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Google Ads Kurs · Modul 2: Die erste Kampagne · Lektion 4 von 18

22 %

Bevor du dein erstes Keyword buchst, brauchst du ein Gerüst. Die Google Ads Kampagnenstruktur legt fest, wo dein Budget sitzt, wo deine Keywords wohnen und wie viele Daten der Algorithmus pro Lernsignal bekommt.

Die schlechte Nachricht: Die meisten Ratgeber erzählen dir dazu Regeln, die es gar nicht gibt.

Die gute Nachricht: Bei 500 bis 3.000 € Monatsbudget ist die richtige Struktur überraschend einfach. Einfacher, als fast alle Anleitungen behaupten.

Kurzantwort

Wie baust du deine Google Ads Kampagnenstruktur richtig auf?

Die Google Ads Kampagnenstruktur hat vier Ebenen: Konto → Kampagne → Anzeigengruppe → Keywords und Anzeigen. Budget, Gebotsstrategie und Targeting liegen auf der Kampagne, Keywords und Anzeigen in der Anzeigengruppe. Bei 500 bis 3.000 € Monatsbudget fährst du am besten 1 bis 3 Kampagnen mit je 2 bis 5 thematisch gebündelten Anzeigengruppen – mehr Kampagnen zersplittern deine Conversion-Daten.

📌 Für wen ist das relevant: Für jeden, der ein neues Google Ads Konto aufbauen oder ein gewachsenes Konto entrümpeln will, bevor die erste Kampagne live geht.

  • Die berühmte Regel “7 bis 10 Anzeigengruppen, maximal 20 Keywords” stammt nicht von Google – Googles einzige harte Strukturgrenze mit Praxisrelevanz sind 3 aktive responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe
  • Eine neue Kampagne brauchst du nur, wenn sich Budget, Region, Ziel oder Gebotsstrategie unterscheiden müssen
  • Wer Performance Max und Search parallel fährt, schützt seine Search-Kampagne nur über genau passende Keywords zuverlässig

Das lernst du in dieser Lektion

Du kennst die vier Struktur-Ebenen und weißt, welche Einstellung auf welcher Ebene liegt.

Du kannst aus deinem Budget nachrechnen, wie viele Kampagnen dein Konto wirklich trägt.

Du weißt, welche Struktur-Regeln von Google stammen und welche nur Praktiker-Faustregeln sind.

Du verstehst, wann Performance Max deine Search-Kampagne kannibalisiert und wie du das verhinderst.

Inhalt

01 ·

Warum die Struktur über deinen Erfolg entscheidet

In Lektion 3 hast du gelernt, wie die Auktion funktioniert: Der Qualitätsfaktor belohnt Relevanz zwischen Suchanfrage, Keyword, Anzeige und Landingpage. Genau diese Relevanz stellst du über die Struktur her.

Denn die Anzeigengruppe ist die Klammer, die Keywords und Anzeigen verbindet. Passen beide thematisch eng zusammen, steigt die Relevanz – und dein Klickpreis sinkt.

Der zweite Grund ist neuer und wiegt schwerer: Smart Bidding lernt aus Conversion-Daten. Wie viele Daten pro Lernsignal zusammenkommen, entscheidet deine Struktur.

Früher war das anders. Da war die Google Ads Struktur vor allem ein Werkzeug zur Gebotskontrolle: Jedes Keyword bekam ein eigenes Gebot, also baute man maximal granular.

Heute setzt der Algorithmus die Gebote pro Auktion – abhängig von Suchanfrage, Gerät, Uhrzeit und Zielgruppensignalen. Die Struktur steuert nur noch drei Dinge: die Budget-Verteilung, die Anzeigen-Relevanz und dein Reporting.

Info

Was Google selbst empfiehlt: In der offiziellen Hilfe (“Grundlagen der Kontostruktur”, Stand 08/2026) schreibt Google wörtlich: “Einfachere Strukturen mit konsolidierten, thematisch eng abgegrenzten Einstellungen sorgen für bessere Leistung.”

