

Zum Abschluss der Ratgeber-“Geheimtipp” für kleine Konten: Portfolio-Gebotsstrategien. Dabei fasst du mehrere Kampagnen unter einer gemeinsamen Gebotsstrategie zusammen (Tools → Budgets und Gebote → Gebotsstrategien).

Der plausible Nutzen: gebündelte Daten. Drei Kampagnen mit je 8 Conversions im Monat tragen einzeln keinen stabilen Ziel-CPA – gepoolt kommen 24 zusammen.

Voraussetzung: gleicher Ziel-Typ und ähnliche Ökonomie. Poolst du etwa Brand- und Generic-Kampagnen mit völlig unterschiedlichen CPAs, optimiert das Portfolio nur den Durchschnitt – und überzahlt still den schlechten Traffic.

Wichtig zur Einordnung: Die These, Portfolios würden das Lernen messbar beschleunigen, ist unbelegt. Es gibt dazu keine öffentliche Datenstudie – behandle sie als Vermutung, nicht als Fakt.

Der handfesteste Grund für ein Portfolio ist bei kleinen Konten oft ein ganz anderer: Nur in Portfolio-Strategien kannst du für Ziel-CPA und Conversions maximieren ein maximales CPC-Gebotslimit setzen. Diese Bremse gegen teure Ausreißer-Klicks gibt es auf normaler Kampagnen-Ebene nicht – und sie funktioniert auch mit nur einer einzigen Kampagne im Portfolio. Faustregel fürs Limit: 50 bis 100 % über deinem Durchschnitts-CPC, sonst würgst du den Algorithmus ab.

Zwei Einschränkungen: kein Support für Performance Max, und der Typ einer bestehenden Portfolio-Strategie lässt sich nachträglich nicht ändern – für einen Wechsel legst du eine neue an.

Damit steht dein Werkzeug-Regal. In der nächsten Lektion: CTR und Anzeigenrelevanz steigern – denn auch die beste Gebotsstrategie gewinnt nur Auktionen, deren Anzeigen geklickt werden.

10 ·

💡 Recap

Google Ads Gebotsstrategien in 30 Sekunden:

  • Konto-Check zuerst: eCPC wurde seit der Woche vom 24. März 2025 abgeschafft – nicht umgestellte Kampagnen laufen still auf Manuellem CPC. Spalte “Gebotsstrategie” prüfen
  • Drei Gruppen: Manueller CPC → Klicks maximieren / Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen → Smart Bidding (Conversions maximieren + Ziel-CPA, Conversion-Wert maximieren + Ziel-ROAS; seit Juni 2026 in der UI wieder “Ziel-CPA”/”Ziel-ROAS”, gleiches Verhalten)
  • Schwellen sauber trennen: Ziel-CPA startet ohne Historie, 30/30 ist nur Googles Bewertungs-Empfehlung – echte Mindestschwellen gibt es nur bei Ziel-ROAS (Suche/Shopping: 15 Conversions/30 Tage)
  • Lernphase: offiziell bis zu 3 Wochen oder 1-2 Conversion-Zyklen – nicht 7 Tage. Jede Ziel-, Einstellungs- oder Strukturänderung resettet sie
  • Unter Smart Bidding werden Gebotsanpassungen ignoriert – außer Geräte -100 % und dem Geräte-Modifikator auf den Ziel-CPA-Wert
  • Standard-Pfad fürs kleine Konto: Conversions maximieren ohne Ziel → Ziel-CPA ab ~30 Conversions/30 Tagen nachrüsten (Start: Ist-CPA +10-20 %)
  • Unter ~15 Conversions/30 Tagen: High-Intent-Mikro-Conversion als bewusste Krücke – zurück auf Makro, sobald die Makro-Zahl selbst 30-50/30 erreicht

11 ·

Selbstcheck: kannst du das beantworten?

Ein Bekannter hat sein Konto seit 2024 nicht angefasst. Seine Kampagnen liefen damals auf Auto-optimiertem CPC. Was ist seitdem passiert – und wie prüft er das?

Google hat den Auto-optimierten CPC seit der Woche vom 24. März 2025 abgeschafft. Seine Kampagnen wurden still auf Manuellen CPC zurückgestellt – ohne die automatische Gebots-Anhebung.

Prüfen: Kampagnenübersicht öffnen, Spalte “Gebotsstrategie” einblenden. Steht dort “Manueller CPC”, ohne dass er das je bewusst eingestellt hat, ist sein Konto betroffen.

Deine Kampagne hat 20 Conversions in 30 Tagen bei einem Ist-CPA von 50 €. Du setzt einen Ziel-CPA von 30 € – eine Woche später sind die Impressionen eingebrochen. Warum?

Der Zielwert war doppelt falsch. Erstens zu früh: Bei 20 Conversions in 30 Tagen liegt die Kampagne unter der 30er-Faustregel fürs Ziel-Setzen – besser wäre Conversions maximieren ohne Ziel geblieben.

