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Es gibt in deinem Google-Ads-Konto eine Spalte mit einer Zahl von 1 bis 10. Fast jeder Einsteiger findet sie, ärgert sich über eine 4 – und weiß dann nicht, was er damit anfangen soll.
Genau da setzt diese Lektion an. Den Qualitätsfaktor verbessern heißt nämlich nicht, an einer Zahl zu drehen, sondern an drei sehr konkreten Baustellen zu arbeiten.
Der Google Ads Qualitätsfaktor ist nur die Zusammenfassung. Die eigentliche Information steckt in den drei Komponenten daneben – und die sagen dir ziemlich genau, welche Arbeit als Nächstes ansteht.
Kurzantwort
Wie kann ich den Qualitätsfaktor verbessern?
Nicht direkt. Du verbesserst immer eine der drei Komponenten, aus denen er sich zusammensetzt: erwartete Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage.
Jede Komponente hat im Konto einen eigenen Status. Der sagt dir, wo die Schwäche liegt – und damit, welche Maßnahme sich lohnt und welche du dir sparen kannst.
📌 Für wen ist das relevant: Für alle, die ein laufendes Suchkampagnen-Konto haben und wissen wollen, welche Optimierung als Nächstes dran ist.
- Der Wert ist eine Diagnose, kein Reporting-KPI
- Er wird pro Keyword berechnet, nicht pro Kampagne
- Zwei der drei Hebel liegen außerhalb des Anzeigentexts
Das lernst du in dieser Lektion
Du kannst die vier Qualitätsfaktor-Spalten in deinem Konto einblenden und lesen.
Du weißt, was „Unterdurchschnittlich” und „Durchschnittlich” jeweils bedeuten.
Du kennst zu jedem der drei Hebel die konkreten Maßnahmen – und ihre Reihenfolge.
Du erkennst die Fälle, in denen ein niedriger Wert kein Problem ist.
Inhalt
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Qualitätsfaktor Google Ads: was die Zahl dir sagt und was nicht
Google beschreibt den Qualitätsfaktor in der Hilfe als „Diagnosetool” – als Anhaltspunkt dafür, wie deine Anzeigenqualität im Vergleich zu anderen Werbetreibenden abschneidet (Google Ads Hilfe, answer/6167118, abgerufen 10.08.2026).
Drei Wörter darin sind wichtig. Diagnosetool heißt: Der Wert ist eine Anzeige, kein Ziel. Im Vergleich heißt: Er misst dich an anderen, nicht an einem festen Maßstab.
Und der Vergleich hat einen Zeitraum: Google zieht dafür laut Hilfe die letzten 90 Tage heran, in denen andere Werbetreibende auf dieselben Suchanfragen ausgeliefert wurden.
Daraus folgt zweierlei für deine Arbeit. Deine Zahl kann sinken, ohne dass du etwas geändert hast – dann ist der Wettbewerb besser geworden. Und sie reagiert träge, weil sie einen Rückblick zusammenfasst.
Info
Kurze Erinnerung an die vorherigen Lektionen. Der Qualitätsfaktor selbst geht laut Google nicht in die Auktion ein – dort schätzt Google dieselben drei Qualitätssignale live pro Suchanfrage neu.
Das entwertet die Zahl nicht. Es verschiebt nur ihren Zweck: Sie ist deine Warnlampe für die Baustellen, nicht dein Rechenwert für die Auktion.
Wichtig ist außerdem die Ebene. Der Wert wird pro Keyword berechnet, nicht pro Anzeige, nicht pro Anzeigengruppe und nicht pro Kampagne.
Ein „Kampagnen-Qualitätsfaktor” existiert nicht. Wenn ein Tool oder ein Report dir einen nennt, ist das ein selbst gebildeter Durchschnitt – meist ungewichtet und damit irreführend.
Denn ein Keyword mit drei Impressionen zählt in so einem Durchschnitt genauso viel wie eines mit dreitausend. Wenn du aggregieren willst, gewichte nach Impressionen – dann siehst du, wo tatsächlich Geld hängt.
