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Google Ads Kurs · Modul 4: Auswerten und optimieren · Lektion 14 von 18

78 %

Du kennst jetzt alle Kampagnentypen. Ab hier geht es um die Steuerung statt um die Auswahl. Und Steuern setzt Messen voraus.

Wenn du Google Ads Conversion Tracking einrichten willst, ist der technische Teil der leichte. Ein Tag einzubauen dauert eine Viertelstunde.

Die schwere Frage kommt davor: Was zählt in deinem Geschäft überhaupt als Erfolg? Wer einen Klick auf die Telefonnummer und einen abgeschickten Kontaktbogen gleich bewertet, bekommt am Ende eine Zahl, mit der niemand arbeiten kann.

Kurzantwort

Wie kannst du Google Ads Conversion Tracking einrichten?

Zuerst legst du fest, welche Handlungen für dein Geschäft ein Ergebnis sind. Im Konto folgen dann vier Schritte: Datenquelle einrichten, Conversion-Aktion anlegen, Google-Tag samt erweiterten Conversions aktivieren, jede Aktion als primär oder sekundär einstufen.

Zum Schluss prüfst du mit einer Testanfrage, ob die Daten wirklich ankommen.

📌 Für wen ist das relevant: Für alle, die Kampagnen laufen haben, aber bisher keine belastbare Antwort auf die Frage „Was bringt das eigentlich?” bekommen.

  • Nur primäre Conversion-Aktionen landen in der Spalte „Conversions”; sie steuern die Gebote, sofern ihr Zielvorhaben für Gebote genutzt wird
  • Die Zählweise „Jede” passt zu Käufen, „Eine” passt zu Anfragen und Anmeldungen
  • Auch Leads bekommen einen Conversion-Wert, sonst optimiert Google auf die billigste Anfrage statt auf die beste

Das lernst du in dieser Lektion

Du kannst entscheiden, welche Handlungen auf deiner Website ein Geschäftsergebnis sind und welche nur Bewegung.

Du kannst eine Conversion-Aktion anlegen und sie richtig als primär oder sekundär einstufen.

Du kannst Zählweise, Conversion-Wert und Conversion-Tracking-Zeitraum zu deinem Geschäftsmodell passend setzen.

Du erkennst die häufigsten Messfehler und kannst mit einer festen Routine prüfen, ob dein Tracking läuft.

Inhalt

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Die Definitionsfrage kommt vor der Technik

Google misst zuverlässig, was du ihm sagst. Die Frage ist, ob das, was du ihm sagst, für dein Geschäft etwas bedeutet.

Auf einer typischen Handwerker-Website passiert vieles: Menschen scrollen, öffnen die Leistungsseite, klicken auf die Telefonnummer, laden ein PDF, schicken ein Formular ab. Fünf Handlungen, fünf sehr verschiedene Bedeutungen.

Aus einem abgeschickten Formular kann eine Rechnung werden. Aus einem PDF-Download in aller Regel nicht. Wenn beides als „Conversion” in derselben Spalte landet, ist die Spalte wertlos.

Diese Unterscheidung ist der ganze Kern der Lektion. Sortiere jede messbare Handlung in eine von drei Schubladen, bevor du die Oberfläche überhaupt öffnest.

Die Definitionsleiter: Bewegung, Signal, Geschäftsergebnis

Wie du Handlungen auf deiner Website einsortierst, bevor du Conversion-Aktionen anlegst (Stand 08/2026)

Stufe 1 · Bewegung

gar nicht messen

Scrolltiefe, Verweildauer, Seitenaufruf, Menü-Klick.

Sagt nichts über Kaufabsicht. Gehört in kein Conversion-Konto.

Stufe 2 · Signal

sekundär anlegen

PDF-Download, Newsletter-Anmeldung, Klick auf die Preisliste.

Interessant zur Beobachtung. Steuert das Bidding nicht.

Stufe 3 · Geschäftsergebnis

primär anlegen

Kauf, abgeschicktes Anfrageformular, angenommener Anruf.

Daraus kann direkt eine Rechnung entstehen. Nur diese Stufe steuert.

📌 Die Zuordnung ist eine Unternehmerentscheidung, keine Google-Vorgabe. Google stellt nur die Felder „primär” und „sekundär” bereit; welche Handlung wohin gehört, entscheidest du.
Feldlogik nach Google Ads Hilfe, „Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen” (abgerufen 11.08.2026). Dreistufige Einsortierung: eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.

