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Google Ads Kurs · Modul 2: Die erste Kampagne · Lektion 6 von 18

33 %

Bis hierhin hast du Struktur geplant und Keywords recherchiert. Jetzt wird geklickt: In dieser Lektion legst du deine erste Kampagne an – Schritt für Schritt durch den offiziellen Setup-Flow.

Eine Google Ads Kampagne erstellen ist 2026 kein Technik-Problem mehr. Das Interface führt dich durch. Das eigentliche Problem: In fast jedem Schritt ist etwas voreingestellt, das Google nützt und dich Geld kostet.

Deshalb liest du diese Lektion am besten mit offenem Google-Ads-Konto daneben. Wir gehen jeden Schritt durch: was Google voreinstellt, was du umstellst – und warum.

Kurzantwort

Wie kannst du eine Google Ads Kampagne erstellen?

Eine Google Ads Kampagne erstellen läuft 2026 in sechs Schritten: Zielvorhaben und Kampagnentyp wählen, Gebotsstrategie festlegen, Kampagneneinstellungen korrigieren, Anzeigengruppe mit Keywords füllen, Anzeige schreiben, Budget setzen und pausiert veröffentlichen. Der Haken: Mehrere Voreinstellungen streuen dein Budget breiter, als du willst – von Suchnetzwerk-Partnern über die Standortoption “Präsenz oder Interesse” bis zu den AI-Max-Haken “Textanpassung” und “Erweiterung der finalen URL”.

📌 Für wen ist das relevant: Für alle, die ihre erste Google Ads Kampagne einrichten und dabei keine der teuren Voreinstellungs-Fallen mitnehmen wollen.

  • Tracking kommt VOR dem Launch: Neu angelegte Conversion-Aktionen brauchen bis zu 48 Stunden, bis sie zuverlässig erfassen
  • Die Kampagne wird komplett pausiert gebaut – Google prüft auch pausierte Anzeigen, es fließt kein Cent vor deinem letzten Check
  • Die AI-Max-Haken “Textanpassung” und “Erweiterung der finalen URL” sind standardmäßig aktiv – für die erste Kampagne nimmst du beide raus

Das lernst du in dieser Lektion

Du kannst eine Suchkampagne in den sechs offiziellen Setup-Schritten anlegen, ohne dich im Interface zu verlaufen.

Du kennst jede Voreinstellung, die Google zu seinen Gunsten setzt – und stellst sie vor dem Launch um.

Du kannst die Gebotsfrage – Smart Bidding oder manuell – für deine Ausgangslage bewusst entscheiden statt raten.

Du weißt, was du in der ersten Woche nach dem Launch prüfst – und was du bewusst in Ruhe lässt.

Inhalt

01 ·

Bevor du klickst: Tracking zuerst

Google Ads einrichten beginnt nicht im Kampagnen-Dialog, sondern beim Conversion-Tracking. Der Grund ist technisch, nicht pädagogisch.

Erstens braucht Smart Bidding Conversion-Daten als Optimierungsziel – ohne Tracking optimiert “Conversions maximieren” ins Leere. Zweitens brauchen neu angelegte Conversion-Aktionen laut Google bis zu 48 Stunden, bis sie zuverlässig erfassen.

Wer das Tracking erst nach dem Launch anlegt, verbrennt also die ersten Tage Daten. Genau die Tage, in denen die Gebotsstrategie ihre ersten Signale sammelt. Wie du Conversion-Aktionen anlegst, zeigt der Guide zum Google Ads Conversion Tracking.

Der zweite Vorbereitungs-Punkt ist unbekannter: die Conversion-Zielvorhaben. Google gruppiert deine Conversion-Aktionen in Zielvorhaben wie “Kontakt” oder “Kauf” – und Zielvorhaben mit “Kontostandard”-Flag steuern automatisch das Bidding ALLER Kampagnen.

💡 Praxis-Tipp

Prüfe vor dem Setup unter “Zielvorhaben”, welche Conversion-Aktionen als primär markiert sind. Nur primäre Aktionen zählen in der “Conversions”-Spalte und steuern das Smart Bidding.

Die typische Falle: automatisch importierte GA4-Ziele, die faktisch nur Seitenaufrufe messen. Optimiert Google darauf, sieht die Kampagne erfolgreich aus, liefert aber keine Leads.

Regel: Genau EIN echtes Geschäftsziel (Anfrage, Anruf, Kauf) als primär – alles andere auf sekundär.

Steht das Tracking, kann das eigentliche Setup beginnen. Und zwar mit einem Grundsatz, der sich durch die ganze Lektion zieht: Die Kampagne wird komplett pausiert gebaut und erst nach dem letzten Check aktiviert. Warum das funktioniert, siehst du in Schritt 6.