02 ·
Die drei Komponenten im Konto sichtbar machen
Standardmäßig sind die Qualitätsfaktor-Spalten ausgeblendet. Das ist der Hauptgrund, warum viele Konten nie damit arbeiten.
Wer den Qualitätsfaktor verbessern will, braucht deshalb als Allererstes die Diagnose im Blick. Ohne sichtbare Komponenten optimierst du blind.
So blendest du sie ein (Google Ads Oberfläche, Stand 08/2026):
- Links auf Kampagnen klicken
- Zu Zielgruppen, Keywords und Inhalte wechseln
- Den Reiter Suchkeywords öffnen
- Oben rechts auf das Spaltensymbol klicken
- Den Bereich Qualitätsfaktor aufklappen
- Die vier Spalten aktivieren und auf Anwenden klicken
Die vier Spalten heißen in der deutschen Oberfläche: Qualitätsfaktor, Voraussichtliche Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage.
Nimm gleich die Verlaufs-Varianten dazu. Google bietet zu jeder Spalte eine Version mit dem Zusatz „(Verlauf)”, die dir den Wert am Ende jedes Tages zeigt.
Ohne diese Verlaufsspalten siehst du nur den heutigen Stand. Damit kannst du nicht beurteilen, ob deine letzte Änderung etwas gebracht hat – und genau das willst du ja wissen.
💡 Praxis-Tipp
Blende dir zusätzlich die Spalten Impressionen und Kosten ein und sortiere nach Kosten absteigend. Dann steht das teuerste Keyword oben.
Ein Wert von 3 bei einem Keyword mit 12 € Monatskosten ist eine Randnotiz. Derselbe Wert bei 400 € Monatskosten ist deine Arbeit für diese Woche.
Ein Sonderfall irritiert Einsteiger regelmäßig: In manchen Zeilen steht statt einer Zahl nur ein Strich. Das bedeutet, dass Google zu diesem Keyword noch nicht genug Daten hat.
Warte in dem Fall ab, statt zu optimieren. Ein Keyword ohne ausreichende Impressionshistorie liefert dir schlicht keine Diagnose.
03 ·
Die Statuswerte richtig lesen
Die drei Komponenten zeigen keine Zahl, sondern einen von drei Status: „Überdurchschnittlich”, „Durchschnittlich” oder „Unterdurchschnittlich”.
Google formuliert die Konsequenz in der Hilfe unmissverständlich. Steht eine Komponente auf „Durchschnittlich” oder „Unterdurchschnittlich”, besteht in diesem Bereich Optimierungsbedarf (Google Ads Hilfe, abgerufen 10.08.2026).
Das ist der Satz, an dem die meisten vorbeilesen. „Durchschnittlich” ist im Google Ads Qualitätsfaktor keine gute Nachricht, sondern bereits ein Arbeitsauftrag.
| Status | Was er aussagt | Was du tust |
|---|---|---|
| ✅ Überdurchschnittlich | Besser als der Wettbewerb auf dieselben Suchanfragen | Nicht anfassen. Als Vorlage für andere Anzeigengruppen nutzen |
| 📌 Durchschnittlich | Laut Google bereits Optimierungsbedarf | Auf die Liste setzen – nach den Unterdurchschnittlichen dran |
| 🚩 Unterdurchschnittlich | Schlechter als der Wettbewerb, klarer Befund | Zuerst bearbeiten, wenn das Keyword nennenswert Geld kostet |
Warum sich das so deutlich in der Gesamtzahl niederschlägt, zeigt ein Blick auf die Rechenlogik dahinter. Google veröffentlicht sie nicht – Praktiker haben sie aus Kontodaten rekonstruiert.
Die bekannteste Rekonstruktion stammt vom Tool-Anbieter SEISO, veröffentlicht 2021 bei Search Engine Land. Sie ist keine Google-Angabe, inzwischen fünf Jahre alt und von Google nie bestätigt.
