Finde heraus ob dein Unternehmen von ChatGPT empfohlen wird: ChatGPT Sichtbarkeits Report.

Google Ads Kurs · Modul 4: Auswerten und optimieren · Lektion 16 von 18

89 %

Es gibt in Google Ads eine Zahl, die sich schneller bewegt als jede andere und die man deshalb besonders gern zum Ziel erklärt. Das ist die Klickrate.

Wer sie zum Ziel macht, optimiert auf Neugier. Und Neugier zahlt keine Rechnungen.

Diese Lektion dreht die Frage deshalb um. Sie behandelt die Klickrate als das, was sie ist: eine Diagnose, die dir sagt, ob deine Anzeige zur Suchanfrage passt.

Kurzantwort

Wie kannst du deine Google Ads CTR steigern?

Über vier Hebel, die sehr unterschiedlich stark wirken: Übereinstimmung von Suchanfrage und Anzeige, Anzeigentext, Assets und zuletzt Kosmetik wie Pfade oder Satzzeichen.

Die wichtigere Frage kommt davor. Eine niedrige Klickrate ist manchmal ein Problem und manchmal das gewünschte Ergebnis einer sauberen Vorqualifizierung.

📌 Für wen ist das relevant: Für alle, die Suchkampagnen laufen haben, messen können und jetzt entscheiden müssen, welche Zahl sie überhaupt steuern.

  • Die Klickrate ist eine Diagnose, kein Geschäftsziel
  • Assets sind der am meisten unterschätzte Hebel
  • Ein Wert ohne Conversion-Rate daneben ist nicht interpretierbar

Das lernst du in dieser Lektion

Du kannst erklären, was die Klickrate misst und was sie im Anzeigenrang bewirkt.

Du kennst die vier Hebel in ihrer Wirkungsreihenfolge und weißt, wo du zuerst ansetzt.

Du erkennst die Fälle, in denen eine hohe Klickrate ein Warnsignal ist.

Du hast eine Prüfroutine für den Tag, an dem die Klickrate fällt.

Inhalt

01 ·

Was die Klickrate misst und was sie bewirkt

Die Rechnung ist die simpelste im ganzen Konto. Google definiert die Klickrate als Angabe dafür, „wie oft Personen, die Ihre Anzeige oder Ihren kostenlosen Produkteintrag sehen, darauf klicken” (Google Ads Hilfe, abgerufen 11.08.2026).

Formel

Klickrate = Klicks ÷ Impressionen

Googles eigenes Beispiel: 5 Klicks bei 100 Impressionen ergeben eine Klickrate von 5 %. Im Konto steht sie als Spalte „CTR” auf jeder Ebene, vom Konto bis zum einzelnen Anzeigentitel.

Zwei Zahlen bilden diesen Wert, und beide kannst du beeinflussen. Du kannst die Klicks erhöhen, indem deine Anzeige attraktiver wird. Du kannst die Impressionen senken, indem du unpassende Suchanfragen gar nicht erst bedienst.

Der zweite Weg wird selten mitgedacht. Er ist aber der wirksamere, und darauf kommt diese Lektion mehrfach zurück.

Jetzt zur Wirkung. Die gemessene Klickrate ist selbst kein Auktionsfaktor, aber sie füttert einen. Google formuliert das so: Die Klickrate „fließt auch in die voraussichtliche Klickrate Ihres Keywords ein, die Bestandteil des Anzeigenrangs ist”.

Info

Zwei Klickraten, die man leicht verwechselt. Die voraussichtliche Klickrate ist eine Prognose mit Statuswert und gehört zum Qualitätsfaktor. Sie ist Thema von Lektion 3 dieses Kurses.

Die gemessene Klickrate ist der Bericht darüber, was tatsächlich passiert ist. Diese Lektion behandelt nur die zweite. Eine kompakte Einordnung der Prognose-Seite liefert der Ratgeber zum Qualitätsfaktor.

Bleibt die Frage, warum die Zahl so beliebt ist. Sie reagiert innerhalb von Stunden, sie braucht kein Conversion-Tracking, und sie steigt zuverlässig, wenn man sich Mühe gibt.

Genau das macht sie gefährlich. Eine Zahl, die immer nach oben geht, wenn man an ihr arbeitet, fühlt sich nach Fortschritt an, auch wenn keiner stattfindet.

💡 Merke

Die Klickrate beantwortet eine einzige Frage: Passt meine Anzeige zu dem, wonach gesucht wurde?

Sie beantwortet nicht, ob die Klickenden kaufen wollen, ob sie es sich leisten können oder ob sie in deinem Einzugsgebiet wohnen. Das sind drei andere Zahlen.