Das ist eine Kehrtwende gegenüber der Granularitäts-Ära vor Smart Bidding. Viele ältere Anleitungen im Netz stammen noch aus dieser Ära – deshalb widersprechen sie sich so oft.

Zersplitterst du dein Budget auf zu viele Kampagnen, bekommt keine davon genug Conversions zum Lernen. Das ist der häufigste strukturelle Fehler in kleinen Konten – nicht zu wenig Aufteilung, sondern zu viel.

💡 Merke

Struktur ist ein Daten-Thema, kein Ordnungs-Thema. Die Leitregel für alles Weitere in dieser Lektion: so konsolidiert wie möglich, so granular wie nötig. Getrennt wird nur, wenn es einen geschäftlichen Grund gibt.

02 ·

Die vier Ebenen der Google Ads Kampagnenstruktur

Wenn du ein Google Ads Konto aufbauen willst, arbeitest du immer von oben nach unten. Vier Ebenen stapeln sich ineinander – und jede Einstellung hat genau eine Heimat.

Ganz oben sitzt das Konto: Zugangsdaten, Abrechnung und das Conversion-Tracking. Darunter die Kampagne: Hier liegen Budget, Gebotsstrategie, Region, Sprache und Netzwerk.

In der Kampagne stecken die Google Ads Anzeigengruppen: thematische Klammern, die Keywords und Anzeigen verbinden. Und ganz unten liegen Keywords und Anzeigen selbst – beide wohnen immer in einer Anzeigengruppe, nie direkt in der Kampagne.

Die vier Ebenen der Google Ads Kampagnenstruktur

Welche Einstellung auf welcher Ebene liegt (Google Ads, Stand 08/2026)

1 · Konto
Login & Zugriffsrechte · Abrechnung · Conversion-Tracking · kontoweite auszuschließende Keywords

enthält ↓

2 · Kampagne
Tagesbudget · Gebotsstrategie · Region & Sprache · Netzwerk (Suche/Display) · Werbezeitplan

enthält ↓

3 · Anzeigengruppe
Thematische Klammer: verbindet Keywords mit den passenden Anzeigen

enthält ↓

4a · Keywords
Suchbegriffe + Keyword-Option (genau passend, passende Wortgruppe, weitgehend passend)
4b · Anzeigen (RSAs)
Responsive Suchanzeigen – max. 3 aktive pro Anzeigengruppe (Google-Limit)
3 · Weitere Anzeigengruppe – nur anlegen, wenn ein anderes Thema eine andere Anzeige braucht

📌 Die Kurzformel: Kampagne = WIE VIEL und WO (Budget, Gebote, Region) · Anzeigengruppe = WELCHES THEMA · Keywords und Anzeigen = WAS gesucht und gezeigt wird.
Ebenen-Zuordnung nach Google Ads Hilfe, Stand 08/2026 – eigene Darstellung, Ostend Digital.

Schaubild: Die vier Ebenen der Google Ads Kampagnenstruktur mit den Einstellungen je Ebene – eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.

Aus der Ebenen-Logik folgt eine Grundregel, die viele Struktur-Fragen von selbst beantwortet: Alles, was auf Kampagnen-Ebene liegt, gilt für alle Anzeigengruppen darin.

Willst du zwei Regionen mit getrennten Budgets bewerben, brauchst du zwei Kampagnen. Willst du nur zwei Leistungen mit unterschiedlichen Anzeigentexten bewerben, reichen zwei Anzeigengruppen in einer Kampagne.

Die Grundbegriffe der Plattform setzen wir ab hier voraus – falls du sie auffrischen willst, findest du sie im Google-Ads-Grundlagen-Guide.

03 ·

Die Regeln, die keine sind: der 7-bis-10-Mythos

Googelst du nach dem idealen Google Ads Kampagnen Aufbau, findest du überall dieselben Zahlen: 7 bis 10 Anzeigengruppen pro Kampagne, maximal 20 Keywords pro Anzeigengruppe. Oft werden sie als Google-Vorgabe verkauft.

Sind sie aber nicht. Die Zahlen stammen aus einem WordStream-Ratgeber und sind dort ausdrücklich als Praktiker-Empfehlung gekennzeichnet – sie wurden nur so oft abgeschrieben, dass daraus eine “offizielle Regel” wurde.