Wie sich die 1 bis 10 rechnerisch ergibt
Rekonstruktion aus Kontodaten – kein von Google bestätigtes Modell
Schwerer Hebel
Erwartete Klickrate
bis zu wiegt am schwersten
Schwerer Hebel
Nutzererfahrung Landingpage
bis zu wiegt am schwersten
Leichter Hebel
Anzeigenrelevanz
bis zu wiegt am leichtesten
Sockel
Grundwert
Sockel, den jedes Keyword mitbringt, den jedes Keyword mitbringt
📌 Die Lehre daraus: Dreimal „Durchschnittlich” landet rechnerisch bei rund 5-6. Wer nur den Anzeigentext optimiert, kann bestenfalls wiegt am leichtesten bewegen.
Punktemodell nach SEISO, veröffentlicht bei Search Engine Land am 27.04.2021 (Sponsored Content, Basis: 15.000+ Konten) – nicht von Google bestätigt. Darstellung: Ostend Digital, Stand 08/2026.
Schaubild: Die rekonstruierte Punktelogik hinter der 1-10-Skala – eigene Darstellung nach SEISO/Search Engine Land, Ostend Digital, Stand 08/2026.
Nimm daraus nicht die exakten Punkte mit, sondern das Verhältnis. Zwei der drei Hebel liegen außerhalb deines Anzeigentexts – und genau die wiegen schwerer.
Damit ist auch klar, warum „ich schreibe mal eine neue Anzeige” so selten reicht. Es ist der kleinste der drei Hebel.
Die drei Hebel auf einen Blick
Was Google misst – und was du dagegen konkret tust (Google Ads Hilfe, Stand 08/2026)
Hebel 1
Erwartete Klickrate
Was Google misst:
Wie wahrscheinlich dein Keyword geklickt wird, wenn es ausgeliefert wird.
Was du konkret tust:
- Den Anzeigentext attraktiver machen – am wirksamsten, indem das gesuchte Keyword in der Überschrift steht
Hebel 2
Anzeigenrelevanz
Was Google misst:
Wie gut deine Anzeige zur Absicht hinter der Suchanfrage passt.
Was du konkret tust:
Anzeigengruppen mit gemischten Themen aufteilen, Keywords thematisch gruppieren, Anzeigentext auf das Thema zuschneiden.
Hebel 3
Nutzererfahrung Landingpage
Was Google misst:
Wie relevant und hilfreich die Zielseite für den Klickenden ist.
Was du konkret tust:
Auf die passende Unterseite statt auf die Startseite verlinken, Versprechen der Anzeige oben wiederholen, Ladezeit und Mobilansicht prüfen.
📌 Der Kern: Jede Spalte im Konto zeigt auf genau eine dieser Maßnahmenlisten. Die Diagnose ersetzt das Raten.
Messgrößen wörtlich nach Google Ads Hilfe „Qualitätsfaktor” und „Fünf Möglichkeiten, die Leistung mithilfe des Qualitätsfaktors zu verbessern”, Stand 08/2026 – Zuordnung und Darstellung: Ostend Digital.
Schaubild: Die drei Komponenten mit Messgröße und Gegenmaßnahme – eigene Darstellung nach Google Ads Hilfe, Ostend Digital, Stand 08/2026.
04 ·
Hebel 1: die erwartete Klickrate
Google nennt diese Komponente in der deutschen Oberfläche „Voraussichtliche Klickrate”. Gemeint ist die erwartete Klickrate deines Keywords: wie wahrscheinlich es ist, dass jemand klickt, wenn deine Anzeige zu diesem Keyword erscheint.
Es ist eine Prognose, keine Messung. Google leitet sie aus der bisherigen Leistung des Keywords ab und vergleicht sie mit dem Wettbewerb auf dieselben Suchanfragen.
Vier Maßnahmen bewegen diesen Wert. Google nennt sie in der Hilfeseite „Fünf Möglichkeiten, die Leistung mithilfe des Qualitätsfaktors zu verbessern” (abgerufen 10.08.2026):
- Das Keyword in die Anzeigenüberschrift – der Suchende erkennt sofort, dass er richtig ist
- Konkrete Vorteile statt Floskeln – „Lieferung in 48 h” schlägt „bester Service”
- Klare Handlungsaufforderung – „Jetzt Termin buchen” statt „Mehr erfahren”
- Spezifischer werden – Zahlen, Orte, Zeiträume, Preise
Die vierte Maßnahme ist die, die am meisten liegen bleibt. Eine Anzeige mit Ortsangabe schlägt in lokalen Märkten fast immer die austauschbare Variante ohne.