02 ·

CTR verbessern: die vier Hebel in ihrer Wirkungsreihenfolge

Wer nach Wegen sucht, die Google Ads CTR steigern zu können, findet Listen mit acht oder zehn Tipps. Diese Listen haben ein Problem: Sie stellen alles nebeneinander.

Der Effekt ist bei jedem Hebel aber völlig verschieden. Und die Reihenfolge, in der du sie ziehst, entscheidet über deinen Nachmittag.

Die vier Hebel auf die Klickrate

Sortiert nach Wirkung, nicht nach Aufwand (Stand 08/2026)

Hebel 1 · stärkste Wirkung

Übereinstimmung

Für welche Suchanfragen du überhaupt erscheinst. Verändert den Nenner der Rechnung.

Hebel 2 · deutliche Wirkung

Anzeigentext

Ob die Anzeige das Anliegen sichtbar aufgreift. Wirkt pro Anzeigengruppe.

Hebel 3 · unterschätzt

Assets

Wie viel Fläche und wie viele Einstiegspunkte deine Anzeige bekommt.

Hebel 4 · Kosmetik

Feinschliff

Pfade, Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichen. Zuletzt, wenn alles andere steht.

📌 Die Logik dahinter: Hebel 1 verändert, wem die Anzeige gezeigt wird. Die Hebel 2 bis 4 verändern nur, wie sie aussieht, wenn sie gezeigt wird.
Zuordnung der Hebel: eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026. Assets als eigenständiger Anzeigenrang-Faktor nach Google Ads Hilfe „Anzeigenrang” (abgerufen 11.08.2026).

Schaubild: Die vier Hebel auf die Klickrate, sortiert nach Wirkung – eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.

Diese Reihenfolge ist absichtlich unbequem. Wer umgekehrt vorgeht, poliert Anzeigentexte für Suchanfragen, die er nie hätte bedienen sollen.

03 ·

Hebel 1: die Übereinstimmung mit der Suchanfrage

Die Klickrate hat einen Nenner, und den fasst kaum jemand an. Jede Impression zu einer Suchanfrage, die nie zu dir passt, drückt deine Klickrate garantiert.

Der Grund liegt in der Funktionsweise weitgehend passender Keywords. Sie liefern bewusst auch bei Suchanfragen aus, die deinem Keyword nur thematisch nahestehen, und ziehen dafür Signale wie die letzten Suchaktivitäten des Nutzers, den Inhalt deiner Landingpages und die übrigen Keywords der Anzeigengruppe heran.

Das ist keine Fehlfunktion. Es ist die Einstellung, die du gewählt hast.

💡 Praxis-Tipp

Rechne einmal aus, was Aufräumen wirklich bringt. Angenommen, du hast 10.000 Impressionen und 300 Klicks, also eine Klickrate von 3,0 %.

Nun schließt du Suchanfragen aus, die 2.000 dieser Impressionen und 10 dieser Klicks verursacht haben. Übrig bleiben 8.000 Impressionen und 290 Klicks.

Deine Klickrate steht damit bei 3,6 %, ohne dass du eine einzige Silbe umgeschrieben hast. Genau deshalb steht dieser Hebel vorn.

Der Zugang ist der Suchbegriffe-Bericht, den du aus Lektion 5 kennst. Für diese Lektion nutzt du ihn mit einer anderen Brille: Sortiere nach Impressionen absteigend, nicht nach Kosten.

Oben stehen dann die Begriffe, die deinen Nenner aufblähen. Ein Suchbegriff mit 900 Impressionen und zwei Klicks kostet dich fast nichts und ruiniert trotzdem deine Zahl.

Drei Muster tauchen dabei regelmäßig auf, und sie brauchen unterschiedliche Antworten:

Suchbegriff-Muster mit hohen Impressionen und wenig Klicks: die passende Antwort
Muster Beispiel Antwort
Thematisch daneben „fenster putzen” bei einem Fensterbauer ✅ Als auszuschließendes Keyword eintragen
Richtiges Thema, falsche Absicht „fenster selber einbauen” ✅ Ausschließen, wenn du keine Materiallieferung anbietest
Richtige Absicht, falsche Anzeigengruppe „fenster mit einbau kosten” liegt in der Beratungsgruppe 📌 Nicht ausschließen, sondern in die passende Gruppe verschieben

Die dritte Zeile ist die, an der die meisten vorbeigehen. Dort liegt kein Ausschluss-Fall, sondern ein Strukturfall.

Und genau hier bekommt der Begriff Anzeigenrelevanz seine praktische Bedeutung. Wer die Anzeigenrelevanz steigern will, verschiebt zuerst Suchanfragen dorthin, wo eine Anzeige sie sauber bedienen kann.