Was Google wirklich vorgibt, zeigt der direkte Vergleich:

Google Ads Struktur: Welche Regel stammt von wem (Stand 08/2026)
Regel Quelle Verbindlichkeit
Max. 3 aktive responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe Google (technisches Limit) ✅ Hart – mehr geht schlicht nicht
10.000 Kampagnen pro Konto, 20.000 Anzeigengruppen pro Kampagne Google (technisches Limit) ✅ Hart – aber für KMU praktisch irrelevant
“Einfachere Strukturen sorgen für bessere Leistung” Google (offizielle Empfehlung) 💡 Empfehlung, keine Grenze
7-10 Anzeigengruppen pro Kampagne WordStream (Praktiker-Faustregel) 🚩 Wird oft fälschlich Google zugeschrieben
10-20 Keywords pro Anzeigengruppe WordStream (Praktiker-Faustregel) 🚩 Wird oft fälschlich Google zugeschrieben

Die Pointe der offiziellen Limits: 10.000 Kampagnen wirst du nie brauchen. Das Problem von Einsteiger-Konten ist nicht, dass sie an Grenzen stoßen – sondern dass sie freiwillig zu viele Kampagnen bauen.

💡 Merke

Die einzige harte Strukturgrenze mit Praxisrelevanz: 3 aktive responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe. Alles andere sind Faustregeln.

Faustregeln sind als Orientierung in Ordnung. Aber sie leisten nur das: Sie geben eine Größenordnung vor – sie ersetzen nicht die Frage, ob deine Struktur genug Daten pro Lernsignal sammelt.

04 ·

Von SKAG zu STAG: wie du Anzeigengruppen heute schneidest

Vielleicht stolperst du bei der Recherche über den Begriff SKAG – “Single Keyword Ad Group”. Die Idee: jede Anzeigengruppe enthält genau ein Keyword, mit einer exakt darauf zugeschnittenen Anzeige.

Das war einmal der Goldstandard. In der Ära der manuellen Gebote gab SKAG maximale Kontrolle über Gebot und Anzeigentext pro Keyword.

Heute ist SKAG ein historisches Modell. Zwei Entwicklungen haben es beerdigt: Erstens hat Google die Keyword-Optionen aufgeweicht – auch ein genau passendes Keyword deckt inzwischen nahe Varianten ab, ein einzelnes Keyword kontrolliert die ausgelösten Suchanfragen also nicht mehr.

Zweitens bestraft Smart Bidding die Zersplitterung: Hunderte Mini-Anzeigengruppen bedeuten Hunderte dünne Datentöpfe. Google empfiehlt in der aktuellen Struktur-Hilfe ausdrücklich, thematisch verwandte Keywords in einer Anzeigengruppe zu bündeln.

Der heutige Standard heißt STAG – “Single Theme Ad Group”: Google Ads Anzeigengruppen werden nach Themen geschnitten, nicht nach Einzel-Keywords. Üblich sind etwa 5 bis 15 eng verwandte Keywords pro Gruppe (Praktiker-Faustregel, keine Google-Vorgabe).

💡 Praxis-Tipp

Der Anzeigentext-Test für den Zuschnitt: Frag dich bei jeder geplanten Anzeigengruppe, ob du für ihre Keywords eine gemeinsame, spezifische Anzeige schreiben kannst.

Können “dachsanierung stuttgart” und “dachfenster einbauen” dieselbe überzeugende Anzeige bekommen? Nein – zwei Gruppen.

Können “dachsanierung stuttgart” und “dach sanieren kosten” dieselbe Anzeige bekommen? Ja – eine Gruppe.

Eine Anzeigengruppe pro Anzeigen-Thema. Das ist die ganze Regel.

In KMU-Konten landet man mit diesem Test typischerweise bei 2 bis 5 Anzeigengruppen pro Kampagne. Mehr Themen bedeuten meist: Das Angebot ist breiter, als eine Kampagne mit kleinem Budget sinnvoll abdecken kann.

05 ·

Wie viele Kampagnen bei 500 bis 3.000 € im Monat?