02 ·

Google Ads Kampagne erstellen: die sechs Schritte im Überblick

Wenn du zum ersten Mal eine Suchkampagne erstellen willst, hilft ein Blick auf den Gesamtablauf, bevor du in die Details gehst. Der offizielle Setup-Flow führt dich durch sechs Stationen:

Die sechs Setup-Schritte einer Suchkampagne

Ablauf nach Google Ads Hilfe (Stand 08/2026) – mit den Fallen pro Schritt

1

Zielvorhaben & Kampagnentyp

“Leads” wählen, Typ “Suchnetzwerk” – und prüfen, welche Conversion-Ziele die Kampagne steuern.

2

Gebotsstrategie

Die umstrittenste Entscheidung des Setups: Smart Bidding ab Tag 1 oder erst manuell.

3

Kampagneneinstellungen

Netzwerke, Standorte, Sprachen, AI Max – hier sitzen die meisten Default-Fallen.

4

Anzeigengruppe & Keywords

Keywords eintragen – MIT Notation, sonst bucht Google “weitgehend passend”.

5

Anzeige (RSA)

Titel, Textzeilen, finale URL – das Handwerk dazu bekommt eine eigene Lektion.

6

Budget & Veröffentlichen

Tagesbudget = Monatsbudget ÷ 30,4 – und die Kampagne pausiert live nehmen.

📌 Google fasst Gebote und Kampagneneinstellungen im Interface auf einer Seite zusammen – didaktisch behandeln wir sie getrennt.
Ablauf nach Google Ads Hilfe (“Suchkampagne erstellen”, answer/9510373), Stand 08/2026 – eigene Darstellung, Ostend Digital.

Schaubild: Die sechs Setup-Schritte einer Google Ads Suchkampagne mit der jeweils wichtigsten Entscheidung pro Schritt – eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.

Der Einstieg ins Setup ist immer gleich: Im Konto auf das Kampagnen-Symbol klicken, dann auf das Pluszeichen und “Neue Kampagne” wählen. Die genauen Labels können je nach Konto-Version leicht abweichen – Google rollt Interface-Änderungen schrittweise aus, sieh im Zweifel in deinem eigenen Konto nach.

03 ·

Schritt 1: Zielvorhaben, Kampagnentyp und Name

Google fragt zuerst nach dem Zielvorhaben: “Umsätze”, “Leads”, “Zugriffe auf die Website” – oder “Kampagne ohne Zielvorhaben erstellen”. Für die meisten KMU mit Anfrage-Geschäft ist “Leads” die richtige Wahl.

Wichtiger als das Label ist, was die Wahl auslöst: Google ordnet der Kampagne die zum Ziel passenden Conversion-Zielvorhaben zu. Genau hier kontrollierst du, worauf die Kampagne später bietet.

Info

Kontostandard oder kampagnenspezifisch: Standardmäßig übernimmt jede neue Kampagne alle Zielvorhaben mit “Kontostandard”-Flag.

Du kannst stattdessen kampagnenspezifische Zielvorhaben setzen – Googles eigenes Beispiel: Das Konto misst “Kauf” und “In den Warenkorb”, die Kampagne soll aber nur auf “Kauf” bieten.

Für deine erste Kampagne reicht die Kontrolle aus Lektions-Abschnitt 01: ein echtes Geschäftsziel als primär, der Rest sekundär.

Als Kampagnentyp wählst du “Suchnetzwerk”. Die Google Ads Suchkampagne zeigt Textanzeigen direkt in den Suchergebnissen – also genau dort, wo jemand aktiv nach deiner Leistung sucht. Was die anderen Kampagnentypen leisten, hast du im Google-Ads-Grundlagen-Guide gesehen.

Zum Schluss der Kampagnenname. Nutze das Schema aus der Struktur-Lektion: Suche | NonBrand | Thema | DE. Google ist der Name egal – deinem Reporting in sechs Monaten nicht.

04 ·

Schritt 2: Gebotsstrategie – die ehrliche Kontroverse

Je nach Zielvorhaben schlägt Google eine Gebotsstrategie vor: bei “Leads” den Fokus “Conversions”, bei Traffic-Zielen “Klicks”. Ob du dem Vorschlag folgst, ist die umstrittenste Frage des gesamten Setups – und wir zeigen dir beide Lager ehrlich.

