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Dein Kampagnengerüst steht. Jetzt entscheidest du, welche Suchanfragen überhaupt in dieses Gerüst einziehen dürfen.
Genau das ist die Google Ads Keyword Recherche: Du übersetzt dein Angebot in die Wörter, die deine Kunden tatsächlich eintippen. Das wichtigste Werkzeug dafür ist kostenlos und heißt Keyword Planner.
Es hat allerdings eine Eigenart, die Einsteiger regelmäßig kalt erwischt: Bei kleinen Konten zeigt es dir meist keine echten Zahlen, sondern nur grobe Spannen.
Kurzantwort
Wie funktioniert die Google Ads Keyword Recherche?
In fünf Schritten: Du sammelst Seed-Begriffe aus deinem Angebot, lässt dir im Keyword Planner Ideen dazu ausgeben, sortierst die Treffer nach Suchintention statt nach Suchvolumen und legst pro Keyword eine Keyword-Option fest.
Der fünfte und wichtigste Schritt kommt zum Schluss: auszuschließende Keywords setzen, bevor die Kampagne startet.
📌 Für wen ist das relevant: Für alle, die ihre erste Suchkampagne mit 500 bis 3.000 € Monatsbudget planen und nicht wissen, welche der 800 Keyword-Ideen sie buchen sollen.
- Der Keyword Planner ist kostenlos, zeigt Konten ohne Werbeausgaben aber meist nur Spannen wie “1.000-10.000”
- Die Wettbewerb-Spalte misst Anzeigen-Wettbewerb, nicht SEO-Schwierigkeit und nicht deine Erfolgschance
- “Genau passend” ist seit den ähnlichen Varianten kein exaktes Match mehr – es heißt “gleiche Bedeutung”
Das lernst du in dieser Lektion
Du kannst den Keyword Planner öffnen und weißt, welcher der beiden Modi wofür gedacht ist.
Du erkennst die Spannen-Falle beim Suchvolumen und kennst zwei Wege, sie zu umgehen.
Du unterscheidest kaufnahe von rein informativen Keywords – und buchst nur die richtigen.
Du wählst die passende Keyword-Option und legst deine erste Negativliste an.
Inhalt
01 ·
Was der Keyword Planner kann – und was nicht
Der Keyword Planner ist Googles hauseigenes Planungstool für Suchkampagnen. Er macht genau zwei Dinge: Er schlägt dir Keyword-Ideen vor und schätzt, wie oft danach gesucht wird und was ein Klick ungefähr kostet.
Damit ist er die einzige Quelle, die direkt aus Googles eigenen Suchdaten stammt. Jedes andere Tool – Semrush, Ahrefs, Ubersuggest – modelliert diese Zahlen nur nach.
Ebenso wichtig ist, was er nicht kann. Er sagt dir nicht, ob ein Keyword für dich profitabel ist, wie schwer es organisch zu ranken wäre oder wie viele Klicks du davon bekommst.
Info
Zwei Schreibweisen, ein Tool: Die deutsche Oberfläche sagt “Keyword-Planer”, die englische “Keyword Planner”. Wer nach “Keyword Planer Google Ads” sucht, meint dasselbe Werkzeug.
In dieser Lektion nutzen wir beide Begriffe – du wirst ihnen in Anleitungen ohnehin gemischt begegnen.
Ein zweiter Punkt vorweg: Die Zahlen im Tool sind Schätzungen, keine Messwerte. Google aktualisiert die Prognosen täglich und stützt sie auf die Daten der letzten sieben bis zehn Tage, inklusive Saisonanpassung.
Behandle jede Zahl also als Größenordnung. Für die Reihenfolge deiner Keywords reicht das völlig – für eine Umsatzprognose nicht.
02 ·
Zugang und die zwei Modi
Den Keyword Planer Google Ads findest du im Konto oben rechts im Menü Tools unter Planung → Keyword-Planer. Ein Google-Ads-Konto brauchst du dafür zwingend.
Ein laufendes Budget brauchst du nicht. Google verlangt allerdings, dass du die Kontoeinrichtung inklusive Zahlungsdaten abschließt, bevor die Grundfunktionen freigeschaltet sind.