Jetzt zur Frage, an der die meisten Einsteiger-Konten scheitern. Die Antwort beginnt mit einer Regel: Eine neue Kampagne brauchst du nur, wenn sich eine Kampagnen-Einstellung unterscheiden MUSS.

Also: eigenes garantiertes Budget, andere Region, anderes Netzwerk, anderer Werbezeitplan oder eine eigene Gebotsstrategie mit eigenem Ziel. Trifft nichts davon zu, löst du die Aufteilung über Anzeigengruppen – nicht über Kampagnen.

Warum das bei kleinem Budget so wichtig ist, zeigt eine einfache Rechnung:

Formel

Conversions pro Monat = (Budget ÷ CPC) × Conversion-Rate

Beispiel: 1.500 € Budget ÷ 4 € CPC = 375 Klicks. Bei 4 % Conversion-Rate sind das 15 Conversions pro Monat – im gesamten Konto.

15 Conversions sind genug Lernsignal für genau einen Datenpool. Verteilst du sie auf vier Kampagnen, bekommt jede nur 3 bis 4 Conversions – und keine einzige Gebotsstrategie lernt zuverlässig.

Die Zahlen im Beispiel sind bewusst typisch für den deutschen KMU-Markt gewählt, aber eine Beispielrechnung – deine echten Klickpreise findest du im Google-Ads-Kosten-Guide. Rechne die Formel mit deinen eigenen Werten nach, bevor du weitere Google Ads Kampagnen aufbaust.

Deutsche Praktiker haben aus dieser Logik eine Budget-Staffel abgeleitet:

Wie viele Kampagnen trägt dein Budget?

Praktiker-Staffel für KMU-Konten – keine Google-Vorgabe (Stand 08/2026)

300-500 € / Monat

1 Kampagne

Ein einziges Set aus kaufnahen Keywords. Alles andere zersplittert das Budget.

500-1.500 € / Monat

1-2 Kampagnen

Zwei Kern-Kampagnen nur, wenn beide ein garantiertes eigenes Budget brauchen.

1.500-3.000 € / Monat

2-3 Kampagnen

Mit klarer Hierarchie: 80 % des Budgets in die Top-Kampagnen, der Rest für Tests.

📌 Dazugehörige Untergrenze: Als Faustregel braucht eine Kampagne 15-20 Conversions pro Monat, bei ~50 € Kosten pro Conversion also mindestens 750-1.000 € Monatsbudget pro Kampagne.
Quellen: Staffel nach Tida-One (03/2026, dort 1/2/3 Kampagnen), hier konservativ an die Conversion-Rechnung oben angepasst; Conversion-Schwellen ebenfalls Tida-One – Praktiker-Faustregeln, keine Google-Vorgabe, Stand 08/2026. Eigene Darstellung, Ostend Digital.

Schaubild: Budget-Staffel für die Kampagnen-Anzahl in KMU-Konten – eigene Darstellung nach Tida-One (03/2026), Ostend Digital, Stand 08/2026.

Was diese Staffel leistet: Sie schützt dich vor der Zersplitterungs-Falle und gibt eine belastbare Größenordnung vor. Was sie nicht leistet: Sie garantiert keine profitablen Kampagnen – und bei sehr günstigen Klickpreisen (etwa 1 €) verschieben sich die Grenzen nach unten, weil du mehr Klicks und Conversions pro Euro bekommst.

Wie du das Gesamtbudget innerhalb dieser Struktur klug verteilst, vertieft der Artikel zum Google-Ads-Budget planen.

Experten-Tipp aus der Agentur

Bevor du eine zweite oder dritte Kampagne anlegst, beantworte schriftlich drei Fragen: Braucht sie ein eigenes, garantiertes Budget? Eine andere Region? Ein anderes Ziel mit eigener Gebotsstrategie?

Dreimal Nein heißt: Es wird eine Anzeigengruppe, keine Kampagne. Diese eine Prüffrage verhindert den häufigsten Struktur-Fehler, bevor er entsteht.