Ein Fehler an dieser Stelle bleibt deshalb nicht klein. Er skaliert nach oben, weil jede Automatik darüber genau die Zahl als Ziel nimmt, die du hier definiert hast.

02 ·

Die vier Typen von Conversion-Aktionen

Eine Conversion-Aktion ist der Eintrag im Konto, der einer Handlung einen Namen gibt. Google unterscheidet sie nach der Quelle, aus der die Meldung kommt.

Es gibt vier Quellen. Für die meisten KMU zählen die ersten beiden aus der Tabelle: Website und Anruf. Anruf-Conversions lohnen sich, sobald das Telefon wichtiger ist als das Formular.

Die vier Quellen für Conversion-Aktionen in Google Ads (Google Ads Hilfe, abgerufen 11.08.2026)
Quelle Was sie erfasst Für wen
Website Handlungen auf deiner Website: Kauf, Formular, Klick auf einen Button ✅ Praktisch jeder. Der Standardfall.
Anruf Anrufe aus der Anzeige heraus, Anrufe an eine Nummer auf der Website, Klicks auf die Nummer ✅ Dienstleister und lokale Betriebe
App Installationen und Aktionen in einer eigenen App Nur mit eigener App
Import Abschlüsse aus dem CRM, die erst Wochen später entstehen Längere Vertriebszyklen, gepflegtes CRM

Einen Sonderfall beim Anruf-Tracking solltest du kennen. Ein Anruf aus der Anzeige heraus lässt sich nach Dauer bewerten, ein Klick auf die Telefonnummer der Website nicht.

Der Nummern-Klick sagt nur, dass jemand die Nummer angetippt hat. Er gehört deshalb auf Stufe 2 der Definitionsleiter, ein durchgestellter Anruf ab einer Mindestdauer auf Stufe 3.

Info

Website-Conversions kannst du auf zwei Wegen erfassen. Die Google-Hilfe nennt sie „Automatisch ohne Coding” und „Manuell mit Coding”.

Der erste Weg arbeitet über einen URL-Abgleich: Ruft jemand deine Danke-Seite auf, zählt Google eine Conversion. Das reicht für die meisten Formulare aus.

Der zweite Weg ist nötig, wenn es keine eigene Danke-Seite gibt oder wenn du einen Wert mitgeben willst. Dann braucht es ein Ereignis im Code oder im Tag Manager.

03 ·

Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen

Hier liegt die folgenreichste Einstellung der Lektion. Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen sehen aus wie ein Schalter mit zwei Stellungen. Tatsächlich entscheiden sie, worauf dein Konto optimiert.

Google formuliert es unmissverständlich. Primäre Conversion-Aktionen sind laut Hilfe „Conversion-Aktionen, die in Ihren Berichten in der Spalte ‚Conversions’ aufgeführt” werden, und sie werden „für Gebote unter der Voraussetzung berücksichtigt, dass sie zu dem Standardzielvorhaben gehören, das auch für Gebote verwendet wird”.

Für sekundäre Aktionen gilt das Gegenteil. Sie „dienen nur zur Beobachtung”, erscheinen in der Spalte „Alle Conversions” und werden „selbst dann nicht für Gebote berücksichtigt, wenn das Zielvorhaben, in dem sie enthalten sind, für Gebote verwendet wird”.

Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen im Vergleich (Google Ads Hilfe, abgerufen 11.08.2026)
  Primär Sekundär
Erscheint in Spalte „Conversions” „Alle Conversions”
Steuert das Bidding ✅ Ja, sofern das Zielvorhaben für Gebote genutzt wird ❌ Nein
Fließt in den CPA ✅ Ja ❌ Nein
Typischer Inhalt Kauf, Anfrage, qualifizierter Anruf PDF, Newsletter, Nummern-Klick

Eine Ausnahme gibt es. Bei benutzerdefinierten Zielvorhaben gilt laut Google: „Alle in einem benutzerdefinierten Zielvorhaben enthaltenen Conversion-Aktionen werden für Berichte und Gebote verwendet, unabhängig davon, ob sie als primäre oder sekundäre Aktionen festgelegt sind.”