Denn anders als bei den Default-Fallen gibt es hier keinen Praktiker-Konsens. Es gibt zwei Positionen, die dieselben Fakten akzeptieren und entgegengesetzte Schlüsse ziehen:

Suchkampagne erstellen: die Gebots-Kontroverse im Vergleich (Stand 08/2026)
Lager 1: Smart Bidding ab Tag 1 Lager 2: erst manuell, dann automatisieren
Empfehlung “Conversions maximieren” von Anfang an – auch ohne Conversion-Historie Manueller CPC (oder “Klicks maximieren” als Kickstart), Wechsel auf Smart Bidding ab ~50 Conversions
Vertreten von Jyll Saskin Gales (Ex-Google), sinngemäß: Manueller CPC jagt nur billige Klicks – das Ziel sind Conversions Dennis Moons (Store Growers), Seokratie für DACH-Kleinbudgets
Kernargument Auch ohne Historie nutzt der Algorithmus breite Signale (Intent, Gerät, Uhrzeit) – manuell optimierst du auf das falsche Ziel Smart Bidding ohne Daten ist eine teure Blackbox-Lernphase; bei 500-1.500 € Monatsbudget kann eine volatile Lernphase von 2-6 Wochen das halbe Quartalsbudget kosten
Voraussetzung Sauberes Conversion-Tracking und ein realistisches Budget Zeit: Wer manuell startet, muss Gebote regelmäßig selbst prüfen und nachziehen

Was beide Lager teilen, ist wichtiger als ihr Streit:

💡 Merke

Die rote Linie beider Lager: NIE weitgehend passende Keywords mit manuellem CPC kombinieren. Broad Match ohne Smart Bidding matcht auf entfernt verwandte Suchanfragen, ohne dass ein Algorithmus die Gebote dämpft.

Diese Kombination gilt praktikerübergreifend als häufigste Ursache für verschwendetes Einsteiger-Budget. Egal für welches Lager du dich entscheidest – diese Regel gilt immer.

Unsere Einordnung als Empfehlung, nicht als Naturgesetz: Wer nicht täglich ins Konto schaut, fährt mit “Conversions maximieren” plus sauberem Tracking und realistischem Budget robuster. Der Algorithmus arbeitet auch nachts und am Wochenende – ein unbetreutes manuelles Setup tut das nicht.

Wer dagegen täglich reinschaut, Kontrolle will und die Klickpreise seiner Branche erst kennenlernen möchte, kann manuell starten. Dann aber konsequent: mit genau passenden und Wortgruppen-Keywords, nie mit weitgehend passenden.

05 ·

Schritt 3: Einstellungen – hier sitzen die Default-Fallen

Jetzt kommt der wichtigste Abschnitt der Lektion. Wenn du deine Google Ads Kampagne einrichten willst, ohne Budget zu verstreuen, entscheidet sich das genau hier – in den Kampagneneinstellungen.

Das Muster ist immer gleich: Google stellt die Variante voreingestellt, die deine Reichweite (und Googles Umsatz) maximiert. Du stellst auf die Variante um, die dein Budget auf kaufbereite Suchende konzentriert.

Google Ads Suchkampagne: was Google voreinstellt – und was du für den Start umstellst

Default-Fallen im Setup-Flow, Zielgruppe 500-3.000 € Monatsbudget (Stand 08/2026)

Google stellt ein

“Suchnetzwerk-Partner einbeziehen” – Haken gesetzt (Google-belegt)

Du stellst um

Haken entfernen – bei kleinem Budget zuerst nur Google-Suche

Google stellt ein

Displaynetzwerk – Haken-Status im Setup prüfen (Default nicht offiziell belegt)

Du stellst um

Haken entfernen – Display erreicht keine aktiv Suchenden

Google stellt ein

Standortoption “Präsenz oder Interesse” – als “empfohlen” markiert (Google-belegt)

Du stellst um

Auf “Präsenz” umstellen – nur Nutzer, die sich im Zielgebiet befinden

Google stellt ein

AI Max: “Textanpassung” + “Erweiterung der finalen URL” aktiviert (Google-belegt)

Du stellst um

Textanpassung deaktivieren – die URL-Erweiterung schaltet sich damit automatisch mit ab

Google stellt ein

Keyword ohne Notation = “weitgehend passend” (Google-belegt) + Kampagnen-Einstellung “Weitgehend passende Keywords” (Default unbestätigt – im Konto prüfen)

Du stellst um

“Keyword-Optionen verwenden” wählen und Keywords mit Notation eintragen: “Wortgruppe”, [genau passend]

Google stellt ein

Werbezeitplaner “Ganztägig”, in der Praxis sofortiger Start ohne Enddatum

Für den Start ok

So lassen – Zeitfenster erst einschränken, wenn eigene Daten zeigen, wann nichts konvertiert

📌 Nicht jeder Default ist eine Falle – der Werbezeitplaner bleibt beim Start unangetastet.

Quellen: Google Ads Hilfe (answer/1722047, 1722038, 7478529, 13389795, 16738708, 16230205), Stand 08/2026. Displaynetzwerk- und Broad-Kampagnen-Default sind offiziell nicht beziffert – sieh im eigenen Konto nach. Eigene Darstellung, Ostend Digital.