Danach stehen dir zwei Modi zur Auswahl, die unterschiedliche Fragen beantworten:
| Modus | Du gibst ein | Du bekommst | Wofür |
|---|---|---|---|
| Neue Keywords entdecken | Begriffe rund um dein Angebot oder eine Website-URL | Liste verwandter Keyword-Ideen mit Suchvolumen, Wettbewerb und Gebotsspanne | Der Einstieg: Ideen sammeln, die du selbst nicht auf dem Zettel hattest |
| Suchvolumen und Prognosen abrufen | Eine fertige Keyword-Liste (getippt oder als CSV) | Historische Werte plus Prognose zu Klicks, Impressionen und Kosten bei einem angenommenen Budget | Der zweite Schritt: eine bestehende Liste bewerten und Budget abschätzen |
Beide Modi arbeiten mit denselben Filtern. Region, Sprache, Zeitraum und Suchnetzwerk stellst du oben ein – und diese Einstellungen verändern die Zahlen massiv.
💡 Praxis-Tipp
Standort und Sprache immer zuerst setzen. Der Keyword Planner startet oft mit einer Voreinstellung, die nicht zu deinem Geschäft passt.
Bewirbst du nur Stuttgart und Umgebung, stell den Standort auf diese Region – nicht auf Deutschland. Sonst planst du mit Suchvolumen, das du nie erreichst.
Zwei technische Grenzen nebenbei: Ein Keyword darf maximal 80 Zeichen und 10 Wörter lang sein.
03 ·
Die Spannen-Falle beim Suchvolumen
Jetzt zu der Sache, die kaum ein Einsteiger-Tutorial erwähnt. Du willst das Suchvolumen ermitteln, öffnest den Keyword Planner – und siehst statt “2.400” nur “1.000-10.000”.
Das ist kein Fehler. Konten ohne nennenswerte Werbeausgaben bekommen die Suchvolumen nur in groben Klassen ausgeliefert.
Praktiker dokumentieren dabei immer wieder dieselben Stufen: 1-100, 100-1.000, 1.000-10.000, 10.000-100.000, 100.000-1 Mio. und 1 Mio.+.
Info
Wichtige Einordnung: Google dokumentiert keinen offiziellen Schwellenwert, ab dem exakte Zahlen erscheinen. In der Hilfe steht nur, dass Suchvolumen gerundet werden.
Die Spannen-Stufen und der Zusammenhang mit aktiven Kampagnen sind Praktiker-Beobachtungen, unter anderem von Ahrefs und deutschen Agentur-Blogs (Stand 08/2026). Behandle sie als verlässliches Muster, nicht als dokumentierte Regel.
Warum das ein echtes Problem ist, zeigt ein Beispiel: Zwei Keywords stehen beide bei “1.000-10.000”. Das eine hat 1.200 Suchanfragen im Monat, das andere 8.900 – eine Faktor-7-Differenz, die du an der Anzeige nicht siehst.
Für die Priorisierung deiner Liste ist das fatal. Es gibt zwei Wege heraus:
| Weg | So geht’s | Grenzen |
|---|---|---|
| Prognose-Trick (sofort nutzbar) | Keyword in eckigen Klammern eingeben, in den Reiter “Prognose” wechseln, ein bewusst hohes maximales Gebot setzen. Die geschätzten Impressionen nähern sich dann dem monatlichen Suchvolumen an. | Funktioniert am besten bei kaufnahen Keywords. Bleibt eine Schätzung, keine exakte Zahl. |
| Konto aktivieren (dauerhaft) | Eine kleine Kampagne mit echtem Budget laufen lassen. Konten mit aktiven Ausgaben sehen in der Regel exakte Werte statt Klassen. | Kostet Geld. Kein von Google dokumentierter Schwellenwert – Praktiker berichten schon bei wenigen Euro Tagesbudget von der Freischaltung. |
Für die meisten Einsteiger ist die Antwort pragmatisch: Nutze die Spannen für die grobe Sortierung und triff deine Auswahl über die Suchintention. Die ist ohnehin wichtiger als die Zahl.