Praktisch heißt das: Wer mit benutzerdefinierten Zielvorhaben arbeitet, kann sich auf die Einstufung nicht verlassen. Dann zählt allein, was im Zielvorhaben steht.

💡 Merke

Die Spalte „Conversions” ist deine Steuerzahl, die Spalte „Alle Conversions” ist deine Beobachtungszahl.

Wenn dein CPA in einem Bericht plötzlich viel besser aussieht als erwartet, prüf zuerst, welche Spalte du gerade liest.

Noch ein Punkt zum Verhalten neuer Zielvorhaben. Bis Ende 2025 wurde ein neu erstelltes Conversion-Zielvorhaben automatisch zum Konto-Standard und damit gebotsrelevant.

Search Engine Land berichtete am 26.09.2025 über eine Änderung zum 17.11.2025. Seitdem gilt: „A newly created goal will only default to account-level bidding if every other goal in that category is already account-default.”

Für dich heißt das zweierlei. Neue Aktionen rutschen dir nicht mehr so leicht unbemerkt ins Bidding. Und wenn du willst, dass eine neue Aktion steuert, musst du das aktiv einstellen.

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Google Ads Conversion Tracking einrichten: die Schritte

Der eigentliche Vorgang ist nüchtern. Du findest ihn im Konto unter „Zielvorhaben”, dort im Bereich „Conversions”.

Die Google-Hilfe beschreibt drei Schritte für Website-Conversions. Wir hängen einen vierten an, den viele Konten nie machen.

Schritt 1: Datenquelle einrichten. Du gibst deine Domain ein. Google sucht ein vorhandenes Google-Tag oder eine verknüpfte Google-Analytics-Property und zeigt dir, was schon da ist.

Schritt 2: Conversion-Aktion anlegen. Du wählst eine Kategorie, etwa „Kauf” oder „Kontaktaufnahme”, und legst fest, woran Google die Handlung erkennt. Drei Wege stehen zur Wahl: URL-Abgleich, ein eigenes Ereignis im Code oder ein importiertes Ereignis aus Google Analytics.

Schritt 3: Google-Tag einbauen und erweiterte Conversions aktivieren. Das Tag gehört auf jede Seite der Website, nicht nur auf die Danke-Seite. Zu den erweiterten Conversions gleich mehr.

Schritt 4: Einstufen und dokumentieren. Jede angelegte Aktion bekommt jetzt ihre Stufe: primär oder sekundär. Und du schreibst dir auf, was du warum entschieden hast.

💡 Praxis-Tipp

Erweiterte Conversions gleich mit aktivieren. Sie sind der billigste Genauigkeitsgewinn im ganzen Setup.

Das Verfahren: Kundendaten, die bei der Conversion ohnehin vorliegen, etwa die E-Mail-Adresse aus dem Formular, werden laut Google mit dem „SHA256-Einweg-Hash-Algorithmus” verschlüsselt und übermittelt.

Google gleicht sie mit angemeldeten Google-Konten ab und ordnet so Conversions zu, die über Cookies allein verloren gingen. Für Leads gibt es eine eigene Variante, die spätere Abschlüsse aus einem Website-Lead nachträglich zuordnet.

Zur Frage, ob du das native Google-Tag oder den Import aus Google Analytics nutzen sollst, gibt es eine einfache Faustregel. Nimm das native Tag als Steuerquelle für dein Bidding.

Google Analytics bleibt dabei wichtig, aber für andere Aufgaben: Analyse, Zielgruppen und den Vergleich über alle Kanäle hinweg. Wie du die Daten dort liest, zeigt unser Google-Analytics-4-Guide.

Die Begründung ist einfach: Der Import bringt Verzögerung mit, mischt modellierte und beobachtete Daten und erbt jeden Konfigurationsfehler aus Analytics. Das ist eine Abwägung und keine Google-Vorgabe: Google lässt beide Wege ausdrücklich zu.

Experten-Tipp aus der Agentur

Zähl nach dem Einrichten deine primären Conversion-Aktionen. Kommst du über zwei, hast du die Definitionsfrage vermutlich vertagt statt beantwortet.

Mein Denkwerkzeug dafür ist eine einzige Prüffrage: Kann aus dieser Handlung direkt eine Rechnung entstehen?

Schreib die Antwort in einem Satz auf. „Aus einer abgeschickten Anfrage macht mein Kollege ein Angebot, daraus wird in einem von fünf Fällen ein Auftrag.” Das ist ein Satz, der trägt.