Info

Ein Ausschluss wirkt nach vorn, nicht nach hinten. Deine ausgewiesene Klickrate für den vergangenen Zeitraum ändert sich dadurch nicht.

Vergleiche deshalb erst Zeiträume, die vollständig nach der Änderung liegen. Sonst mischst du zwei verschiedene Konten in einer Zahl.

04 ·

Hebel 2: der Anzeigentext an genau einer Stelle

Wie du responsive Suchanzeigen aufbaust, Botschaften findest und Titel innerhalb von 30 Zeichen unterbringst, ist Thema von Lektion 7 dieses Kurses. Nachschlagen kannst du das jederzeit im Leitfaden zum Lektion 7 zu den Anzeigentexten.

Hier geht es nur um die Klickraten-Sicht darauf. Und die reduziert sich auf eine einzige Frage: Erkennt der Suchende in der ersten sichtbaren Zeile, dass er richtig ist?

Alles andere im Anzeigentext wirkt später. Der erste Titel entscheidet, ob überhaupt gelesen wird.

Zwei Anzeigen können dabei denselben Inhalt haben und trotzdem sehr unterschiedlich abschneiden:

Der zweite Titel wirkt gleichzeitig als Filter. Wer keinen Festpreis will, klickt seltener, und das ist beabsichtigt.

💡 Merke

Am Anzeigentext arbeitest du erst, wenn das Suchbegriff-Set steht. Ein guter Text für eine falsche Suchanfrage bleibt ein guter Text für eine falsche Suchanfrage.

Und ein Text, der bewusst qualifiziert, darf die Klickrate kosten. Ob das ein Gewinn war, siehst du erst in Sektion 07.

05 ·

Hebel 3: Assets, der unterschätzte Hebel

Assets heißen die Zusatzbausteine, die unter und neben deiner Anzeige erscheinen: Sitelinks, Zusatzinformationen, Snippets, Anruf-Assets, Preis- und Angebots-Assets und einige mehr.

Sie sind aus zwei Gründen der unterschätzte Hebel. Erstens sind sie einmal Arbeit und wirken danach dauerhaft. Zweitens sind sie ein eigenständiger Faktor im Anzeigenrang, unabhängig von deinem Anzeigentext.

Google formuliert den Nutzen ungewöhnlich direkt: „Mit zusätzlichen Assets lassen sich im Vergleich zur Verbesserung der Anzeigenposition also häufig mehr Klicks zu einem geringeren Preis erzielen” (Google Ads Hilfe, abgerufen 11.08.2026).

Info

Zu den Prozentzahlen, die dir begegnen werden. In vielen Ratgebern steht, Sitelinks brächten „10 bis 15 Prozent mehr Klickrate”.

In der offiziellen Google-Hilfe zu Assets steht keine einzige solche Prozentangabe. Behandle diese Zahlen als Behauptung ohne offengelegte Erhebung.

Wichtiger als jede Prozentzahl ist die Auslieferungsbedingung. Google zeigt Assets nur, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Das Asset muss die Anzeigenleistung voraussichtlich verbessern, und: „Die Grenzwerte für Position und Anzeigenrang sind erreicht.”

Daraus folgt etwas Praktisches. Ein angelegtes Asset ist kein ausgeliefertes Asset.

Wenn deine Kampagne selten in oberer Position erscheint, siehst du deine Sitelinks kaum. Ob das bei dir so ist, liest du an der Kennzahl „Impr. (obere Position) %” ab.

Google beschreibt sie als Angabe darüber, „wie viel Prozent der Anzeigenimpressionen im Suchnetzwerk mit Anzeigen in direkter Nähe zu den Suchergebnissen erzielt wurden”. Diese Kennzahl brauchst du gleich noch einmal.

Asset-Typen für Suchkampagnen: wofür sie taugen und wann sie zuerst dran sind
Asset Was es leistet Wann zuerst
Sitelinks Mehrere Einstiegspunkte, mehr Fläche ✅ Immer. Der Grundstock jeder Suchkampagne
Zusatzinformationen Kurze Nutzenpunkte ohne eigene Zielseite ✅ Immer. Nimmt die Argumente auf, die im Titel keinen Platz haben
Snippets Aufzählung deines Leistungsspektrums 📌 Wenn du mehrere Kategorien oder Marken führst
Anruf-Asset Klickbare Rufnummer, vor allem mobil 📌 Wenn Anrufe für dich eine echte Conversion sind
Preis- und Angebots-Assets Zahlen direkt in der Anzeige 🚩 Erst wenn Preise stabil sind, sonst Pflegeaufwand

Ein Sonderfall sind die automatisch erstellten Assets. Google ergänzt Anzeigen eigenständig um Bausteine, die es aus deiner Website zieht.