💡 Merke
Suchvolumen ist ein Reichweiten-Signal, kein Qualitätssignal. Ein Keyword mit 200 Suchanfragen und klarer Kaufabsicht schlägt eines mit 20.000 reinen Informationssuchen.
Was die Spanne leistet: Sie sagt dir, ob ein Keyword überhaupt Volumen hat. Was sie nicht leistet: eine belastbare Reihenfolge innerhalb derselben Klasse.
04 ·
Google Ads Keyword Recherche: der Ablauf in fünf Schritten
Die Google Ads Keyword Recherche ist kein Klick ins Tool, sondern eine Kette. Der Keyword Planner steht dabei erst an zweiter Stelle.
Schritt 1: Seed-Begriffe sammeln. Schreib auf, wie du dein Angebot nennst – und wie deine Kunden es nennen. Beide Listen unterscheiden sich fast immer.
Gute Quellen dafür hast du bereits im Haus: deine Leistungsseiten, echte Kundenanfragen per Telefon und Mail, die Formulierungen in Angeboten. Fünf bis zehn Seed-Begriffe reichen als Start.
Schritt 2: Ideen ziehen. Gib die Seeds in “Neue Keywords entdecken” ein. Zusätzlich kannst du deine eigene Landingpage-URL eintragen – Google leitet daraus weitere Vorschläge ab.
Schritt 3: Grob filtern. Streich alles, was du gar nicht anbietest, sowie Marken von Wettbewerbern. Was übrig bleibt, sortierst du nach Suchintention (Sektion 5).
Schritt 4: Keyword-Option festlegen. Jedes verbleibende Keyword bekommt eine Option: genau passend, passende Wortgruppe oder weitgehend passend (Sektion 7).
Schritt 5: Negativliste bauen. Bevor die Kampagne startet, schließt du die offensichtlichen Zeitfresser aus (Sektion 8).
Der Ablauf der Google Ads Keyword Recherche
Vom Seed-Begriff zur buchungsfertigen Liste (Stand 08/2026)
Schritt 1
Seeds sammeln
Ohne Tool. Aus Leistungsseiten, Anfragen, Angeboten. 5-10 Begriffe.
Schritt 2
Ideen ziehen
Keyword Planner, Modus “Neue Keywords entdecken”. Seeds + eigene URL.
Schritt 3
Nach Intention filtern
Kaufnah behalten, rein informativ aussortieren. Nicht nach Volumen sortieren.
Schritt 4
Option wählen
Pro Keyword: genau passend, passende Wortgruppe oder weitgehend passend.
Schritt 5
Negativliste bauen
Vor dem Start ausschließen: kostenlos, gebraucht, Jobs, Definition.
📌 Die Reihenfolge ist der Punkt: Wer bei Schritt 2 anfängt, bekommt Googles Vorschläge statt der eigenen Kundensprache. Wer Schritt 5 weglässt, bezahlt die Recherche im Laufe der ersten Wochen nach.
Eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.
Schaubild: Die fünf Schritte der Google Ads Keyword Recherche vom Seed-Begriff bis zur Negativliste – eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.
Wenn du die Grundbegriffe rund um Keywords auffrischen willst, hilft dir der Ratgeber Was sind Keywords?. Für den kompletten Tool-Durchlauf mit weiteren Filtertipps gibt es den Ratgeber zum Google Ads Keyword Planner.
05 ·
Suchintention: welche Keywords wirklich kaufen
Hinter jeder Suchanfrage steckt eine Absicht. Bei Suchanzeigen entscheidet diese Absicht darüber, ob dein Klick Geld verdient oder Geld verbrennt.
Der Unterschied lässt sich an der Wortwahl ablesen. Wer “was kostet eine dachsanierung” tippt, sammelt Informationen. Wer “dachdecker stuttgart angebot” tippt, sucht einen Anbieter.