Ein fünfter Hebel steht nicht in dieser Google-Liste, wirkt aber auf dieselbe Kennzahl: Suchbegriffe ausschließen, die nie klicken. Jede Auslieferung an eine unpassende Suchanfrage drückt deine tatsächliche Klickrate – und damit die Prognose.
Konkret bedeutet das: Schau dir den Suchbegriffe-Bericht an und trage klar unpassende Begriffe als auszuschließende Keywords ein. Das ist Qualitätsarbeit, auch wenn es sich nach Aufräumen anfühlt.
💡 Merke
Die erwartete Klickrate misst dich am Wettbewerb, nicht an einem festen Ziel. Eine Klickrate von 4 % kann in einer Branche stark sein und in der nächsten unterdurchschnittlich.
Vergleiche deine Zahlen deshalb nicht mit Benchmarks aus dem Internet, sondern mit deinen eigenen Anzeigengruppen.
Assets wie Sitelinks oder Anruf-Erweiterungen erhöhen ebenfalls die tatsächliche Klickrate, weil deine Anzeige mehr Fläche einnimmt. Sie sind in der Auktion allerdings ein eigener Bestandteil und nicht Teil dieser Komponente.
Der Effekt kommt trotzdem bei dir an – nur eben über einen anderen Weg. Mehr Ansätze für die Klickrate findest du im Ratgeber zu den Tricks zur Steigerung der Google Ads CTR.
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Hebel 2: die Anzeigenrelevanz
Die Anzeigenrelevanz bewertet laut Google, „wie gut Ihre Anzeige mit der Absicht der Suchanfrage übereinstimmt”. Es geht also nicht um Wortgleichheit, sondern um Passung zum Anliegen.
Google nennt dazu drei Maßnahmen, und zwei davon haben mit dem Anzeigentext gar nichts zu tun:
- Anzeigentext besser auf die Suchbegriffe abstimmen
- Anzeigengruppen mit zu vielen unterschiedlichen Keywords aufteilen
- Keywords thematisch gruppieren, etwa nach Produktkategorie
Das ist der eigentliche Kern dieses Hebels. Eine schwache Anzeigenrelevanz ist meistens ein Strukturproblem, kein Textproblem.
Der typische Fall sieht so aus: In einer Anzeigengruppe liegen „Steuerberater Stuttgart”, „Lohnbuchhaltung Kosten” und „Jahresabschluss erstellen lassen”. Eine einzige Anzeige soll allen dreien gerecht werden.
Das kann sie nicht. Sie wird für jede Suchanfrage etwas zu allgemein – und genau das misst die Anzeigenrelevanz.
💡 Praxis-Tipp
Nutze diesen Test, bevor du eine Anzeigengruppe aufteilst. Lies deine Keywords nacheinander und frag dich bei jedem: Passt darauf dieselbe Überschrift und dieselbe Zielseite?
Bei jedem Nein gehört das Keyword in eine eigene Gruppe. Ein Thema, ein Versprechen, eine Landingpage – das ist die ganze Regel.
Übertreib es aber nicht: Eine eigene Anzeigengruppe pro einzelnem Keyword war lange Mode und ist heute meist kontraproduktiv, weil jede Gruppe zu wenig Daten sammelt.
Beim Anzeigentext selbst gilt eine einfache Priorität. Das gesuchte Wort gehört in die erste sichtbare Überschrift, nicht auf Position elf einer responsiven Suchanzeige.
Wie du responsive Suchanzeigen aufbaust, ohne dabei die Relevanz zu verwässern, zeigt Lektion 7 dieses Kurses zu den Anzeigentexten.