Das kann die Klickrate heben und gleichzeitig dein Versprechen verwässern, wenn die Website etwas anderes sagt als die Anzeige. Prüf deshalb regelmäßig, was dort ausgespielt wird. Hintergründe dazu stehen im Ratgeber zu den automatisch erstellten Assets.

Der vierte Hebel bleibt Kosmetik. Angezeigte Pfade, Groß- und Kleinschreibung, ein Ausrufezeichen: Das sind Feinheiten für den Tag, an dem die ersten drei Hebel wirklich stehen. Eine kompakte Sammlung solcher Kniffe findest du im Ratgeber mit den Tricks zur Steigerung der Google Ads CTR.

06 ·

Wann eine hohe Klickrate schädlich ist

Bis hierhin las sich alles wie ein Optimierungsauftrag. Jetzt kommt die Gegenrichtung, und sie ist der eigentliche Kern dieser Lektion.

Amy Hebdon bringt es in Search Engine Land auf einen Satz: „Qualifying the click is better than winning it” (30.01.2024). Frei übertragen: Den Klick vorzuqualifizieren ist mehr wert, als ihn zu gewinnen.

Ihre Begründung ist mechanisch. Sie schreibt, die Klickrate sei „no longer the measurement of ad relevance and quality it once was”, weil aufgeweichte Keyword-Optionen und weite Standortziele Impressionen erzeugen, die mit deinem Angebot nichts zu tun haben.

Vier Konstellationen, in denen eine steigende Klickrate teuer wird:

Vier Fälle, in denen eine hohe Klickrate Geld verbrennt
Fall Was in der Anzeige steht Was danach passiert
Neugier statt Kaufabsicht „Was kostet ein neues Bad wirklich?” 🚩 Viele Klicks von Leuten in der Informationsphase, kaum Anfragen
Preis verschwiegen Kein Preis, kein Mindestauftragswert 🚩 Auch alle klicken, die dein Angebot nie bezahlen würden
Zu weit gefasstes Versprechen „Alles rund ums Fenster” 🚩 Klicks für Leistungen, die du gar nicht anbietest
Rabatt als Hook „Jetzt 30 % sparen” 🚩 Zieht Preisjäger an, senkt die Abschlussqualität dauerhaft

Allen vier Fällen ist eines gemeinsam. Die Klickrate steigt, weil die Anzeige weniger aussagt, nicht weil sie besser passt.

Die Gegenprobe ist einfach. Frag dich bei jeder Formulierung, die du einbaust, ob sie jemanden vom Klicken abhält, der ohnehin nicht gekauft hätte.

💡 Praxis-Tipp

Bau bewusst einen Qualifizierer in deine Anzeige ein und miss den Effekt. Geeignet sind Preisuntergrenzen, Mindestmengen, Einzugsgebiete oder Zielgruppen.

Beispiele: „ab 8.000 € Auftragswert”, „nur Großraum Stuttgart”, „für Betriebe ab 10 Mitarbeitern”.

Die Klickrate wird dabei fallen. Entscheidend ist, ob die Kosten pro Anfrage im selben Zeitraum ebenfalls fallen.

Genau deswegen ist die niedrige Klickrate manchmal das Ergebnis, das du wolltest. Sie zeigt, dass ein Teil der Suchenden vor dem Klick erkannt hat, dass er nicht gemeint ist.

Ein Nachsatz zur Fairness: Das gilt nicht überall. Wenn du für ein enges, kaufnahes Keyword auf oberer Position stehst und trotzdem kaum geklickt wirst, ist die Vorqualifizierung nicht die Erklärung. Dann passt schlicht die Anzeige nicht.

07 ·

Klickrate und Conversion-Rate zusammen lesen

Aus dem vorigen Abschnitt folgt eine Regel für den Alltag. Eine Klickrate ohne Conversion-Rate daneben lässt sich nicht bewerten.

Erst das Paar aus Klickrate und Conversion-Rate sagt dir, was in deiner Anzeigengruppe passiert. Vier Kombinationen sind möglich, und jede bedeutet etwas anderes.

Klickrate und Conversion-Rate: die vier Kombinationen

Verglichen wird immer gegen den eigenen Vormonat, nicht gegen fremde Werte (Stand 08/2026)

Klickrate hoch · Conversion-Rate hoch

Weiter so, Budget prüfen

Die Anzeige passt und die Klickenden meinen es ernst. Frag jetzt, ob dein Budget die Nachfrage überhaupt einkauft.