Vier Muster helfen dir beim Sortieren:
| Typ | Signalwörter | Beispiel | Für dein Startbudget |
|---|---|---|---|
| Transaktional | kaufen, bestellen, buchen, angebot, anfrage, in der Nähe, Ortsname | fenster montage stuttgart | ✅ Zuerst buchen – höchste Kaufnähe |
| Kommerziell (Vergleich) | vergleich, test, beste, günstig, kosten, preis, anbieter | beste heizung wärmepumpe vergleich | ✅ Danach buchen – Entscheidung läuft schon |
| Marken-Keywords | Firmen- oder Produktnamen, auch Wettbewerber | [dein firmenname] erfahrungen | 💡 Eigene Marke ja, fremde Marken erst mit Erfahrung |
| Informational | was ist, wie funktioniert, anleitung, definition, warum | wie funktioniert eine wärmepumpe | 🚩 Für kleine Budgets ungeeignet – das ist SEO-Terrain |
Die Faustregel für 500 bis 3.000 € Monatsbudget: Buche zuerst transaktionale, dann kommerzielle Keywords. Informationale Suchanfragen sind nicht wertlos – sie gehören nur in deinen Blog, nicht in deine Suchkampagne.
Der Grund ist reine Mathematik. Bei kleinem Budget kaufst du wenige Hundert Klicks im Monat, und jeder informationale Klick kostet dich einen kaufnahen.
💡 Praxis-Tipp
Der SERP-Test dauert 20 Sekunden. Gib das Keyword bei Google ein und schau, was oben steht.
Siehst du vier Anzeigen von Anbietern wie dir, ist die Absicht kommerziell. Siehst du nur Ratgeber-Artikel und keine Anzeige, ist sie es nicht.
Dieser Test schlägt jede Volumen-Spalte, weil er dir zeigt, wofür andere bereits echtes Geld ausgeben.
Wie du dieselbe Logik für organische Inhalte anwendest, zeigt der Ratgeber zur Keyword-Recherche in 7 Schritten – dort steht die Informations-Suche im Mittelpunkt, hier die Kaufabsicht.
06 ·
Wettbewerb und Gebotsschätzung richtig lesen
Zwei Spalten im Keyword Planner werden fast immer falsch interpretiert. Beide sind nützlich – aber nicht für das, wofür Einsteiger sie halten.
Die Spalte “Wettbewerb” zeigt gering, mittel oder hoch. Laut Google beschreibt sie, wie viele Werbetreibende auf ein Keyword geschaltet haben – relativ zu allen Keywords bei Google, bezogen auf deine Standort- und Netzwerkeinstellung.
Was sie NICHT bedeutet: Sie ist kein SEO-Schwierigkeitsgrad. Sie sagt auch nichts darüber, ob du das Keyword gewinnen kannst – dein Anzeigenrang hängt von Gebot und Qualitätsfaktor ab, nicht von der Anzahl der Mitbieter.
Und noch ein Missverständnis: “geringer Wettbewerb” ist kein Gütesiegel. Oft heißt es schlicht, dass das Keyword kommerziell uninteressant ist.
Die “Gebotsschätzung für obere Positionen” kommt in zwei Werten. Google definiert den unteren Bereich als Näherung an das 20. Perzentil und den oberen als Näherung an das 80. Perzentil dessen, was Werbetreibende historisch für eine Platzierung oben gezahlt haben.
Die Daten stammen dabei aus den letzten 30 Tagen. Das ist eine Preis-Landkarte, keine Rechnung.
💡 Merke
Die Gebotsschätzung ist nicht dein künftiger Klickpreis. Sie beschreibt, was andere gezahlt haben – für die oberen Positionen, nicht für jede Platzierung.
Wofür sie trotzdem taugt: als Wert-Indikator. Hohe Gebote über Monate bedeuten, dass andere Werbetreibende mit diesem Keyword Geld verdienen.
Was du für dein Budget wirklich einplanen musst, rechnest du mit echten Klickpreisen – Größenordnungen für den deutschen Markt findest du im Google-Ads-Kosten-Guide.