Zweitens zu aggressiv: 30 € liegen 40 % unter dem Ist-CPA. Der Algorithmus senkt die Gebote so weit, dass er kaum noch Auktionen mitbietet – die Auslieferung bricht ein, statt dass der CPA sinkt. Richtig wäre ein Start bei 50 bis 60 € gewesen.

Du optimierst mit dem Formular-Start als primärer Mikro-Conversion. Nach vier Wochen zählt das Konto 60 Formular-Starts und 12 echte Anfragen in 30 Tagen. Stellst du jetzt auf die Anfrage als Primary um?

Nein. Das Umstell-Kriterium ist die Makro-Zahl selbst – und 12 Anfragen in 30 Tagen liegen unter der 30-bis-50er-Schwelle. Die 60 Formular-Starts zählen für diese Entscheidung nicht – das ist der häufigste Denkfehler.

Also: Mikro-Conversion als Primary behalten, weiter Makro-Volumen aufbauen. Der spätere Wechsel resettet die Lernphase – bewusst timen, danach 2 Wochen Ruhe.

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CTR & Anzeigenrelevanz steigern

Quellen und Stand (14 Einträge)
  1. Google Ads Hilfe: Gebotsstrategien-Übersicht – Strategie-Liste, eCPC-Abschaffung “seit der Woche vom 24. März 2025” (support.google.com/google-ads/answer/2979071, abgerufen 10.08.2026)
  2. Google Ads Hilfe: Smart Bidding – 30/50-Conversions-Evaluations-Empfehlung (answer/7065882, abgerufen 10.08.2026)
  3. Google Ads Hilfe: Ziel-CPA – Start ohne Conversion-Historie, 30 Conversions als Auswertungs-Empfehlung, Geräte-Modifikator auf den Zielwert (answer/6268632, abgerufen 10.08.2026)
  4. Google Ads Hilfe: Ziel-ROAS – Mindestschwellen pro Kampagnentyp, u.a. 15 Conversions/30 Tage für Suche und Shopping; UI-Umbenennung Juni 2026 (answer/6268637, abgerufen 10.08.2026)
  5. Google Ads Hilfe: Conversions maximieren – Juni-2026-Umbenennung, “Das zugrunde liegende Gebotsverhalten bleibt jedoch genau dasselbe” (answer/7381968, abgerufen 10.08.2026)
  6. Google Ads Hilfe: Dauer der Lernphase – “bis zu drei Wochen oder ein bis zwei Conversion-Zyklen”, vier offizielle Reset-Trigger (answer/13020501, abgerufen 10.08.2026)
  7. Google Ads Hilfe: Gebotsanpassungen – “Manuelle Gebotsanpassungen werden für Smart Bidding-Strategien nicht unterstützt”, Geräte-Ausnahmen (answer/2732132, abgerufen 10.08.2026)
  8. Google Ads Hilfe: Portfolio-Gebotsstrategien – Definition, kein PMax-Support, Typ nachträglich nicht änderbar (answer/6263072 und answer/6263058, abgerufen 10.08.2026)
  9. Google Ads Hilfe: Saisonale Anpassungen (1-7 Tage) und Datenausschlüsse (answer/10369906 und answer/10370710, abgerufen 10.08.2026)
  10. Optmyzr: The Impact of Bidding Strategies on Google Ads Performance – 14.584 Konten, Spend ab 1.500 $/Monat; 50+-Schwelle, Volatilität unter 25, Maximize Conversions ohne Ziel schlägt die Variante mit Ziel (24.09.2024)
  11. Optmyzr: tCPA/tROAS-Methodik (Anpassungs-Kadenz 1-2x/Monat, 14 Tage Ruhe) und Portfolio-Bidding-Guide (Max-CPC-Limit nur in Portfolios, Cap-Faustregel 50-100 % über Ø-CPC) (abgerufen 10.08.2026)
  12. Jyll Saskin Gales: Should You Use Maximize Conversions or Manual CPC Bidding – “Smart Bidding first”-Position, Mikro-Conversions statt Manual-Rückfall (learn.jyll.ca, 23.02.2026)
  13. Store Growers (Dennis Moons): Target CPA – Startwert Ist-CPA +10-20 %, Auslieferungs-Drosselung bei zu aggressivem Ziel; Smart-Bidding- und Bid-Strategy-Guides (abgerufen 10.08.2026)
  14. SavvyRevenue (Andrew Lolk): Micro Conversions – Wert-Formel mit 25-%-Abschlag, Primary-Pflicht · Search Engine Journal: Primary-vs-Secondary-Framework – Contra-Position Signal-Korruption (abgerufen 10.08.2026) · Kevin Biernacik: Google Ads Lernphase – reale Dauern 7-10/14-21/30+ Tage (abgerufen 10.08.2026)

Gebotsstrategie prüfen lassen statt raten?

Wir prüfen bestehende Google-Ads-Konten auf eCPC-Rückfall, falsch gesetzte Ziel-Werte und Lernphasen-Sabotage – und stellen die Gebotsstrategie so um, dass sie zu deinem Conversion-Volumen passt.

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