Klickrate hoch · Conversion-Rate niedrig

Der teure Fall

Die Anzeige zieht Klicks, die nicht kaufen wollen. Qualifizierer einbauen, Suchbegriffe prüfen, Zielseite gegenlesen.

Klickrate niedrig · Conversion-Rate hoch

Sauber vorqualifiziert

Wenige klicken, die aber richtig. Hier ist die niedrige Zahl kein Mangel, sondern das Ergebnis. Skalieren statt reparieren.

Klickrate niedrig · Conversion-Rate niedrig

Zurück zu Hebel 1

Weder Anzeige noch Angebot treffen. Prüf zuerst das Suchbegriff-Set, danach die Zielseite.

📌 Die Lesart: Nur ein Feld dieser Matrix ist eindeutig ein Problem, und es ist nicht das mit der niedrigen Klickrate.
Einordnung nach Amy Hebdon, Search Engine Land (30.01.2024), „Qualifying the click is better than winning it”. Darstellung und Handlungsempfehlungen: Ostend Digital, Stand 08/2026.

Schaubild: Die vier Kombinationen aus Klickrate und Conversion-Rate mit der jeweils passenden Reaktion – eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.

Eine Einschränkung gehört dazu, damit du dich nicht verrennst. Diese Matrix gilt auf Ebene von Keyword und Anzeigengruppe, wo unterschiedliche Suchanfragen und unterschiedliche Botschaften aufeinandertreffen.

Innerhalb einer einzigen Anzeigengruppe sieht die Sache anders aus. Dort bekommen alle Titel dieselben Suchanfragen ab, und eine schwache Klickrate ist dann tatsächlich ein Hinweis auf einen schwachen Aufhänger.

Deshalb lautet die Empfehlung auf Titel-Ebene umgekehrt: nicht skalieren, sondern den Aufhänger vereinfachen. Diese Bewertungsebene gehört zu Lektion 7.

Damit du überhaupt eine Conversion-Rate hast, muss die Messung stehen. Ohne sauber eingerichtetes Conversion-Tracking aus Lektion 14 bleibt dir nur die Klickrate, und die allein führt dich zuverlässig in die Irre.

08 ·

Warum ein CTR Benchmark nichts taugt

Irgendwann kommt die Frage: Was ist denn nun eine gute Klickrate? Die ehrliche Antwort ist unbefriedigend, aber sie spart dir viel Zeit.

Es gibt veröffentlichte Zahlen. Der jährliche Benchmark-Report von WordStream by LocaliQ nennt für den Zeitraum April 2025 bis März 2026 eine durchschnittliche Klickrate von 6,64 Prozent über 20 Branchen hinweg, mit einer Spanne von 5,56 Prozent bei Kfz-Werkstätten bis 12,75 Prozent bei Kultur und Unterhaltung.

Der Report selbst warnt vor der eigenen Zahl. Wörtlich heißt es dort: „Benchmark reports are exactly that: benchmarks. They’re not scorecards, and they don’t account for your specific brand, audience, goals, or tech stack.”

Es gibt ein zweites Problem, und das ist gravierender. Eine andere Erhebung misst dieselbe Kennzahl und kommt auf ganz andere Werte.

Zwei veröffentlichte Datensätze zur bezahlten Klickrate im Vergleich
Datensatz Basis Gemessene Klickrate
WordStream by LocaliQ, via Search Engine Journal (16.06.2026) Tausende Google- und Microsoft-Ads-Kampagnen, 20 Branchen, April 2025 bis März 2026 Ø 6,64 %, Spanne 5,56 bis 12,75 %
Seer Interactive, via Search Engine Land (24.04.2026) 53 Marken, 5,47 Mio. Anfragen, Januar 2025 bis Februar 2026 14,6 bis 16,2 % mit AI Overview, 21,8 bis 26 % ohne

Beide Erhebungen legen Stichprobe und Zeitraum offen, beide sind seriös gemacht, beide messen bezahlte Klickraten in weitgehend überlappenden Zeiträumen. Zwischen ihnen liegt trotzdem der Faktor zwei bis vier.

Der Grund ist keine Schlamperei, sondern die Konstruktion der Stichproben. Der eine Datensatz mischt Google- und Microsoft-Ads-Konten über 20 Branchen, der andere misst 53 einzelne Marken. Unterschiedliche Kontogrößen, Markenanteile und Auswertungsebenen reichen aus, um denselben Messwert um ein Vielfaches zu verschieben.

Info

Beide Datensätze sind US-lastig. Für den deutschen Markt liegt dieser Lektion keine vergleichbar transparente Erhebung vor, die Stichprobe und Erhebungszeitraum offenlegt.