Bekommst du diesen Satz für eine Aktion nicht zusammen, stell sie auf sekundär. Du verlierst dabei keine Daten. Du siehst sie weiter, sie steuert nur nicht mehr mit.

PC
Pascal Cabitza
Geschäftsführer Ostend Digital · Google Partner

05 ·

Zählweise: „Jede” oder „Eine”

Beim Anlegen fragt Google, wie oft eine Conversion pro Klick gezählt werden soll. Zwei Optionen stehen zur Wahl, und die Hilfe sagt klar, wofür sie gedacht sind.

Zu „Jede” heißt es dort: „Diese Option empfiehlt sich für Käufe, da Ihnen jeder Kauf etwas einbringt.” Zu „Eine”: „Diese Option empfiehlt sich für Leads, Anmeldungen und andere Conversions, bei denen nur die erste Interaktion einen Wert für Ihr Unternehmen hat.”

Ein Onlineshop verkauft Kaffeebohnen. Bestellt jemand nach einem Anzeigenklick zweimal innerhalb von vier Wochen, sind das zwei Umsätze. Die Zählweise steht auf „Jede”.

Eine Steuerkanzlei nimmt Mandate an. Schickt dieselbe Person drei Anfragen ab, weil sie sich nicht sicher war, ob das Formular durchging, ist das trotzdem eine Anfrage. Die Zählweise steht auf „Eine”.

Zählweise wählen: Shop und Dienstleister im Vergleich
Geschäftsmodell Beispielhandlung Zählweise
Onlineshop Bestellung abgeschlossen ✅ Jede
Shop, Warenkorb Artikel in den Warenkorb gelegt Eine (und sekundär)
Dienstleister Anfrageformular abgeschickt ✅ Eine
Dienstleister Anruf über die Anzeige Eine

Die falsche Einstellung fällt lange nicht auf. Sie zeigt sich erst als seltsam niedriger CPA bei gleichbleibendem Umsatz.

Gefährlich wird sie für alles, was danach kommt: Eine Gebotsstrategie, die auf aufgeblähte Zahlen optimiert, arbeitet zuverlässig in die falsche Richtung.

06 ·

Conversion-Wert festlegen, auch bei Leads

Bei einem Shop ist der Conversion-Wert offensichtlich: der Bestellwert wird mitgegeben, fertig. Bei Anfragen lassen die meisten das Feld leer. Damit verschenken sie die halbe Steuerung.

Ohne Wert sind alle Anfragen gleich viel wert. Google optimiert dann auf die Menge und findet zuverlässig die billigsten Anfragen. Billig und gut ist selten dasselbe.

Den Conversion-Wert festlegen kannst du auch bei Leads. Du brauchst dafür keine neue Rechnung, sondern nur die Kette aus Lektion 8 dieses Kurses: Deckungsbeitrag pro Auftrag mal Abschlussquote ergibt den Wert einer Anfrage.

Info

Ein fester Wert ist besser als kein Wert. Du musst den Betrag nicht pro Anfrage berechnen lassen.

Trag beim Anlegen einen Standardwert ein, der aus deiner eigenen Rechnung stammt. Rechne konservativ, damit du dich nicht reicher rechnest als du bist.

Interessant wird es, wenn du mehrere Anfragetypen hast. Eine Anfrage für ein Wartungsprojekt und eine für einen Kleinauftrag dürfen unterschiedliche Werte bekommen. Genau darauf reagiert eine wertbasierte Gebotsstrategie.

Wie du aus Werten eine Rentabilitätsaussage machst, vertieft unser Ratgeber zur ROAS-Berechnung. Für diese Lektion reicht ein Grundsatz: Jede primäre Conversion-Aktion bekommt einen Wert, auch einen geschätzten.

07 ·

Conversion-Tracking-Zeitraum und Attribution

Der Conversion-Tracking-Zeitraum legt fest, wie lange nach einem Anzeigenklick eine Conversion noch dieser Anzeige zugerechnet wird. Setzt du beim Anlegen nichts, gilt laut Google-Hilfe ein Standard von 30 Tagen.

Diese Zahl solltest du an deine Kaufentscheidung anpassen. Wer eine Pizza bestellt, entscheidet in Minuten. Wer eine Photovoltaikanlage kauft, vergleicht wochenlang.