06 ·
Hebel 3: die Landingpage
Google beschreibt sie als Hinweis darauf, wie relevant und nützlich deine Zielseite für Nutzer ist, die auf deine Anzeige klicken (Google Ads Hilfe, answer/2404197).
Das ist der Hebel, den Einsteiger am häufigsten übersehen – weil er außerhalb des Google-Ads-Kontos liegt. Er wiegt trotzdem so schwer wie die erwartete Klickrate.
Google nennt in der Hilfe vier Ansatzpunkte für die Nutzererfahrung Landingpage:
- Die Suchintention erfüllen – die Seite liefert, wonach gesucht wurde
- Konsistenz zwischen Anzeige und Seite – das Versprechen der Anzeige steht oben auf der Seite
- Für Mobilgeräte optimieren
- Ladezeiten verkürzen
Der häufigste und teuerste Fehler steckt im ersten Punkt. Wer auf „Fenster austauschen Kosten” bietet und auf die Startseite verlinkt, zwingt den Besucher, sein Anliegen ein zweites Mal zu suchen.
Verlinke stattdessen auf die Unterseite, die genau dieses eine Anliegen behandelt. Wenn es sie nicht gibt, ist das die eigentliche Aufgabe – nicht das Umschreiben der Anzeige.
| Befund auf der Seite | Was der Besucher erlebt | Maßnahme |
|---|---|---|
| Klick landet auf der Startseite | Muss sein Anliegen erneut suchen | Auf die passende Unterseite verlinken |
| Anzeige verspricht X, Seite spricht von Y | Zweifel, ob er richtig ist | Überschrift der Seite an die Anzeige angleichen |
| Seite lädt spürbar langsam | Springt ab, bevor Inhalt sichtbar ist | Bilder komprimieren, Skripte reduzieren |
| Formular am Handy unbedienbar | Bricht ab | Mobilansicht auf echtem Gerät testen |
| Kein erkennbarer nächster Schritt | Liest und geht wieder | Einen klaren Handlungsaufruf oben platzieren |
Zur Ladezeit eine ehrliche Einordnung: Google nennt sie als Faktor, veröffentlicht für Google Ads aber keinen Schwellenwert. Die verbreitete Faustregel „unter drei Sekunden” ist Praktikerwissen, keine offizielle Vorgabe.
Einen belastbaren Orientierungswert liefern die Core Web Vitals. Dort gilt ein Largest Contentful Paint von maximal 2,5 Sekunden als gut – gemessen am Feldwert echter Nutzer.
Nimm diesen Wert als Zielkorridor, nicht als Garantie für einen besseren Status. Wie du Seiten darüber hinaus auf Abschlüsse trimmst, steht im Leitfaden zur Conversion-Rate-Optimierung.
Info
Diese Komponente wirkt über mehrere Keywords gleichzeitig. Die Landingpage-Bewertung hängt an der Zielseite, nicht am einzelnen Keyword.
Wenn zwanzig Keywords auf dieselbe schwache Seite zeigen, hebt eine einzige Überarbeitung alle zwanzig. Das ist der Grund, warum dieser Hebel bei kleinen Konten oft der effizienteste ist.
07 ·
In welcher Reihenfolge du ziehst
Du hast jetzt drei Hebel und vermutlich mehr Keywords, als du an einem Nachmittag bearbeiten kannst. Den Qualitätsfaktor verbessern ist deshalb vor allem eine Priorisierungsaufgabe.
Diese vier Fragen bringen dich in eine sinnvolle Priorität. Sie stehen bewusst in dieser Reihenfolge:
| Schritt | Frage | Warum in dieser Reihenfolge |
|---|---|---|
| 1 | Welches Keyword kostet am meisten Geld? | Ein schwacher Wert ohne Ausgaben ist folgenlos |
| 2 | Welche Komponente steht auf „Unterdurchschnittlich”? | Dort ist der Abstand zum Wettbewerb am größten |
| 3 | Ist es ein schwerer Hebel (Klickrate, Landingpage)? | Anzeigenrelevanz allein bewegt rechnerisch am wenigsten |
| 4 | Betrifft die Maßnahme mehrere Keywords? | Eine Landingpage bedient oft eine ganze Anzeigengruppe |
Dann gilt: eine Änderung, dann warten. Der Wert reagiert träge, weil er einen 90-Tage-Vergleich zusammenfasst.