Wenn dir eine Quelle deutsche Branchen-Klickraten ohne diese Angaben nennt, fehlt die Grundlage für jede Ableitung. Solche Tabellen bleiben in dieser Lektion bewusst außen vor.

Wogegen misst du dann? Gegen drei Bezugsgrößen, die alle in deinem eigenen Konto liegen.

Ein CTR Benchmark aus dem Netz kann keine dieser drei Fragen beantworten. Er kennt weder deinen Markenanteil noch deine Position noch dein Einzugsgebiet.

Experten-Tipp aus der Agentur

Segmentiere jede Klickrate, bevor du sie beurteilst. Zuerst nach Netzwerk, dann nach Gerät.

Der Grund für das Netzwerk zuerst: Ist in deiner Kampagne die Auslieferung im Suchnetzwerk für Partner aktiv, steckt sie in der Kampagnenzahl mit drin. Deren Klickraten liegen auf einem anderen Niveau als die der Google-Suche und ziehen deinen Durchschnitt in eine Richtung, die du nicht steuerst.

Beim Gerät ist es dasselbe Spiel. Mobil und Desktop bekommen unterschiedlich viele Anzeigen und unterschiedlich viel Bildschirm.

Jetzt der Teil, den kaum jemand macht: Wenn die Gesamtzahl sich bewegt, aber kein einziges Segment sich bewegt, hast du kein Leistungsproblem. Dann hat sich nur der Mix verschoben, etwa weil mehr Traffic mobil kam.

Schreib dir vor jeder Optimierung die Segmentwerte auf. Ohne diese Notiz kannst du hinterher nicht unterscheiden, ob deine Änderung gewirkt hat oder ob sich nur die Zusammensetzung geändert hat.

PC
Pascal Cabitza
Geschäftsführer Ostend Digital · Google Partner

09 ·

Was AI Overviews verändern

Seit Google KI-Zusammenfassungen über den Suchergebnissen ausspielt, hat sich das Layout vieler Ergebnisseiten verschoben. Die Frage, was das mit deiner Klickrate macht, wird gerade sehr laut und sehr unsauber diskutiert.

Es gibt eine Erhebung mit offengelegter Basis. Seer Interactive hat 53 Marken, 5,47 Millionen Anfragen und 2,43 Milliarden Impressionen zwischen Januar 2025 und Februar 2026 ausgewertet, berichtet von Search Engine Land am 24.04.2026.

Der Befund für bezahlte Anzeigen lautet dort wörtlich: „Paid search is far more stable. When Google showed an AI Overview, paid CTR rose slightly from 14.6% to 16.2%. When it didn’t, CTR fell from 26% to 21.8%.”

Info

Nimm daraus die Richtung, nicht die Höhe. Die absoluten Werte dieser Erhebung liegen weit über allem, was ein typisches KMU-Konto misst.

Die untersuchten Konten sind größere Marken mit hohem Markensuchanteil. Als Zielwert taugen 26 Prozent für dich nicht, als Beobachtung über die Bewegungsrichtung schon.

Drei nüchterne Schlüsse für deine Arbeit:

Panik ist an dieser Stelle unangebracht. Wer seine Klickrate ohnehin segmentiert und gegen die eigene Historie liest, merkt eine Layout-Verschiebung an der richtigen Stelle: in der Zeitreihe, nicht im Benchmark.

10 ·

Prüfroutine: die Klickrate fällt

Irgendwann meldet dir das Konto eine Klickrate, die deutlich unter der letzten Woche liegt. Dann zählt, in welcher Reihenfolge du nachsiehst.

Wer die CTR verbessern will, folgt dabei der Wahrscheinlichkeit und nicht der Bequemlichkeit. Der Anzeigentext ist die Stelle, an der die meisten zuerst schrauben, und die unwahrscheinlichste Ursache.

💡 Praxis-Tipp

Fang bei dir selbst an. Der Adalysis-Blog rät, zuerst das Naheliegende zu prüfen: “Targeting changes, New ads, Budget changes, Organizational changes”.

An eigene Änderungen erinnerst du dich meist. Und sie sind laut derselben Quelle oft miteinander verwoben, wirken also an mehreren Stellen gleichzeitig.