Ist dein Zeitraum zu kurz, verlierst du Conversions, die real stattgefunden haben. Ist er sehr lang, schreibst du Abschlüsse einem Klick zu, der kaum noch etwas damit zu tun hatte.

💡 Praxis-Tipp

Lass deine eigene Verzögerung entscheiden, nicht dein Bauchgefühl. Google Ads zeigt dir, wie lange es zwischen Klick und Conversion tatsächlich dauert.

Sobald du ein paar Wochen Daten hast, setzt du den Conversion-Tracking-Zeitraum so, dass die große Mehrheit deiner Abschlüsse hineinfällt. Google erlaubt für Klick-Conversions 1 bis 90 Tage; bis du eigene Zahlen hast, ist der Standardwert eine brauchbare Annahme.

Bei der Attribution hat sich der Stand deutlich vereinfacht. Es gibt nur noch zwei Modelle in Google Ads.

Zum Modell „Letzter Klick” heißt es in der Hilfe: „Der gesamte Wert der Conversion wird der zuletzt angeklickten Anzeige und dem entsprechenden Keyword zugeordnet.” Zur datengetriebenen Attribution: „Der Wert der Conversion wird anhand der bisherigen Daten für die jeweilige Conversion-Aktion verteilt.”

Die früheren Modelle „Erster Klick”, „Linear”, „Zeitverlauf” und „Positionsbasiert” gibt es nicht mehr. Conversion-Aktionen, die sie nutzten, wurden automatisch auf datengetriebene Attribution umgestellt.

Für die meisten Conversion-Aktionen ist die datengetriebene Attribution heute der Standard. Für ein KMU-Konto ist das die richtige Wahl, und du musst dazu nichts tun.

08 ·

Einwilligung: die Lücke zwischen Klicks und Sitzungen

Irgendwann fällt dir auf, dass Google Ads 200 Klicks meldet und Google Analytics nur 90 Sitzungen zeigt. Der erste Reflex ist, das Tracking für kaputt zu halten. Meistens ist es das nicht.

Der Grund ist die Einwilligung. Für die Zählung eines Klicks braucht Google keinen Cookie, denn der Klick passiert in der Anzeige. Eine Analytics-Sitzung entsteht dagegen erst auf deiner Website, und dort greift dein Consent-Banner.

Wie groß die Lücke ausfällt, hängt an deinem Banner. Der Consent Benchmark Report 2025 von etracker misst für deutsche Websites eine Zustimmungsrate von 40 Prozent, wenn Zustimmen- und Ablehnen-Button gleichwertig gestaltet sind.

Info

Der Einwilligungsmodus ist Googles Antwort darauf. Er teilt Google mit, welchen Einwilligungsstatus ein Nutzer hat. Vier Einwilligungsarten spielen dabei zusammen: ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization.

Es gibt zwei Umsetzungsvarianten. Im einfachen Modus werden Google-Tags laut Hilfe „erst geladen, wenn ein Nutzer mit einem Einwilligungsbanner interagiert”.

Im erweiterten Modus laden die Tags sofort mit der Voreinstellung „Verweigert” und senden bei Ablehnung cookielose Signale. Google modelliert daraus ein an den Werbetreibenden angepasstes Modell, während der einfache Modus nur ein allgemeines Modell erlaubt.

Praktisch heißt das: Ein Teil deiner Conversions ist modelliert, nicht gemessen. Das ist unangenehm zu akzeptieren und trotzdem besser als die Alternative, nämlich diese Conversions gar nicht zu sehen.

Zwei Konsequenzen für deinen Alltag. Leite aus einer Differenz zwischen Google Ads und Analytics nie automatisch einen Fehler ab. Und beurteile Entwicklungen über die Zeit statt Absolutwerte.

Wer die Lücke technisch verkleinern will, landet bei serverseitigem Tracking, erklärt in unserem Guide zum Server-Side-Tracking. Für deine Conversion-Aktionen brauchst du es nicht.

09 ·

Die häufigsten Messfehler

Vier Fehler tauchen in der Fachliteratur immer wieder auf. Alle vier kannst du ohne Entwickler erkennen.

Doppelzählung durch zwei Quellen. Dieselbe Handlung wird nativ über das Google-Tag gemessen und zusätzlich aus Google Analytics importiert. Stehen beide auf primär, zählt jeder Kauf zweimal und dein CPA sieht halb so hoch aus, wie er ist.