Schaubild: Die Default-Fallen beim Setup einer Google Ads Suchkampagne und die jeweilige Korrektur – eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.

Drei dieser Fallen verdienen mehr als eine Schaubild-Zeile.

Die Netzwerk-Haken: Suchnetzwerk-Partner und Display

Google schreibt es selbst: “Wenn Sie eine Suchkampagne erstellen, sind Suchnetzwerk-Partner standardmäßig eingeschlossen.” Deine Anzeigen laufen dann auch auf Partner-Websites außerhalb der Google-Suche.

Die Datenlage dazu ist differenziert. Adalysis (Brad Geddes) zeigt: Partner-Traffic hat meist deutlich niedrigere Klick- und Conversion-Raten – in einem dokumentierten Extremfall kostete eine Conversion auf Partner-Seiten 185 $ gegenüber 11 $ in der Google-Suche. Im selben Artikel steht aber auch ein Konto, das auf Partnern besser lief.

Die Faustregel der Praktiker passt exakt auf deine Budgetklasse: Bei kleinen Budgets, die ohnehin nicht alle Google-Suchanfragen bedienen können, Partner deaktivieren. Knappes Budget gehört zuerst in die stärkste Quelle. Später kannst du das mit eigenen Daten neu bewerten – segmentiere die Kampagne dafür nach Netzwerk.

Zwei Ergänzungen: Die niedrige Partner-CTR verwässert übrigens NICHT deinen Qualitätsfaktor – der berechnet sich nur aus der Google-Suche. Und der Display-Haken ist unter Praktikern noch eindeutiger: Für Lead-Gen-KMU raten Praktiker einhellig ab, denn Display erreicht keine aktive Suchintention.

Die Standort-Falle: “Präsenz oder Interesse”

Der Default bei den Standorten heißt “Präsenz oder Interesse” – und erreicht auch Nutzer AUSSERHALB deiner Zielregion, die nur Interesse an ihr gezeigt haben. Google markiert diese Option sogar als “empfohlen”.

Wie teuer das werden kann, zeigt ein dokumentierter Fall der UK-Agentur Pledge Consultancy (Februar 2025): Ein kleiner Onlineshop mit UK-Targeting gab rund 120 £ pro Monat für Klicks aus Indien, Pakistan, Australien und Vietnam aus – Länder, in die er gar nicht liefert. Über zwölf Monate summierte sich das auf mehrere hundert Pfund. Ein Einzelfall, aber ein exemplarischer.

💡 Praxis-Tipp

So stellst du um und so prüfst du nach: Die Umstellung versteckt sich unter “Standorte” hinter dem aufklappbaren Punkt “Standortoptionen” – dort “Präsenz” wählen.

Ob die Falle bei einer laufenden Kampagne zuschlägt, verrät der Bericht “Übereinstimmende Standorte”: Er zeigt, aus welchen Regionen deine Klicks wirklich kamen.

Fairerweise: Für Tourismus, Umzugsdienste oder Geschenkversand ins Zielgebiet ist “Präsenz oder Interesse” die richtige Option. Die Falle ist der Default, nicht die Option selbst.

Sprachen: kein hartes Gate

Beim Sprach-Targeting wählst du für den deutschen Markt “Deutsch”. Wichtig zu wissen: Google erkennt die Sprache nicht nur über Browsereinstellungen, sondern über Suchsprache, Nutzereinstellungen und KI-Signale.

Sprach-Targeting ist damit kein hartes Übersetzungs-Gate – mehrsprachige Nutzer können deine Anzeige auch bei anderen Einstellungen sehen. Für den Start ist das kein Problem, nur kein Grund für falsche Präzisions-Erwartungen.

06 ·

Die AI-Max-Seite: zwei Haken, die du kennen musst

Seit dem Rollout 2025 enthält der Setup-Flow eine eigene Seite mit AI-Max-Einstellungen – und die ist der Grund, warum viele ältere Anleitungen dich im Stich lassen. Kaum ein deutscher Ratgeber erklärt diese Seite bisher.

AI Max ist kein eigener Kampagnentyp, sondern eine Optimierungsebene über deiner Suchkampagne mit drei Bausteinen: “Suchanfragen-Abgleich” (keywordähnliche KI-Ausweitung), “Textanpassung” und “Erweiterung der finalen URL”. Die Details zur Funktionsweise findest du im Artikel zu AI Max in Google Ads – hier geht es nur um die Setup-Entscheidung.

Zwei der Bausteine sind standardmäßig aktiviert, und beide greifen tief in deine Kampagne ein:

Die beiden Haken hängen zusammen: Die URL-Erweiterung setzt aktivierte Textanpassung voraus. Schaltest du die Textanpassung aus, geht die URL-Erweiterung automatisch mit aus – ein Klick erledigt beides.