Prüfreihenfolge bei fallender Klickrate (Reihenfolge: eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026; Schritt 1 nach Adalysis, Position und Assets nach Google Ads Hilfe)
Schritt Wo du nachsiehst Was du suchst
1. Eigene Änderungen Änderungsverlauf des Kontos Neue Anzeigen, geändertes Targeting, Budget- oder Strukturänderungen im fraglichen Zeitraum
2. Suchbegriffe Suchbegriffsbericht, zwei Zeiträume nebeneinander Neue Begriffe, die vorher nicht auftauchten. Verschiebt sich das Anfrage-Spektrum, sinkt die Klickrate, ohne dass du etwas falsch gemacht hast
3. Position Anteil an Impressionen in oberer Position, entgangener Impressionsanteil durch Rang Rangverlust. Steht deine Anzeige tiefer, sinkt die Klickrate und deine Assets werden seltener ausgeliefert
4. Assets Asset-Berichte der Kampagne Abgelehnte oder ausgesetzte Assets, weggefallene Sitelinks
5. Anzeigentext Anzeigenebene Zuletzt: Hat sich am Text etwas geändert, läuft ein Test, hat sich die Rotation verschoben

Zwei Dinge prüfst du dabei nie isoliert. Erstens die Datenmenge: Bei kleinen Konten schwankt eine Wochen-Klickrate schon durch wenige Impressionen mehr oder weniger.

Zweitens die Conversion-Rate daneben. Fällt die Klickrate und die Conversion-Rate steigt, hat sich womöglich nur dein Anfrage-Spektrum bereinigt.

💡 Merke

Eine gefallene Klickrate ist erst dann ein Problem, wenn auch die Anfragen zurückgehen.

Alles andere ist eine Verschiebung, die du verstehen, aber nicht zwingend reparieren musst.

11 ·

📌 Das Wichtigste in 30 Sekunden

Die Klickrate in 30 Sekunden:

  • Die Klickrate ist eine Diagnose, kein Geschäftsziel. Sie sagt dir, ob Anzeige und Suchanfrage zusammenpassen, nicht ob du verdienst
  • Wenn du die CTR verbessern willst, wirken die vier Hebel sehr unterschiedlich stark. Übereinstimmung mit der Suchanfrage schlägt Anzeigentext, Anzeigentext schlägt Assets, Assets schlagen Kosmetik
  • Assets sind der am meisten unterschätzte Hebel und wirken doppelt: mehr Fläche in der Anzeige und ein Beitrag zum Anzeigenrang
  • Eine hohe Klickrate kann schädlich sein. Wenn Neugier klickt statt Kaufabsicht, zahlst du für Besuche, die nie zu Anfragen werden
  • Klickrate und Conversion-Rate liest du zusammen. Eine Zahl allein ist nicht interpretierbar
  • Branchen-Benchmarks taugen nicht als Zielwert. Zwei offengelegte Datensätze liefern für dieselbe Kennzahl Werte, die um den Faktor zwei bis vier auseinanderliegen
  • Wenn die Klickrate fällt, prüfst du in dieser Reihenfolge: eigene Änderungen, Suchbegriffe, Position, Assets, zuletzt der Text

12 ·

Selbstcheck

Was misst die Klickrate genau, und was bewirkt sie in der Auktion?

Sie misst, wie viele Menschen auf deine Anzeige klicken, gemessen an denen, die sie gesehen haben: Klicks geteilt durch Impressionen.

Wer die Anzeigenrelevanz steigern will, arbeitet deshalb an beiden Zahlen zugleich: mehr Klicks durch eine passendere Anzeige, weniger Impressionen durch weniger unpassende Suchanfragen. In der Auktion wirkt die Klickrate indirekt: Sie fließt in die voraussichtliche Klickrate deines Keywords ein, und die ist Bestandteil des Anzeigenrangs – es zählt also die Prognose, nicht dein historischer Wert allein.

Deshalb verbessert eine bessere Übereinstimmung zwischen Suchanfrage und Anzeige beides gleichzeitig: die gemessene Klickrate und deine Position.

Deine Klickrate ist zu niedrig. Wo setzt du zuerst an – und wo zuletzt?

Zuerst bei der Übereinstimmung mit der Suchanfrage. Wenn deine Anzeige für Anfragen erscheint, die nicht zu deinem Angebot passen, hilft kein Anzeigentext der Welt.

Danach kommen Anzeigentext und Assets. Assets werden dabei am häufigsten übersehen, obwohl sie Fläche schaffen und zum Anzeigenrang beitragen.

Zuletzt die Kosmetik: Pfade, Satzzeichen, Großschreibung. Das ist der Hebel, an dem am meisten geschraubt und am wenigsten bewegt wird.

Deine Klickrate ist von 5 auf 9 Prozent gestiegen, die Zahl der Anfragen ist gleich geblieben. Ein Erfolg?

Nein, das ist ein Warnsignal. Du zahlst jetzt für deutlich mehr Klicks und bekommst dasselbe Geschäft – deine Kosten pro Anfrage sind also gestiegen.