Und noch eine Haltung, die du kennen solltest: Google empfiehlt offiziell, weitgehend passende Keywords mit Smart Bidding zu kombinieren. Für Konten mit wenig Conversion-Daten halten wir das für riskant – starte mit passender Wortgruppe und genau passend, und öffne erst, wenn dein Konto stabil Conversions liefert.

PC
Pascal Cabitza
Geschäftsführer Ostend Digital · Google Partner

06 ·

Googles Klarstellung: Konsolidierung ist kein Selbstzweck

Wenn du dich weiter einliest, wirst du auf ein Pendel stoßen: Erst galt maximale Granularität als Pflicht, dann wurde Konsolidierung zum Dogma. Im Februar 2026 hat Google selbst die Kirche ins Dorf zurückgeholt.

Brandon Ervin, Product-Management-Director für Search Ads bei Google, stellte im “Ads Decoded”-Podcast klar: “Consolidation is not necessarily the goal itself.” Konsolidierung ist ein Mittel, um mit weniger Granularität gleiche oder bessere Leistung zu bekommen – kein Wert an sich.

Segmentierung bleibt ausdrücklich legitim, wenn es geschäftliche Gründe gibt: getrennte Produktlinien mit eigenen Budgets, unterschiedliche Regionen oder unterschiedliche Ziele im Reporting.

Zwei Details aus derselben Klarstellung sind für kleine Konten Gold wert:

  1. Rund 15 Conversions in 30 Tagen reichen laut Ervin als Datenbasis für Smart Bidding – deutlich weniger, als viele Praktiker-Faustregeln vermuten lassen.
  2. Diese Conversions müssen nicht pro Einzelkampagne zusammenkommen: Über gemeinsame Budgets oder Portfolio-Gebotsstrategien lassen sich die Daten mehrerer Kampagnen bündeln.

Der zweite Punkt hat einen technischen Hintergrund, den kaum ein Ratgeber erklärt: Die Lernphase läuft auf Ebene der Gebotsstrategie, nicht pro Kampagne oder Anzeigengruppe. Eine Portfolio-Strategie über zwei Kampagnen bildet einen gemeinsamen Lern-Pool – Konsolidierung ohne Kampagnen-Zusammenlegung.

Offiziell dauert die Lernphase bis zu drei Wochen oder ein bis zwei Conversion-Zyklen. Und sie startet neu, wenn du an der Gebotsstrategie schraubst – oder bei Portfolio-Strategien Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords hinzufügst oder entfernst.

Daraus folgt eine Warnung, die in keinem der deutschen Struktur-Ratgeber steht: Auch der Struktur-Umbau selbst kostet. Wer sein Konto alle zwei Wochen umbaut, hält es dauerhaft in der Lernphase.

💡 Merke

Struktur einmal durchdenken, dann in Ruhe lassen. Plane den Aufbau vor dem Start auf Papier – jede spätere Umstrukturierung setzt Lerndaten zurück.

Ein Umbau lohnt sich nur, wenn das strukturelle Problem größer ist als der Lernphasen-Reset: etwa bei echter Budget-Zersplitterung. Für Feintuning gilt: nicht anfassen.

07 ·

Brand-Kampagne: separat oder gar nicht?

Eine Brand-Kampagne bewirbt Suchanfragen nach deinem eigenen Firmennamen. Ob sich das lohnt, ist eine der ältesten Kontroversen im Suchmaschinenmarketing – und sie ist bis heute nicht entschieden.

Die Skeptiker-Position: Wer auf den eigenen Namen bietet, bezahlt für Klicks, die über das organische Ergebnis ohnehin gekommen wären. Case Studies zeigen, dass nach dem Pausieren von Brand-Anzeigen die organischen Brand-Klicks deutlich steigen.

Die Gegenposition stützt sich auf eine alte Google-Studie: Rund 50 % der Anzeigen-Klicks seien inkrementell, selbst wenn dieselbe Website organisch auf Platz 1 rankt. Wichtige Einordnung: Die Studie stammt von Google selbst – also von der Partei, die an jedem Brand-Klick verdient.

Unser Rat: nicht glauben, sondern testen. Brand-Anzeigen zwei Wochen pausieren, das Delta bei Anfragen und Klicks messen, dann entscheiden.