Info

Die Pinning-Falle (Google-offiziell): Bei aktivierter URL-Erweiterung werden angepinnte Anzeigen-Elemente ignoriert, wenn Google eine “relevantere” URL wählt.

Google schreibt selbst: Wer aufs Anpinnen angewiesen ist – etwa wegen Pflichtangaben in regulierten Branchen – sollte die URL-Erweiterung nicht nutzen.

Der Praktiker-Konsens für deine Ausgangslage ist über alle Lager hinweg eindeutig: Für die erste Kampagne ohne Conversion-Historie beide Haken raus. Erst wenn dein Tracking sauber läuft, rund 30 Conversions pro Monat zusammenkommen und du Suchbegriffs- und Landingpage-Berichte wöchentlich liest, ist AI Max ein legitimer, bewusster Test.

Ehrlich bleibt die Frage, wie man SPÄTER damit umgeht – da ist die Praktiker-Welt gespalten:

07 ·

Schritt 4: Keywords – die doppelte Broad-Falle

Jetzt füllst du die Anzeigengruppe mit den Keywords aus deiner Recherche – wie du sie findest und bewertest, hast du in Lektion 5 mit dem Keyword Planner gelernt. Beim Eintragen gilt: ein Keyword pro Zeile, und die Notation entscheidet über die Keyword-Option.

Das ist die erste Ebene der Broad-Falle, und sie ist Google-offiziell belegt: Wer einfach Wörter eintippt, bucht unbemerkt weitgehend passende Keywords. Google matcht dann auch auf entfernt verwandte Suchanfragen.

Die zweite Ebene ist tückischer, weil sie auf Kampagnen-Ebene sitzt: die Einstellung “Weitgehend passende Keywords”. Ist sie aktiviert, wandelt Google ALLE Keywords der Kampagne in weitgehend passende um – auch die, die du sauber mit Klammern und Anführungszeichen notiert hast.

💡 Merke

Prüfe beide Broad-Ebenen getrennt. Ebene 1: Keywords immer mit Notation eintragen. Ebene 2: In den Kampagneneinstellungen muss “Keyword-Optionen verwenden” gewählt sein, nicht “Weitgehend passende Keywords”.

Ob Ebene 2 bei neuen Kampagnen vorausgewählt ist, bestätigt Google offiziell nicht – eine Drittquelle (traffic3) berichtet davon. Verlass dich nicht auf Berichte: Sieh in deinem eigenen Konto nach.

Die Kampagnen-Einstellung ist nur mit conversion-basiertem Smart Bidding verfügbar – was sie nicht harmloser macht. Für deine erste Kampagne gilt die Empfehlung aus Schritt 2: Wortgruppe und genau passend, Broad erst mit stabilen Conversion-Daten als bewusster Test.

08 ·

Schritt 5: Deine erste Anzeige in Kurzform

Ohne Anzeige keine Kampagne: Google verlangt mindestens eine responsive Suchanzeige (RSA) pro Anzeigengruppe. Du gibst die finale URL an, dazu Anzeigentitel und Textzeilen – Google kombiniert daraus die ausgespielte Anzeige.

Die formalen Anforderungen sind schnell erklärt:

RSA-Anforderungen beim Anlegen einer Suchkampagne (Google, Stand 08/2026)
Element Anzahl Zeichenlimit
Anzeigentitel 3 bis 15 (mindestens 3) max. 30 Zeichen
Textzeilen 2 bis 4 max. 90 Zeichen
Pfadfelder (angezeigte URL) optional, 2 max. 15 Zeichen je Pfad

Beim Speichern bewertet Google deine Anzeige mit der “Anzeigeneffektivität” auf der Skala Schlecht bis Sehr gut – anstreben solltest du mindestens “Gut”. Googles Klick-Versprechen dazu ist Eigenwerbung, aber die Skala ist ein brauchbarer erster Qualitätscheck.

So geht’s weiter

Das Anzeigen-Handwerk bekommt eine eigene Lektion. Wie du Titel schreibst, die klicken, wann Anpinnen sinnvoll ist und wie viele RSAs pro Anzeigengruppe – all das vertieft die nächste Lektion “Anzeigentexte (RSAs) schreiben”.

Für den Setup-Durchlauf reicht: mindestens 8 unterschiedliche Titel, 3 bis 4 Textzeilen, alle Zeichenlimits eingehalten, finale URL zeigt auf die passende Unterseite.