Zwei bis vier Wochen sind ein realistischer Beobachtungszeitraum, bevor du dieselbe Stelle erneut anfasst. Wer wöchentlich alles umbaut, kann hinterher keiner Maßnahme eine Wirkung zuordnen.
Ob dein Problem überhaupt bei der Qualität liegt, prüfst du mit dem Test aus Lektion 1.1: Gebot spürbar erhöhen, Anteil möglicher Impressionen beobachten. Bewegt er sich nicht, sitzt die Barriere bei der Qualität – genau dann lohnt sich die Arbeit aus dieser Lektion.
Bewegt er sich nicht, ist das Gebot nicht die Bremse – dann sitzt die Barriere bei der Qualität (Heuristik nach digitalads.io, Jeremy Adam, 20.12.2024, Praktiker-Faustregel ohne Google-Beleg). Genau dann lohnt sich die Arbeit aus dieser Lektion.
Experten-Tipp aus der Agentur
Wenn du in einem kleinen Konto nur eine einzige Sache tun kannst, dann nimm dir die Zielseiten vor – nicht die Anzeigentexte.
Anzeigentexte sind schnell geschrieben, deshalb werden sie zuerst angefasst. Sie sind aber der kleinste der drei Hebel und wirken immer nur auf eine Anzeigengruppe.
Eine überarbeitete Landingpage wirkt dagegen auf jedes Keyword, das darauf zeigt – und zusätzlich auf deine Abschlussquote, die der Qualitätsfaktor gar nicht misst.
Mein Prüfsatz dafür: Öffne die Zielseite am Handy und lies nur die oberste Bildschirmseite. Steht dort wörtlich das, was in der Anzeige versprochen wurde? Wenn nicht, hast du deine Aufgabe gefunden.
Pascal Cabitza
Geschäftsführer Ostend Digital · Google Partner
08 ·
Wann der Wert die falsche Baustelle ist
Der Google Ads Qualitätsfaktor ist ein gutes Werkzeug in einem engen Anwendungsbereich. Außerhalb davon führt er in die Irre.
Vier Situationen, in denen du ihn ruhen lassen solltest:
Der sichtbare Wert stützt sich laut Optmyzr vor allem auf die Historie exakt passender Suchanfragen. Bei Broad-lastigen Setups sagt er entsprechend wenig über die tatsächlich ausgelieferten Suchanfragen aus – das ist unsere Schlussfolgerung, keine Google-Angabe.
– 🚩 Du arbeitest mit Performance Max oder Demand Gen. Dort gibt es diese Diagnose gar nicht – sie existiert nur für Suchkampagnen
– 🚩 Das Keyword hat kaum Impressionen. Ein Strich in der Spalte ist kein schlechter Wert, sondern gar keiner
– 🚩 Deine Kosten pro Abschluss stimmen. Ein Keyword mit Wert 5, das zuverlässig günstige Anfragen bringt, braucht keine Rettung
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Der Qualitätsfaktor misst Relevanz im Vergleich zum Wettbewerb – er misst nicht, ob dein Geschäft läuft.
Wenn Kosten pro Anfrage und Anfragequalität stimmen, ist eine niedrige Zahl ein Hinweis auf Potenzial, kein Alarm. Umgekehrt rettet eine 9 kein Keyword, das nur Angebotsjäger anzieht.
Info
Zu den Rabatt-Tabellen, die dir überall begegnen werden. Wer nach dem Thema sucht, findet Tabellen der Sorte „Wert 10 bedeutet 50 % Rabatt auf den Klickpreis, Wert 2 bedeutet 100 % Aufschlag”.
Diese Werte stammen aus einem alten Rechenmodell der Branche, nicht von Google. Sie werden seit Jahren von Blog zu Blog weitergereicht und sind nirgends offiziell bestätigt – auch unser eigener Ratgeber kennzeichnet sie entsprechend.