Strukturell ist die Sache dagegen fast unstrittig: Wenn Brand-Traffic läuft, dann in einer separaten Kampagne. Brand-Klickpreise und Conversion-Rates sind um ein Vielfaches besser als Non-Brand – gemischt verzerren sie die Smart-Bidding-Signale und dein Reporting komplett.

Und die für viele Einsteiger wichtigste Nachricht: Wer noch kaum Suchanfragen auf den eigenen Namen bekommt – der Normalfall bei jungen KMU – braucht schlicht keine Brand-Kampagne. Dann ist die ganze Frage gegenstandslos, und dein Konto bleibt bei 1 bis 3 Non-Brand-Kampagnen.

08 ·

PMax und Search parallel: die Auktionsregeln

Performance Max (kurz PMax) ist Googles automatisierter Kampagnentyp, der über alle Kanäle gleichzeitig ausspielt – auch über die Suche. Sobald PMax neben einer Search-Kampagne läuft, stellt sich die Struktur-Frage aller Struktur-Fragen: Wer bekommt die Suchanfrage?

Google hat die Antwort offiziell dokumentiert – aber kaum ein deutscher Ratgeber erklärt sie. Die Priorisierungs-Regeln bei identischem Suchbegriff im selben Konto:

PMax vs. Search: Wer gewinnt die interne Auktion? (Google-Regeln, Stand 08/2026)
Situation Wer gewinnt
Genau passendes Keyword, identisch mit der Suchanfrage (inkl. Rechtschreibkorrektur, aber ohne Plural und Synonyme) Die Search-Kampagne – immer.
Passende Wortgruppe oder weitgehend passendes Keyword, identisch mit der Suchanfrage Gleichrang mit PMax-Suchthemen – kein automatischer Vorrang
Keyword nicht identisch mit der Suchanfrage KI-basierte Relevanz-Bewertung entscheidet
Bei Gleichstand nach Relevanz 🚩 Der höchste Anzeigenrang – und der kann bei PMax höher liegen

Die Konsequenz in einem Satz: Nur genau passende Keywords schützen deine Search-Kampagne zuverlässig vor PMax. Bei passender Wortgruppe und weitgehend passend entscheidet der Anzeigenrang – deine Search-Kampagne kann also intern verdrängt werden.

Dass das kein theoretisches Problem ist, zeigen Daten des Tool-Anbieters Optmyzr aus über 500 Konten: 73 % der Konten mit PMax und Search parallel hatten Keyword-Überschneidungen. Konten mit deutlicher Überschneidung zahlten im Schnitt 34 % mehr pro Conversion.

Info

Die Keyword-Optionen auf Deutsch und Englisch: Die deutsche Oberfläche sagt “genau passend” (exact match), “passende Wortgruppe” (phrase match) und “weitgehend passend” (broad match).

Englische Tutorials nutzen fast immer die englischen Begriffe. Merk dir die Paare – du wirst beide Welten lesen.

Für dein Budget von 500 bis 3.000 € heißt das:

09 ·

Namen, die du in sechs Monaten noch verstehst

Kampagnen-Namen haben keine Funktionswirkung – Google ist egal, wie deine Kampagne heißt. Trotzdem lohnt sich ein Schema, denn Namen sind dein Reporting-Filter und deine Gedächtnisstütze.

Für ein KMU-Konto mit 1 bis 3 Kampagnen reicht ein einfaches Muster:

Zwei Prinzipien genügen: Konsistenz schlägt Perfektion – einmal festlegen, nie brechen. Und nur die Variablen aufnehmen, die du wirklich brauchst.

Bei zwei Kampagnen ist das Schema Nice-to-have. Pflicht wird es, sobald jemand anderes dein Konto übernimmt – eine Kollegin, ein Freelancer oder eine Agentur.