09 ·

Schritt 6: Budget festlegen und pausiert veröffentlichen

Google fragt im letzten Schritt nach dem Tagesbudget – und schlägt eigene Budgetoptionen vor. Übernimm die Vorschläge nicht ungeprüft, sondern rechne selbst. Die Umrechnung von deinem Monatsbudget:

Formel

Tagesbudget = Monatsbudget ÷ 30,4

Beispiel: 900 € Monatsbudget ÷ 30,4 = rund 30 € Tagesbudget. Der Faktor 30,4 ist Googles eigene Rechengröße: Das monatliche Ausgabenziel liegt beim 30,4-Fachen des durchschnittlichen Tagesbudgets.

An einzelnen Tagen darf Google mehr ausgeben als dein Tagesbudget – gedeckelt wird über das Monatsziel. Panik bei einem teuren Einzeltag ist also unnötig, solange der Monat im Rahmen bleibt.

Dazu die verbreitete Praktiker-Faustregel: Das Tagesbudget sollte mindestens das Fünffache deines Ziel-CPA betragen (CPA = Kosten pro Conversion), damit die Gebotsstrategie täglich genug Lernsignale bekommt. Was diese Regel leistet: Sie zeigt dir, ob Budget und Erwartung zusammenpassen. Was sie nicht leistet: Sie ist bei Kleinbudgets oft schlicht nicht erfüllbar.

Die ehrliche Rechnung: Bei 1.000 € Monatsbudget (rund 33 € pro Tag) müsste dein Ziel-CPA unter etwa 6,50 € liegen – unrealistisch für die meisten Dienstleistungs-Leads. Die Konsequenz ist nicht, das Budget schönzurechnen, sondern: eine einzige Kampagne fahren und dem System mehr Lernzeit geben. Realistische Klickpreise findest du im Google-Ads-Kosten-Guide, die Budget-Verteilung vertieft der Artikel zum Google-Ads-Budget planen.

Dann der letzte Klick: Die Überprüfen-Seite zeigt dir offene Probleme wie fehlende Abrechnungsdaten, fehlende Keywords oder ungültige URLs. Behebe sie – und veröffentliche die Kampagne. Aber eben pausiert.

Das funktioniert, weil Google offiziell bestätigt: Auch pausierte Anzeigen durchlaufen die Prüfung, in der Regel innerhalb eines Werktags. Du kannst also alles bauen, die Freigabe abwarten, jede Einstellung kontrollieren – und erst dann aktivieren, ohne dass vorher ein Cent fließt.

Experten-Tipp aus der Agentur

Bei uns geht keine neue Kampagne direkt live: Wir bauen grundsätzlich pausiert, warten die Anzeigenfreigabe ab und aktivieren erst nach einem letzten Settings-Check. Das kostet einen Tag und verhindert die teuersten Fehler.

Mein Rat für deinen Check: Mach ihn nicht im Setup-Dialog, sondern danach in den Kampagneneinstellungen. Dort siehst du alle Haken gesammelt an einem Ort – im Setup-Flow sind sie über mehrere Seiten verteilt.

Und leg dir für 24 Stunden nach der Aktivierung einen Kalender-Termin an: Suchbegriffe-Report und der Bericht “Übereinstimmende Standorte”. Diese zwei Berichte zeigen dir schwarz auf weiß, ob eine Voreinstellung durchgerutscht ist.

PC
Pascal Cabitza
Geschäftsführer Ostend Digital · Google Partner

10 ·

Die erste Woche nach dem Launch

Kampagne aktiviert – und jetzt? Die erste Woche hat einen klaren Auftrag, und der lautet NICHT “optimieren”. Der detaillierteste Praktiker-Fahrplan (GrowMyAds, März 2026) teilt sie so ein:

Prüfplan für die erste Woche nach dem Kampagnen-Launch (GrowMyAds, 03/2026)
Zeitraum Das prüfst du
Tag 1 Conversion-Tracking feuert nachweislich · alle Anzeigen genehmigt. “Nichts anderes zählt, wenn diese zwei Dinge nicht stimmen.”
Tage 2-3 Fließt das Tagesbudget? Kommen mindestens ~10 Klicks pro Tag? Suchbegriffe-Report täglich lesen, irrelevante Begriffe sofort ausschließen
Tage 4-7 Ab 50-100 Klicks: CTR-Check – 2 %+ anstreben, unter 1 % ist ein Warnsignal (branchenabhängige Faustregel). Erste 1-2 Conversions sind realistisch
Ausdrücklich NICHT bewerten Conversion-Rate und Kosten pro Conversion – dafür reichen die Daten noch nicht ansatzweise

Zwei Prüfungen ergänzt du aus dieser Lektion: Zieh den Bericht “Übereinstimmende Standorte” – kommt Spend von außerhalb deines Zielgebiets, ist die Standortoption falsch gesetzt. Und segmentiere die Kampagne nach Netzwerk – so siehst du, ob ein vergessener Haken bei Partnern oder Display Budget zieht.