Die Danke-Seite ohne Absicherung. Search Engine Land beschreibt den Klassiker so: „When a user reloads a ‚thank you’ page, the conversion tag may fire again unless specifically prevented.” Jedes Neuladen erzeugt also eine weitere Conversion.

Der Formular-Klick statt der Formular-Absendung. Gemessen wird der Klick auf den Absenden-Button. Bricht die Übertragung ab oder fehlt ein Pflichtfeld, zählt Google trotzdem. Du kaufst Conversions, die nie in deinem Postfach ankommen.

Die verwaiste Aktion. Eine alte Conversion-Aktion aus einem früheren Setup läuft weiter mit, oft unter einem Namen, den niemand mehr zuordnen kann. Sie steht auf primär und mischt sich in jedes Gebot ein.

💡 Merke

Ein Messfehler wirkt anders als ein Kampagnenfehler. Eine schlechte Anzeige kostet dich Leistung, aber du siehst sie in den Zahlen.

Ein Messfehler verändert die Zahlen selbst. Danach optimierst du wochenlang zuversichtlich in die falsche Richtung, weil das Dashboard dir recht gibt.

Woran erkennst du diese Fehler von außen? Es gibt drei Warnzeichen, die keine technische Prüfung brauchen.

Jedes dieser drei Zeichen ist ein Grund, die Conversion-Übersicht zu öffnen.

10 ·

Prüfroutine: läuft dein Tracking wirklich?

Ein Tracking gilt erst dann als eingerichtet, wenn du es einmal geprüft hast. Diese Routine dauert zehn Minuten und gehört einmal im Quartal wiederholt.

1. Testkauf oder Testanfrage machen. Geh selbst auf deine Website und lös die Conversion aus. Das ist der ehrlichste aller Tests.

2. Tracking-Status ansehen. In der Conversion-Übersicht gibt es die Spalte „Tracking-Status”. Achte auf die Werte „Nicht überprüft”, „Tag inaktiv”, „Keine aktuellen Conversions” und „Maßnahme erforderlich”.

3. Statusmeldungen richtig deuten. „Nicht überprüft” bedeutet laut Google, dass das Tag noch nie ausgelöst wurde. Bei einer frisch angelegten Aktion ist das normal. „Keine aktuellen Conversions” heißt, dass das Tag sichtbar ist, aber in sieben Tagen nichts gezählt wurde.

4. Die Liste durchgehen. Öffne alle Conversion-Aktionen im Konto und prüf jede einzelne: Kennst du sie? Steht sie auf der richtigen Stufe? Alles, was du nicht erklären kannst, gehört auf sekundär oder weg.

5. Gegenrechnen. Nimm eine abgeschlossene Woche und vergleiche die gemeldeten Conversions mit den echten Anfragen oder Bestellungen aus deinem Postfach beziehungsweise Shopsystem.

Tracking-Status deuten und richtig reagieren (Google Ads Hilfe, abgerufen 11.08.2026)
Status Was er bedeutet Was du tust
Nicht überprüft Das Tag wurde noch nie ausgelöst Bei neuer Aktion abwarten, sonst Testanfrage auslösen
Keine aktuellen Conversions Tag ist sichtbar, seit sieben Tagen keine Conversion Prüfen, ob Anzeigen überhaupt auf diese Seite führen
Tag inaktiv Google findet das Tag auf der Seite nicht 🚩 Tag-Einbindung prüfen, besonders nach einem Website-Umbau
Conversions werden erfasst Daten kommen an ✅ Trotzdem einmal gegenrechnen

Ein häufiger Auslöser für stille Ausfälle ist der Website-Umbau. Wird die Danke-Seite umbenannt oder die Domain gewechselt, bricht ein URL-basiertes Tracking, ohne dass jemand eine Meldung bekommt.

Nimm den Tracking-Check deshalb in jede Website-Abnahme mit auf. Der Aufwand ist eine Testanfrage.

Damit steht deine Messgrundlage. In der nächsten Lektion geht es darum, was Google mit diesen Zahlen macht: die Gebotsstrategien.