07 ·
Keyword-Optionen: was “genau passend” heute bedeutet
Jetzt kommt der Teil, bei dem die meisten veralteten Anleitungen im Netz gefährlich werden. Wer nach Match Types Google Ads sucht, landet reihenweise auf Artikeln, die noch die Logik von vor 2019 beschreiben.
Damals galt: Ein Keyword in eckigen Klammern löst nur bei exakt dieser Suchanfrage aus. Das stimmt seit Jahren nicht mehr.
Heute definiert Google “genau passend” als gleiche Bedeutung oder gleiche Absicht. Die drei Optionen im Überblick:
| Option | Schreibweise | Löst aus bei | Reichweite |
|---|---|---|---|
| Genau passend exact match |
[rote schuhe] |
Suchanfragen mit derselben Bedeutung oder Absicht | Am engsten – maximale Kontrolle |
| Passende Wortgruppe phrase match |
"rote schuhe" |
Suchanfragen, deren Bedeutung dein Keyword enthält | Mittel |
| Weitgehend passend broad match |
rote schuhe |
Allem, was Google inhaltlich für verwandt hält | Am breitesten – wenig Kontrolle |
Der entscheidende Punkt sind die ähnlichen Varianten (close variants). Google wendet sie auf alle drei Optionen an, und es gibt laut Hilfe keine Möglichkeit, das abzuschalten.
Abgedeckt sind bei allen Optionen: Rechtschreibfehler, Singular und Plural, Wortstämme, Abkürzungen und Akzente. In manchen Sprachen kommen andere Wortreihenfolge, Füllwörter, Synonyme und Umschreibungen dazu.
Konkret heißt das: [schuhe herren] kann auch bei “herren schuhe” auslösen, und “Badehose” kann “Badeshorts” abdecken.
Match-Type-Trichter: was matcht worauf
Beispiel-Keyword: dachsanierung stuttgart (Google Ads Hilfe, Stand 08/2026)
Weitgehend passend · dachsanierung stuttgart
löst auch aus bei: “dach reparieren lassen”, “dachdecker in der nähe”, “flachdach sanieren kosten”
Passende Wortgruppe · "dachsanierung stuttgart"
löst auch aus bei: “dachsanierung stuttgart kosten”, “günstige dachsanierung in stuttgart”
Genau passend · [dachsanierung stuttgart]
löst auch aus bei: “dach sanierung stuttgart”, “stuttgart dachsanierung”, “dachsanierungen stuttgart”
Gleiche Bedeutung – nicht gleicher Wortlaut.
📌 Die Lehre aus dem Trichter: Jede Ebene enthält die engeren Ebenen mit. Selbst der innerste Ring ist heute unscharf, weil ähnliche Varianten bei allen Optionen greifen und sich nicht abschalten lassen.
Beispiele illustrativ, Matching-Logik nach Google Ads Hilfe (answer/7478529 und answer/9342105), Stand 08/2026. Eigene Darstellung, Ostend Digital.
Schaubild: Match Types Google Ads als Trichter – je enger die Option, desto weniger Suchanfragen, aber auch die engste Option matcht nach Bedeutung. Eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.
Was folgt daraus für deine Auswahl? Bei kleinem Budget starten wir mit genau passend und passender Wortgruppe. Weitgehend passend öffnet die Tür für Suchanfragen, die dein Budget in wenigen Tagen aufbrauchen können.
Wichtig ist die Erwartungshaltung: Auch genau passend garantiert dir keine saubere Zielgruppe mehr. Es reduziert die Streuung, es beendet sie nicht.
Deshalb ist der Suchbegriffe-Bericht in den ersten Wochen Pflichtlektüre – dort siehst du, welche echten Suchanfragen deine Keywords ausgelöst haben.
08 ·
Auszuschließende Keywords von Anfang an
Auszuschließende Keywords (englisch: negative keywords) sind das Gegenstück zu deiner Keyword-Liste. Sie verhindern, dass deine Anzeige bei bestimmten Suchanfragen erscheint.
Die meisten Anleitungen behandeln sie als Optimierungsschritt für später. Das ist ein teurer Rat: Ohne Negativliste zahlst du in den ersten Wochen für Klicks, die nie zu einer Anfrage führen können.