Typische Ursache ist eine Anzeige, die Neugier weckt statt vorzuqualifizieren: eine Preisangabe ist verschwunden, eine Einschränkung fehlt, oder das Angebot klingt breiter als es ist.

Prüf deshalb bei jeder Klickraten-Steigerung, was die Conversion-Rate danebenmacht. Steigt die Klickrate und fällt die Conversion-Rate, hast du Reichweite gekauft, keine Kunden.

Montagmorgen: Die Klickrate der letzten Woche liegt zwei Punkte unter der Vorwoche. Was tust du?

Zuerst in den Änderungsverlauf sehen. Neue Anzeigen, geändertes Targeting, ein Budgetsprung oder eine Strukturänderung erklären die meisten Ausschläge – und an eigene Änderungen erinnert man sich.

Danach den Suchbegriffsbericht über beide Zeiträume vergleichen, dann Position und entgangenen Impressionsanteil, dann die Assets auf Ablehnungen prüfen.

Erst ganz zuletzt den Anzeigentext. Und bevor du überhaupt etwas änderst: Sind die Anfragen zurückgegangen? Wenn nein, hat sich vermutlich nur dein Anfrage-Spektrum verschoben.

← Zurück · Lektion 15
Gebotsstrategien
(erscheint in Kürze)
Weiter · Lektion 17 →
Zielgruppen und Assets
(erscheint in Kürze)

Alle Lektionen im Überblick findest du auf der Kursseite zum Google-Ads-Kurs.

Quellen und Stand (7 Einträge)
  1. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Klickrate (CTR) (answer/2615875, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Definition und Berechnung der Klickrate als Klicks geteilt durch Impressionen.
  2. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Anzeigenrang (answer/1722122, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: die sechs Faktoren des Anzeigenrangs – darunter Anzeigen-Assets als eigenständiger Faktor neben der Anzeigenqualität.
  3. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Informationen zu Assets (answer/7331111, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: Nutzen und Auslieferungslogik von Anzeigen-Assets.
  4. Google-offiziell: Google Ads Hilfe – Messwerte zum Anteil an möglichen Impressionen und zur Position (answer/7501826, DE, abgerufen 11.08.2026). Belegt: die Positions-Messwerte, die die abgeschaffte durchschnittliche Position ersetzen.
  5. Fachpresse mit offengelegter Basis: Brooke Osmundson, Search Engine Journal – “What Are Good Google Ads Benchmarks In 2026? [STUDY]” (aktualisiert 16.06.2026, abgerufen 11.08.2026), auf Basis des zehnten jährlichen Benchmark-Reports von WordStream by LocaliQ. Offengelegt: Daten aus tausenden Google- und Microsoft-Ads-Kampagnen über 20 Branchen, Erhebungszeitraum April 2025 bis März 2026. Übernommen wurde vor allem der Warnsatz der Quelle selbst, dass Benchmarks keine universellen Ziele sind. Einschränkung: US-lastig und über zwei Werbeplattformen gemischt.
  6. Fachpresse mit offengelegter Basis: Danny Goodwin, Search Engine Land – “Google AI Overviews CTR shows early signs of recovery: Study” (24.04.2026, abgerufen 11.08.2026), auf Basis einer Auswertung von Seer Interactive über 53 Marken, 5,47 Millionen Anfragen und 2,43 Milliarden Impressionen von Januar 2025 bis Februar 2026. Belegt: die Richtung der Veränderung bei bezahlten Klickraten mit und ohne AI Overview. Verwendet als Richtungsangabe, nicht als Zielwert.
  7. Praktiker-Quelle: Adalysis-Blog – “KPI monitoring & diagnosis: why does your CTR change over time?” sowie “PPC & KPI monitoring: lost impression share by rank” (beide abgerufen 11.08.2026). Belegt: die Prüfreihenfolge bei veränderter Klickrate und der Zusammenhang zwischen Rangverlust, Anteil oberer Positionen und gemessener Klickrate.

Bewusst nicht als Zielwert verwendet: sämtliche Branchen-Durchschnitte für die Klickrate. Zwei Datensätze mit offengelegter Methode liefern für dieselbe Kennzahl Werte, die um den Faktor zwei bis vier auseinanderliegen – was gegen die Aussagekraft eines einzelnen Vergleichswerts spricht, nicht gegen die Datensätze. Nicht übernommen wurden außerdem alle kursierenden Klickraten-Benchmarks ohne offengelegte Stichprobe und ohne Erhebungszeitraum.

Mehr Klicks sind nicht das Ziel

Wir sehen uns an, ob deine Klickrate ein Problem beschreibt oder eine saubere Vorqualifizierung – und woran dein Konto tatsächlich hängt.

Zur Performance-Marketing-Betreuung →