💡 Recap

Google Ads Conversion Tracking einrichten in 30 Sekunden:

  • Erst definieren, dann einbauen. Sortiere jede Handlung auf deiner Website in Bewegung, Signal oder Geschäftsergebnis
  • Vier Quellen für Conversion-Aktionen: Website, Anruf, App, Import. Für die meisten KMU zählen die ersten beiden
  • Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen sind die Kernentscheidung. Nur primäre stehen in der Spalte „Conversions” und steuern die Gebote, letzteres nur, wenn ihr Zielvorhaben für Gebote genutzt wird
  • Vier Schritte: Datenquelle einrichten, Conversion-Aktion anlegen, Google-Tag samt erweiterten Conversions aktivieren, einstufen und dokumentieren
  • Zählweise: „Jede” für Käufe, „Eine” für Anfragen und Anmeldungen
  • Conversion-Wert festlegen auch bei Leads: Deckungsbeitrag mal Abschlussquote, konservativ gerechnet
  • Conversion-Tracking-Zeitraum an deine Entscheidungsdauer anpassen, Standard sind 30 Tage. Attribution: nur noch „Letzter Klick” und datengetrieben
  • Mehr Klicks als Sitzungen ist in der EU der Normalfall, kein Defekt. Ein Teil deiner Conversions ist modelliert
  • Prüfroutine einmal im Quartal: Testanfrage, Tracking-Status lesen, Aktionsliste durchgehen, gegen echte Anfragen gegenrechnen

12 ·

Selbstcheck: kannst du das beantworten?

Ein Malerbetrieb misst vier Dinge: PDF-Download der Preisliste, Klick auf die Telefonnummer, abgeschicktes Anfrageformular und Scrolltiefe über 75 Prozent. Wie sortierst du das ein?

Die Scrolltiefe ist Bewegung und gehört gar nicht ins Konto. Der PDF-Download und der Klick auf die Telefonnummer sind Signale und gehören auf sekundär.

Nur das abgeschickte Anfrageformular ist ein Geschäftsergebnis und wird primär. Aus ihm kann direkt eine Rechnung entstehen.

Ein durchgestellter Anruf ab einer Mindestdauer wäre dagegen ein Kandidat für primär.

Du stellst eine Conversion-Aktion von primär auf sekundär. Was ändert sich in den Berichten und was in der Steuerung?

In den Berichten wandert sie aus der Spalte „Conversions” in die Spalte „Alle Conversions”. Du siehst sie also weiter, sie ist nicht verschwunden.

In der Steuerung fällt sie raus. Sekundäre Aktionen werden laut Google auch dann nicht für Gebote berücksichtigt, wenn ihr Zielvorhaben für Gebote genutzt wird.

Eine Ausnahme gibt es bei benutzerdefinierten Zielvorhaben. Dort werden alle enthaltenen Aktionen für Berichte und Gebote verwendet, unabhängig von ihrer Einstufung.

Ein Shop stellt seine Kauf-Conversion auf „Eine” statt „Jede”. Welche Zahl verzerrt sich, und in welche Richtung?

Kauft dieselbe Person nach einem Klick mehrfach, wird nur der erste Kauf gezählt. Die Conversion-Zahl fällt zu niedrig aus, der CPA erscheint zu hoch.

Google empfiehlt für Käufe ausdrücklich „Jede”, weil jeder einzelne Kauf einen Ertrag bringt. „Eine” ist für Leads und Anmeldungen gedacht.

Die Folge trifft nicht nur den Bericht: Eine Gebotsstrategie, die zu wenige Conversions sieht, bietet auf profitable Klicks zu vorsichtig.

Google Ads meldet 40 Anfragen im Monat, in deinem Postfach liegen 22. Woran kann das liegen?

Der wahrscheinlichste Grund ist eine Doppelzählung. Entweder wird dieselbe Handlung nativ und zusätzlich aus Google Analytics importiert, oder das Neuladen der Danke-Seite löst das Tag erneut aus.

Ein zweiter häufiger Grund ist die gemessene Handlung selbst. Wird der Klick auf den Absenden-Button gezählt statt der erfolgreichen Übertragung, zählt Google auch abgebrochene Formulare mit.

Prüf zuerst die Liste aller Conversion-Aktionen auf Doppelungen und alte Einträge. Danach löst du eine Testanfrage aus und schaust, ob genau eine Conversion entsteht.