Vier Themenblöcke solltest du fast immer vor dem Start ausschließen:
- 🚩 Gratis-Sucher: kostenlos, gratis, umsonst, free, selber machen, DIY
- 🚩 Jobsuchende: job, jobs, stellenangebot, ausbildung, gehalt, praktikum
- 🚩 Wissenssucher: definition, was ist, bedeutung, wikipedia, erklärung
- 🚩 Falsche Kaufabsicht: gebraucht, ebay, kleinanzeigen, mieten (wenn du verkaufst) oder kaufen (wenn du vermietest)
Zwei technische Details aus der Google-Hilfe, die viele überraschen. Erstens gelten bei auszuschließenden Keywords keine ähnlichen Varianten – schließt du “kostenlos” aus, ist “kostenloses” damit nicht automatisch blockiert.
Zweitens kann Google auszuschließende Keywords ab dem 16. Wort einer Suchanfrage ignorieren. Beides bedeutet: Schreibvarianten und Plural gehören einzeln in die Liste.
Info
Wo die Ausschlüsse hingehören: Google kennt auszuschließende Keywords auf Kampagnen- und Anzeigengruppen-Ebene sowie als wiederverwendbare Liste auf Kontoebene.
Für dein erstes Konto ist die Kontoliste der beste Ort: einmal gepflegt, gilt sie für alle Kampagnen. Themen, die nur eine Kampagne betreffen, kommen zusätzlich direkt in diese Kampagne.
Wie viele Ausschlüsse für den Start? Zwischen 30 und 60 Begriffe sind eine brauchbare Größenordnung – genug, um die groben Verluste abzufangen, ohne dass du deine Reichweite abwürgst.
Danach übernimmt der Suchbegriffe-Bericht: Einmal pro Woche durchgehen, irrelevante Anfragen als Ausschluss nachtragen.
Experten-Tipp aus der Agentur
Bewerte jedes Keyword mit einer einzigen Frage: Würde ich diese Person ans Telefon holen wollen?
Wer “wärmepumpe funktionsweise” sucht, will lesen. Wer “wärmepumpe einbauen lassen kosten” sucht, will ein Angebot. Nur der zweite gehört in eine Kampagne mit 1.000 € Budget.
Und eine Regel, die du in kaum einem Tutorial findest: Setz kein einziges weitgehend passendes Keyword, solange du den Suchbegriffe-Bericht nicht wöchentlich liest. Ohne diesen Blick ist weitgehend passend kein Test, sondern ein Blankoscheck.
Pascal Cabitza
Geschäftsführer Ostend Digital · Google Partner
09 ·
Wie viele Keywords trägt dein Budget?
Der Keyword Planner spuckt schnell 500 bis 1.000 Ideen aus. Die Versuchung ist groß, möglichst viele davon zu buchen – schließlich sind es ja alles passende Begriffe.
Genau daran scheitern kleine Konten. Mehr Keywords bedeuten nicht mehr Anfragen, sondern dasselbe Budget auf mehr Auktionen verteilt.
Rechne kurz mit: 1.500 € Monatsbudget bei 4 € Klickpreis ergeben rund 375 Klicks. Verteilst du die auf 80 Keywords, bekommt jedes im Schnitt weniger als 5 Klicks im Monat.
Bei dieser Datenlage kannst du kein einziges Keyword seriös bewerten. Praktiker empfehlen deshalb schlanke Listen: als Faustregel 3 bis 10 eng verwandte Keywords pro Anzeigengruppe.
| Monatsbudget | Kampagnen (aus der vorherigen Lektion) | Keywords gesamt zum Start | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| 300-500 € | 1 | ca. 5-15 | Nur transaktional, überwiegend genau passend |
| 500-1.500 € | 1-2 | ca. 15-30 | Transaktional plus die stärksten Vergleichs-Keywords |
| 1.500-3.000 € | 2-3 | ca. 30-60 | Zusätzlich passende Wortgruppe für Entdeckung |
Was diese Staffel leistet: Sie verhindert die Zersplitterung und sorgt dafür, dass einzelne Keywords genug Klicks für eine Bewertung sammeln. Was sie nicht leistet: Sie sagt nichts darüber, ob deine Keywords profitabel sind – das entscheidet erst dein Conversion-Tracking.