Belastbarer ist eine Auswertung des Tool-Anbieters Optmyzr aus 2024: Konten mit einem Wert von 8 oder höher zahlten dort im Schnitt rund 18 % niedrigere Klickpreise. Auch das ist eine Praktiker-Auswertung, keine Google-Angabe – aber eine mit benanntem Anbieter und benanntem Auswertungsjahr.
Die Richtung stimmt in beiden Fällen: Bessere Qualität senkt tendenziell den Preis. Nur lässt sich daraus keine Ersparnis in Euro vorhersagen.
Wenn du wissen willst, in welchen Größenordnungen sich Klickpreise in Deutschland bewegen, hilft dir der Überblick zu den Google Ads Kosten weiter. Eine kompakte Zusammenfassung des Themas findest du außerdem in unserem Ratgeber zum Qualitätsfaktor.
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💡 Recap
Den Qualitätsfaktor verbessern – das Wichtigste in 30 Sekunden:
- Du optimierst nie die Zahl, sondern immer eine der drei Komponenten dahinter
- Blende vier Spalten ein – Qualitätsfaktor, Voraussichtliche Klickrate, Anzeigenrelevanz, Nutzererfahrung mit der Landingpage – plus die Verlaufs-Varianten
- „Durchschnittlich” ist schon ein Arbeitsauftrag, nicht das Ziel. Der Vergleich läuft über 90 Tage gegen den Wettbewerb
- Erwartete Klickrate: Keyword in die Überschrift, konkrete Vorteile, klarer Handlungsaufruf, unpassende Suchbegriffe ausschließen
- Anzeigenrelevanz ist meist ein Strukturproblem: gemischte Anzeigengruppen aufteilen, ein Thema pro Gruppe
- Nutzererfahrung Landingpage: auf die passende Unterseite verlinken, Versprechen der Anzeige oben wiederholen, Ladezeit und Mobilansicht prüfen
- Reihenfolge: teuerstes Keyword zuerst, dann „Unterdurchschnittlich”, dann der schwere Hebel – eine Änderung, dann zwei bis vier Wochen beobachten
- Bei stimmender Kosten-pro-Anfrage ist ein niedriger Wert kein Alarm. Und die kursierenden CPC-Rabatt-Tabellen sind unbestätigte Schätzungen
10 ·
Selbstcheck: kannst du das beantworten?
Ein Keyword steht bei 5. Anzeigenrelevanz ist „Überdurchschnittlich”, die anderen beiden Komponenten sind „Durchschnittlich”. Wo fängst du an?
Bei der erwarteten Klickrate oder der Landingpage – also bei einer der beiden „durchschnittlichen” Komponenten.
Google wertet „Durchschnittlich” ausdrücklich als Optimierungsbedarf. Und beide sind die schwereren Hebel, während die Anzeigenrelevanz hier bereits stark ist.
Am Anzeigentext zu feilen wäre die naheliegendste, aber die schwächste Antwort.
Dein Kunde fragt nach dem „Qualitätsfaktor der Kampagne”. Was antwortest du?
Dass es ihn nicht gibt. Der Wert wird pro Keyword berechnet, nicht pro Anzeigengruppe und nicht pro Kampagne.
Jeder Kampagnenwert ist ein selbst gebildeter Durchschnitt. Ungewichtet ist er irreführend, weil ein Keyword mit drei Impressionen genauso zählt wie eines mit dreitausend.
Wenn du aggregierst, dann gewichtet nach Impressionen oder Kosten.
Ein Keyword steht bei 4, bringt aber seit Monaten Anfragen zu Kosten, mit denen du zufrieden bist. Was tust du?
Nichts – jedenfalls nicht wegen der Zahl. Der Qualitätsfaktor misst Relevanz im Vergleich zum Wettbewerb, nicht ob dein Geschäft läuft.
Notiere das Keyword als Potenzial: Bessere Qualität senkt tendenziell den Klickpreis, dieselben Anfragen wären also womöglich günstiger zu haben.