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Demand Gen Kampagnen
(erscheint in Kürze)
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Gebotsstrategien
(erscheint in Kürze)

Alle Lektionen im Überblick findest du auf der Kursseite zum Google-Ads-Kurs. Wie Google die hier definierten Zahlen für Gebote nutzt, ist Thema von Lektion 15 dieses Kurses zu den Gebotsstrategien.

Quellen und Stand (12 Einträge)
  1. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Web-Conversions in Google Ads erfassen (answer/6095821, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Definition der Website-Conversion, die vier Quellen (Website, App, Anruf, Import), die drei Einrichtungsschritte, die Erfassungswege „Automatisch ohne Coding” und „Manuell mit Coding”.
  2. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen (answer/11461796, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Spaltenzuordnung „Conversions” und „Alle Conversions”, Gebotsrelevanz nur bei primären Aktionen, Ausnahme für benutzerdefinierte Zielvorhaben.
  3. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Conversion-Zählung, Oberflächentext zu den Optionen „Jede” und „Eine” (DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Empfehlung „Jede” für Käufe, „Eine” für Leads und Anmeldungen.
  4. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Conversion-Tracking-Zeiträume (answer/3123169, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Definition des Zeitraums, Standardwert 30 Tage, einstellbarer Bereich 1 bis 90 Tage, individuelle Einstellbarkeit pro Conversion-Aktion.
  5. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Informationen zu Attributionsmodellen (answer/6259715, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: nur noch zwei Modelle („Letzter Klick”, datengetrieben), Abschaffung von „Erster Klick”, „Linear”, „Zeitverlauf” und „Positionsbasiert”, automatische Umstellung betroffener Conversion-Aktionen, datengetrieben als Standard.
  6. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Informationen zu erweiterten Conversions (answer/9888656, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Verfahren mit gehashten selbst erhobenen Daten („SHA256-Einweg-Hash-Algorithmus”), die beiden Varianten für das Web und für Leads.
  7. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Informationen zum Einwilligungsmodus (answer/10000067, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: die vier Einwilligungsarten ad_storage, analytics_storage, ad_user_data, ad_personalization, Unterschied zwischen einfachem und erweitertem Modus, cookielose Signale und Modellierung.
  8. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Fehlerbehebung zum Conversion-Tracking-Status (answer/10029065 und answer/12674892, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Bedeutung der Statuswerte „Nicht überprüft”, „Tag inaktiv”, „Keine aktuellen Conversions” und „Maßnahme erforderlich”, Sieben-Tage-Fenster, Hinweis auf Domain- und Danke-Seiten-Wechsel als Fehlerquelle.
  9. Fachpresse: Search Engine Land, Ameet Khabra – „PPC tracking: How to eliminate duplicate conversions” (05.05.2025, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Reload der Danke-Seite als Duplikatsquelle, doppelte Ereignisdefinition in GTM und GA4, Transaktions-ID als Gegenmittel.
  10. Fachpresse: Search Engine Land, Anu Adegbola – „Google Ads tweaks default conversion goal behavior” (26.09.2025, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Änderung zum 17.11.2025, wonach ein neues Zielvorhaben nur noch dann automatisch zum Konto-Standard wird, wenn alle anderen Zielvorhaben derselben Kategorie es bereits sind.
  11. Anbieter-Studie, second-hand bezogen: etracker – Consent Benchmark Report 2025 (Datenbasis 500 deutsche Websites mit Consent-Banner, Daten bis Mai 2025), zitiert nach der Studienübersicht von ignite.video, abgerufen 11.08.2026. Belegt: 40 Prozent Zustimmungsrate bei gleichwertigem Zustimmen- und Ablehnen-Button. Weitere kursierende Consent-Zahlen ohne offengelegte Methodik wurden bewusst nicht übernommen.
  12. Interne Quelle: Ostend Digital – Ratgeber „Google Ads Conversion Tracking” (16.04.2024). Nur als Ausgangspunkt für die Themenauswahl herangezogen; die dortigen Angaben zu Attributionsmodellen sind überholt und wurden nicht übernommen. Aktueller Überblick zum Thema: Google Ads Conversion Tracking.

Tracking einmal sauber aufsetzen lassen?

Wir gehen mit dir durch, welche Handlungen in deinem Geschäft als Conversion zählen, richten die Aktionen sauber ein und prüfen gegen, ob die Zahlen im Konto zu deinen echten Anfragen passen.

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