Die Zahlen sind bewusst als Größenordnung gedacht. Bei sehr günstigen Klickpreisen von 1 € verschieben sich diese Keyword-Grenzen nach oben, weil dasselbe Budget deutlich mehr Klicks kauft.
Für lokale Dienstleister mit kleinen Budgets vertieft der Ratgeber Google Ads für Handwerker, wie schlanke Keyword-Sets in der Praxis aussehen.
10 ·
Kostenlose Ergänzungen zum Keyword Planner
Der Keyword Planner zeigt dir vor allem Begriffe, die schon beworben werden. Drei kostenlose Quellen liefern dir die Formulierungen, die er übersieht.
Google Suggest. Tipp deinen Seed-Begriff in die Google-Suche und lies die Vorschläge im Dropdown mit. Das sind reale, häufige Suchanfragen – und sie zeigen dir die Wortwahl deiner Kunden ungefiltert.
“Ähnliche Suchanfragen” und “Nutzer fragen auch”. Beide Blöcke stehen auf der Ergebnisseite und liefern dir Nebenthemen. Für Suchkampagnen sind vor allem die Vergleichs- und Kostenfragen interessant.
Google Search Console. Hast du bereits eine Website mit Traffic, ist das deine beste Quelle. Im Leistungsbericht siehst du echte Suchanfragen, über die Nutzer bei dir gelandet sind.
💡 Praxis-Tipp
Search-Console-Anfragen sind Formulierungs-Gold, aber keine Rankings. Nutze die Suchanfragen-Liste für Ideen und Wortwahl.
Die dort angezeigten Durchschnittspositionen taugen dagegen nicht als Ranking-Beleg – sie mitteln über Geräte, Standorte und personalisierte Ergebnisse.
Eine vierte Quelle kostet nichts und wird trotzdem selten genutzt: dein eigenes Postfach. Die Betreffzeilen echter Kundenanfragen enthalten fast immer Formulierungen, die kein Tool vorschlägt.
💡 Recap
Die Google Ads Keyword Recherche in 30 Sekunden:
- Fünf Schritte: Seeds sammeln → Ideen im Keyword Planner ziehen → nach Suchintention filtern → Keyword-Option wählen → Negativliste bauen
- Zwei Modi: “Neue Keywords entdecken” für Ideen, “Suchvolumen und Prognosen abrufen” für die Bewertung einer fertigen Liste
- Spannen-Falle: Konten ohne Werbeausgaben sehen Klassen wie “1.000-10.000”. Workarounds: Prognose-Trick über die Impressionen oder eine kleine aktive Kampagne (Praktiker-Beobachtung, kein dokumentierter Schwellenwert)
- Spalten richtig lesen: “Wettbewerb” zählt Werbetreibende, nicht SEO-Schwierigkeit. Die Gebotsschätzung zeigt das 20. und 80. Perzentil historischer Gebote für obere Positionen – nicht deinen künftigen Klickpreis
- Genau passend heißt gleiche Bedeutung, nicht gleicher Wortlaut. Ähnliche Varianten greifen bei allen Keyword-Optionen und lassen sich nicht abschalten
- Schlank starten: als Faustregel 3-10 Keywords pro Anzeigengruppe, 30-60 Ausschlüsse vor dem Start, danach wöchentlich der Suchbegriffe-Bericht
12 ·
Selbstcheck: kannst du das beantworten?
Dein Keyword Planner zeigt für zwei Keywords dieselbe Spanne “1.000-10.000”. Wie entscheidest du, welches du zuerst buchst?
Nicht über das Suchvolumen – innerhalb einer Klasse ist es nicht unterscheidbar. Entscheide über die Suchintention: Das kaufnähere Keyword kommt zuerst.