10 ·

Die 5 häufigsten Struktur-Fehler

Zum Abschluss die Fehler, die in Praktiker-Audits und Community-Diskussionen immer wieder auftauchen – sortiert nach Schadenspotenzial:

  1. 🚩 Über-Segmentierung. Fünf Kampagnen bei 1.000 € Budget, weil eine LinkedIn-Grafik das so zeigte. Keine erreicht je genug Conversions zum Lernen. Der Rat des Google-Ads-Experten Andrew Lolk (SavvyRevenue) bringt es auf den Punkt: Im Zweifel simpel bleiben – eine einfache Kampagne schlägt die falsche, überkonstruierte Struktur.
  2. 🚩 Budget-Gießkanne. Jede Kampagne bekommt denselben Betrag – das Erkennungszeichen dafür, dass niemand priorisiert hat. Besser: 80 % des Budgets in die nachweislich stärksten Kampagnen.
  3. 🚩 Interne Kannibalisierung. Mehrere Kampagnen konkurrieren um dieselben Suchanfragen, weil auszuschließende Keywords zwischen den Kampagnen fehlen. Du bietest gegen dich selbst und machst dein Reporting unlesbar.
  4. Segmentierung nach Kriterien, die Smart Bidding selbst steuert. Eigene Kampagnen pro Gerät oder pro Keyword-Option bringen keinen Steuerungsgewinn mehr – der Algorithmus preist Gerät, Uhrzeit und Zielgruppe ohnehin pro Auktion ein. Du zahlst nur den Zersplitterungs-Preis.
  5. Dauerumbau. Alle zwei Wochen eine “bessere” Struktur ausprobieren. Jeder Umbau resettet die Lernphase – das Konto lernt nie zu Ende.

Damit steht dein Gerüst. In der nächsten Lektion füllst du es: Mit dem Keyword Planner findest du die Suchbegriffe, die in deine Anzeigengruppen einziehen.

💡 Recap

Die Google Ads Kampagnenstruktur in 30 Sekunden:

  • Vier Ebenen: Konto (Tracking, Abrechnung) → Kampagne (Budget, Gebotsstrategie, Region) → Anzeigengruppe (Themen-Klammer) → Keywords und Anzeigen
  • “7-10 Anzeigengruppen, 20 Keywords” ist keine Google-Regel, sondern eine Praktiker-Faustregel. Googles einzige harte Strukturgrenze mit Praxisrelevanz: 3 aktive responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe
  • Neue Kampagne nur bei geschäftlichem Grund: eigenes Budget, andere Region, anderes Ziel. Sonst: Anzeigengruppe
  • 500-3.000 € Monatsbudget trägt 1-3 Kampagnen – als Faustregel mindestens 750-1.000 € und 15-20 Conversions pro Monat und Kampagne
  • Rund 15 Conversions in 30 Tagen reichen als Datenbasis (Google, Feb 2026) – notfalls über Portfolio-Gebotsstrategien gebündelt. Die Lernphase läuft auf Gebotsstrategie-Ebene, jeder Umbau resettet sie
  • Nur genau passende Keywords schützen Search vor PMax. Bei allen anderen Keyword-Optionen entscheidet der Anzeigenrang – im unteren Budget-Bereich beide parallel zu fahren ist selten eine gute Idee

12 ·

Selbstcheck: kannst du das beantworten?

Ein Dienstleister mit 1.000 € Monatsbudget bietet zwei Leistungen an: Dachsanierung und Dachfenster-Einbau. Wie strukturierst du das Konto?

Eine Kampagne mit zwei Anzeigengruppen – eine pro Leistung, weil jede einen eigenen Anzeigentext braucht. Zwei Kampagnen wären nur nötig, wenn eine Leistung ein garantiertes eigenes Budget, eine andere Region oder ein eigenes Ziel bekommen soll.

Die Rechnung dahinter: 1.000 € liegen an der Faustregel-Untergrenze von 750-1.000 € pro Kampagne. Auf zwei Kampagnen verteilt würde keine der beiden zuverlässig genug Conversion-Daten sammeln.

Du fährst PMax und Search parallel. Warum schützt ein Keyword in “passender Wortgruppe” deine Search-Kampagne nicht vor PMax?

Weil nur ein genau passendes Keyword, das identisch mit der Suchanfrage ist, laut Googles Priorisierungs-Regeln immer gewinnt. Keywords in passender Wortgruppe oder weitgehend passend stehen im Gleichrang mit PMax-Suchthemen.