Abarbeiten aber erst, wenn kein teureres Keyword mit „Unterdurchschnittlich” mehr offen ist.
Was kostet Google Ads?
erscheint in Kürze
Konto- & Kampagnenstruktur richtig aufbauen
erscheint in Kürze
Quellen und Stand (8 Einträge)
- Google Ads Hilfe: Qualitätsfaktor für Suchkampagnen – Definition als „Diagnosetool”, Skala 1-10, Berechnung auf Keyword-Ebene, die drei Komponenten und ihre Statuswerte, 90-Tage-Vergleichszeitraum, Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einblenden der Spalten inklusive „(Verlauf)”-Varianten (answer/6167118, abgerufen 10.08.2026) [Google-offiziell]
- Google Ads Hilfe: Fünf Möglichkeiten, die Leistung mithilfe des Qualitätsfaktors zu verbessern – Maßnahmen zu Anzeigenrelevanz (Anzeigengruppen aufteilen, Keywords thematisch gruppieren), Klickrate (attraktiverer Text, Vorteile, Call-to-Action, spezifischer werden) und Landingpage (Suchintention, Konsistenz, Mobiloptimierung, Ladezeit) (answer/6167130, abgerufen 10.08.2026) [Google-offiziell]
- Google Ads Hilfe: Nutzererfahrung mit der Landingpage – Definition „wie relevant und hilfreich Ihre Landingpage für Nutzer ist, die auf Ihre Anzeige klicken”, Statuswerte, Vergleich mit Werbetreibenden derselben Suchanfragen aus den letzten 90 Tagen (answer/2404197, abgerufen 10.08.2026) [Google-offiziell]
- Google Ads Hilfe: Leistung mithilfe des Qualitätsfaktors verbessern – Wortlaut der drei Komponenten und der Statuslogik (answer/13738235, abgerufen 10.08.2026) [Google-offiziell]
- SEISO: „Google Ads: The Quality Score formula revealed!”, veröffentlicht als Sponsored Content bei Search Engine Land am 27.04.2021 – additives Punktemodell (Grundwert 1 plus erwartete Klickrate bis 3,5, Nutzererfahrung Landingpage bis 3,5, Anzeigenrelevanz bis 2), Basis über 15.000 Konten. [Praktiker-Reverse-Engineering, von Google NICHT bestätigt, Stand 2021 – in dieser Lektion nur als Größenverhältnis verwendet]
- Optmyzr: „Does Quality Score Still Matter in 2026?” (02.03.2026) – sichtbarer Wert als aggregierte Schätzung überwiegend aus der Historie exakt passender Suchanfragen, Auktion nutzt Echtzeitsignale; Auswertung 2024: rund 18 % niedrigere Klickpreise bei Konten ab Wert 8; Empfehlung, den Wert bei guter Kosten-pro-Abschluss-Leistung zu deprioritisieren [Praktiker-Auswertung, keine Google-Angabe]
- digitalads.io (Jeremy Adam, 20.12.2024): Diagnose-Heuristik – reagiert der Anteil möglicher Impressionen nicht auf eine Gebotserhöhung, liegt die Barriere bei der Qualität und nicht beim Gebot [Praktiker-Faustregel]
- web.dev / Chrome-Team: Core Web Vitals – Largest Contentful Paint bis 2,5 Sekunden gilt als „gut” (Feldwert). Hinweis: Core Web Vitals sind ein Web-Performance-Standard und kein offizieller Bestandteil der Google-Ads-Bewertung; Google veröffentlicht für Google Ads keinen Ladezeit-Schwellenwert · Ostend Digital: Ratgeber „Qualitätsfaktor bei Google Ads” – dort geführte CPC-Rabatt-Tabelle ist ausdrücklich als unbestätigte Branchenschätzung gekennzeichnet und wurde für diese Lektion NICHT übernommen
Keine Lust, jedes Keyword einzeln durchzugehen?
Wir übernehmen Aufbau und Betreuung von Google-Ads-Konten für Mittelständler in Stuttgart und bundesweit – inklusive der Landingpages, an denen die Qualität am Ende hängt.