💡 Merke

Woche 1 ist Monitoring, nicht Optimierung. Gebotsstrategie nicht wechseln, Anzeigentexte nicht umschreiben, Struktur nicht umbauen, Budget nicht auf Basis von 48-Stunden-Daten ändern.

Die einzige aktive Änderung der ersten Woche: auszuschließende Keywords aus dem Suchbegriffe-Report. Belastbare Optimierungs-Urteile sind laut Praktiker-Konsens frühestens nach rund 30 Tagen möglich.

Wer nach diesem Fahrplan arbeitet, kann jede weitere Google Ads Kampagne erstellen, ohne die Default-Fallen erneut nachschlagen zu müssen – der Check wird zur Routine. Google Ads einrichten heißt am Ende vor allem: Voreinstellungen bewusst korrigieren statt blind übernehmen.

💡 Recap

Google Ads Kampagne erstellen in 30 Sekunden:

  • Tracking vor Launch: Neue Conversion-Aktionen brauchen bis zu 48 Stunden – erst messen können, dann werben. Ein echtes Geschäftsziel als primäre Conversion, GA4-Müllziele auf sekundär
  • Sechs Schritte: Zielvorhaben und Typ → Gebotsstrategie → Kampagneneinstellungen → Anzeigengruppe und Keywords → Anzeige → Budget und Veröffentlichen
  • Default-Fallen umstellen: Suchnetzwerk-Partner raus, Display-Haken raus, Standortoption auf “Präsenz”, Keywords mit Notation, Kampagnen-Einstellung “Weitgehend passende Keywords” deaktivieren
  • AI-Max-Haken: “Textanpassung” und “Erweiterung der finalen URL” sind standardmäßig aktiv – Textanpassung aus schaltet beide ab. Erst mit sauberem Tracking und ~30 Conversions/Monat als bewussten Test erwägen
  • Gebots-Kontroverse: Smart Bidding ab Tag 1 (Gales) vs. manuell bis ~50 Conversions (Moons, Seokratie) – beide legitim, rote Linie beider Lager: nie Broad Match mit manuellem CPC
  • Pausiert bauen, dann launchen: Google prüft auch pausierte Anzeigen. Tagesbudget = Monatsbudget ÷ 30,4. Woche 1 ist Monitoring – einzige Änderung: auszuschließende Keywords

11 ·

Selbstcheck: kannst du das beantworten?

Du kannst nicht täglich ins Konto schauen und dein Tracking läuft sauber – welche Gebotsstrategie wählst du zum Start, und welche rote Linie gilt für beide Lager?

In dieser Situation spricht vieles für “Conversions maximieren”: Der Algorithmus arbeitet auch nachts und am Wochenende, während manuelle Gebote regelmäßige Pflege brauchen.

Die rote Linie, auf die sich beide Lager einigen: nie weitgehend passende Keywords mit manuellem CPC kombinieren. Diese Kombination liefert dem System weder Steuerung noch Signal.

Welche zwei AI-Max-Haken sind beim Setup standardmäßig aktiv, und wie hängen sie zusammen?

“Textanpassung” (Google schreibt deine Anzeigentexte per KI um – die seit 27.05.2025 umbenannten “automatisch erstellten Assets”) und “Erweiterung der finalen URL” (Google leitet Nutzer auf andere Unterseiten als deine Ziel-URL).

Die URL-Erweiterung setzt aktivierte Textanpassung voraus: Schaltest du die Textanpassung aus, geht die URL-Erweiterung automatisch mit aus. Zusatzfalle: Bei aktiver URL-Erweiterung ignoriert Google angepinnte Anzeigen-Elemente – kritisch für regulierte Branchen.

Ein Kunde targetet nur Deutschland, im Konto tauchen aber Klicks aus Asien auf. Welche Einstellung ist die wahrscheinlichste Ursache, und wo prüfst du das?

Die Standortoption “Präsenz oder Interesse” – der Default. Sie zeigt Anzeigen auch Nutzern außerhalb des Zielgebiets, die nur Interesse daran gezeigt haben.

Prüfen kannst du das im Bericht “Übereinstimmende Standorte”: Er zeigt, aus welchen Regionen die Klicks wirklich kamen. Die Korrektur: unter “Standorte” den Punkt “Standortoptionen” aufklappen und auf “Präsenz” umstellen.