Dann entscheidet der Anzeigenrang – und der kann bei PMax höher liegen. Deine Search-Kampagne wird intern verdrängt, obwohl das Keyword existiert.

Welche dieser drei Regeln stammt wirklich von Google: maximal 20 Keywords pro Anzeigengruppe, 7-10 Anzeigengruppen pro Kampagne, maximal 3 aktive responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe?

Nur das RSA-Limit: Maximal 3 aktive responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe sind ein hartes technisches Limit von Google.

Die beiden anderen Zahlen sind Praktiker-Faustregeln aus einem WordStream-Ratgeber, die durch vielfaches Abschreiben zur “Google-Regel” mutiert sind. Als Orientierung brauchbar, verbindlich sind sie nicht.

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Keyword-Recherche mit dem Keyword Planner

Quellen und Stand (12 Einträge)
  1. Google Ads Hilfe: Grundlagen der Kontostruktur (“The ABCs of Account Structure”) – Konsolidierungs-Empfehlung, themenbezogene Anzeigengruppen (support.google.com/google-ads/answer/14752782, abgerufen 10.08.2026)
  2. Google Ads Hilfe: Kontolimits – 10.000 Kampagnen pro Konto, 20.000 Anzeigengruppen pro Kampagne, max. 3 aktivierte responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe (answer/6372658, abgerufen 10.08.2026)
  3. Google Ads Hilfe: Interaktion von Performance Max mit anderen Kampagnen + Priorisierung von Anzeigen- und Asset-Gruppen – Auktions-Priorisierungsregeln (answer/13810170 und answer/2756257, abgerufen 10.08.2026)
  4. Google Ads Hilfe: Dauer der Lernphase – bis zu 3 Wochen bzw. 1-2 Conversion-Zyklen, Lernphase auf Gebotsstrategie-Ebene, Reset-Trigger (answer/13020501, abgerufen 10.08.2026)
  5. Search Engine Journal: Google Clarifies Its Stance On Campaign Consolidation – Brandon-Ervin-Zitate aus dem “Ads Decoded”-Podcast, ~15 Conversions/30 Tage, Portfolio-Gebotsstrategien (12.02.2026)
  6. WordStream (Margot Whitney): Google Ads Account Structure – Herkunft der 7-10-Anzeigengruppen- und 10-20-Keywords-Faustregeln, dort ausdrücklich als Praktiker-Empfehlung gekennzeichnet (Update 30.04.2026)
  7. Optmyzr: Is PMax Cannibalizing Search? – Analyse von 500+ Konten: 73 % Keyword-Overlap, +34 % Kosten pro Conversion bei signifikanter Überschneidung (2024)
  8. Tida-One: Google Ads Budget richtig aufteilen – Budget-Staffel 1/2/3 Kampagnen, 15-20 Conversions und 750-1.000 € Mindestbudget pro Kampagne, Praktiker-Faustregeln (10.03.2026)
  9. Store Growers: Google Ads für E-Commerce – Empfehlung gegen PMax unter ~1.000 $ Monatsbudget (2026-Guides, abgerufen 10.08.2026)
  10. SavvyRevenue (Andrew Lolk): Improve Google Ads Mistakes – Über-Segmentierung als häufigster Struktur-Fehler (19.01.2026)
  11. Practical Ecommerce: Are Google Ads SKAGs Effective? – SKAG durch Close Variants obsolet (2022) · Google-Inkrementalitäts-Studie: ~50 % inkrementelle Anzeigen-Klicks trotz organischem Platz 1 (Google-Studie mit Eigeninteresse, ~2011)
  12. 39celsius: Does Google Ads Cannibalize Organic SEO Traffic? – Case Study zur Brand-Kampagnen-Skepsis (abgerufen 10.08.2026)

Konto-Struktur prüfen lassen statt raten?

Wir prüfen bestehende Google-Ads-Konten auf Budget-Zersplitterung, interne Kannibalisierung und PMax-Overlap – und bauen die Struktur so um, dass dein Budget wieder lernt.

Zur Performance-Marketing-Betreuung →