← Vorherige Lektion
Keyword-Recherche mit dem Keyword Planner

Weiter · Lektion 7
Anzeigentexte (RSAs) schreiben
erscheint in Kürze

Quellen und Stand (15 Einträge)
  1. Google Ads Hilfe: Neue Kampagne erstellen + Suchkampagne erstellen (Detail-Flow) – die sechs Setup-Schritte, Überprüfen-Seite, Entwurfs-Speicherung (answer/6324971 und answer/9510373, abgerufen 10.08.2026)
  2. Google Ads Hilfe: Keyword-Optionen – Keyword ohne Notation ist “weitgehend passend” (answer/7478529, abgerufen 10.08.2026)
  3. Google Ads Hilfe: Kampagneneinstellung für weitgehend passende Keywords – wandelt alle Keyword-Optionen der Kampagne um, nur mit conversion-basiertem Smart Bidding (answer/13389795, abgerufen 10.08.2026). Default-Status bei neuen Kampagnen offiziell nicht beziffert; traffic3.net berichtet von Vorauswahl – unverifiziert
  4. Google Ads Hilfe: Werbenetzwerke – “Wenn Sie eine Suchkampagne erstellen, sind Suchnetzwerk-Partner standardmäßig eingeschlossen” (answer/1722047, abgerufen 10.08.2026)
  5. Google Ads Hilfe: Erweiterte Standortoptionen + Targeting auf Standorte – Default “Präsenz oder Interesse”, als “empfohlen” markiert (answer/1722038 und answer/1722043, abgerufen 10.08.2026)
  6. Google Ads Hilfe: Sprach-Targeting – Erkennung über Suchsprache, Nutzereinstellungen und KI-Signale (answer/1722078, abgerufen 10.08.2026)
  7. Google Ads Hilfe: Werbezeitplaner – Default “Ganztägig”, monatliches Ausgabenziel = 30,4 × durchschnittliches Tagesbudget (answer/2404244, abgerufen 10.08.2026)
  8. Google Ads Hilfe: AI Max für Suchkampagnen (Einrichtung, Funktionsweise, FAQ) – drei Bausteine, Textanpassung und Erweiterung der finalen URL standardmäßig aktiviert (answer/15909989, 15910187, 15913066, abgerufen 10.08.2026)
  9. Google Ads Hilfe: Textanpassung aktivieren/deaktivieren – Umbenennung der “automatisch erstellten Assets” zum 27.05.2025 (answer/16738708) · Erweiterung der finalen URL – Kopplung an Textanpassung, Pinning-Konflikt (answer/16230205, beide abgerufen 10.08.2026)
  10. Google Ads Hilfe: Conversion-Zielvorhaben (Kontostandard, kampagnenspezifisch) – answer/10995103, 9143218, 4677036 (abgerufen 10.08.2026) · Smart Bidding setzt Conversion-Tracking voraus (answer/7065882) · Conversion-Tracking-Latenz bis 48 h (troubleshooter/13455130)
  11. Google Ads Hilfe: Responsive Suchanzeigen – 3-15 Titel à 30 Zeichen, 2-4 Textzeilen à 90 Zeichen, Pfade à 15 Zeichen, Anzeigeneffektivität (answer/7684791) · Anzeigenprüfung – auch pausierte Anzeigen werden geprüft, Freigabe i. d. R. binnen eines Werktags (answer/1722120, abgerufen 10.08.2026)
  12. Pledge Consultancy: Is your “Presence” setting costing you hundreds? – UK-Einzelfall, ~120 £/Monat Fehl-Spend nach Indien/Pakistan/Australien/Vietnam, Diagnose über “Übereinstimmende Standorte” (05.02.2025)
  13. Adalysis (Brad Geddes): How to Evaluate Search Partners – CPA-basierte Bewertung, Extrembeispiel 185 $ vs. 11 $ CPA, Faustregel für kleine Budgets, Qualitätsfaktor-Mythos (14.02.2023, Update 08/2024) · Marlin SEM: Bad Default Settings in Google Ads – Default-Liste inkl. Display und Auto-Apply (22.08.2025)
  14. Gebots-Kontroverse: Jyll Saskin Gales, Inside Google Ads Podcast Ep. 26 + Blog (Smart Bidding ab Tag 1) · Dennis Moons, Store Growers: Manual CPC + Bid Strategy Guides (Wechsel ab ~50 Conversions) · Seokratie: Kampagnenstrukturen (11.08.2025, DACH-Kleinbudget-Position) · Verde Media / Stackmatix: Smart-Bidding-Fehlstarts ohne Daten (2025)
  15. AI-Max-Praxis: Search Engine Land – Dii Pooler (03.06.2025, wann regulärer Search besser bleibt) und Christine Askew (03.10.2025, kuratiertes Testen) · Foundry CRO / AdAlign (URL-Erweiterung bei Lead-Gen) · ClickTrends (Page-Feed-Einzelfall, -34 % Cost per qualified Lead) · GrowMyAds (Austin LeClear): The First 7 Days – Erste-Woche-Fahrplan, Klick- und CTR-Schwellen (09.03.2026)

Lieber launchen lassen statt Haken suchen?

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