Willst du die Zahlen trotzdem genauer haben, hilft der Prognose-Trick: Keyword in eckigen Klammern, Reiter “Prognose”, hohes maximales Gebot, dann die geschätzten Impressionen ablesen.
Das ist ein Praktiker-Kniff, kein dokumentiertes Google-Feature. Die Näherung trägt nur bei kaufnahen Keywords.
Du startest mit 40 Ausschlüssen. Warum reicht „kostenlos” nicht, wenn Nutzer „kostenloses angebot” suchen?
Weil bei auszuschließenden Keywords keine ähnlichen Varianten greifen. Google blockt exakt das, was du einträgst – Plural, Beugung und Schreibvarianten nicht.
Deshalb gehören „kostenlos”, „kostenlose”, „kostenloses” und „gratis” einzeln in die Liste.
Du buchst [dachfenster einbauen] als genau passend. Warum kann trotzdem eine Suchanfrage nach “dachfenster einbauen lassen” deine Anzeige auslösen?
Weil “genau passend” laut Google Suchanfragen mit derselben Bedeutung oder Absicht abdeckt, nicht nur den identischen Wortlaut.
Dazu kommen die ähnlichen Varianten: Sie greifen bei allen Keyword-Optionen und lassen sich nicht deaktivieren. Deshalb ersetzt keine Keyword-Option den wöchentlichen Blick in den Suchbegriffe-Bericht.
Konto- & Kampagnenstruktur richtig aufbauen
erscheint in Kürze
Search-Kampagne Schritt für Schritt aufsetzen
erscheint in Kürze
Quellen und Stand (9 Einträge)
- Google Ads Hilfe: Keyword-Planer – zwei Modi, Aufruf über Tools, Abrechnungsdaten für Grundfunktionen, tägliche Aktualisierung der Prognosen auf Basis der letzten 7-10 Tage inkl. Saisonalität, 80 Zeichen und max. 10 Wörter pro Keyword (support.google.com/google-ads/answer/7337243, DE und EN, abgerufen 10.08.2026)
- Google Ads Hilfe: Prognosen im Keyword-Planer, Metriken und Definitionen – Definition der Wettbewerb-Spalte (Anzahl Werbetreibender relativ zu allen Keywords), Gebotsschätzung obere Positionen als Näherung an 20. und 80. Perzentil, Gebotsdaten der letzten 30 Tage, Rundung der Suchvolumen (answer/3022575, abgerufen 10.08.2026)
- Google Ads Hilfe: Keyword-Optionen – Definitionen und Schreibweisen von genau passend, passende Wortgruppe und weitgehend passend (answer/7478529, abgerufen 10.08.2026)
- Google Ads Hilfe: Ähnliche Varianten von Keywords – gelten für alle Keyword-Optionen, nicht deaktivierbar; abgedeckte Abweichungstypen inkl. Wortreihenfolge, Funktionswörter, Synonyme und gleiche Suchabsicht (answer/9342105, abgerufen 10.08.2026)
- Google Ads Hilfe: Auszuschließende Keywords – Ebenen inkl. Kontoliste, keine ähnlichen Varianten bei Ausschlüssen, Ausschlüsse nach dem 16. Wort können ignoriert werden (answer/2453972, abgerufen 10.08.2026)
- Ahrefs: Google Keyword Planner Guide – Kritik an den Volumen-Spannen, Prognose-Workaround über Impressionen bei hohem Gebot, Warnung vor Fehldeutung der Wettbewerb-Spalte als SEO-Schwierigkeit (abgerufen 10.08.2026)
- Online Solutions Group: Google Keyword Planner – dokumentierte Spannen-Stufen (1-100, 100-1.000, 1.000-10.000, 10.000-100.000, 100.000-1 Mio., 1 Mio.+) bei Konten ohne aktives Werbebudget; Praktiker-Beobachtung, kein Google-Schwellenwert (abgerufen 10.08.2026)
- clicksinmind: How many Keywords per Ad Group in Google Ads (2026) – Praktiker-Faustregel 3-10 eng verwandte Keywords pro Anzeigengruppe, Empfehlung zu genau passend und kontrollierter passender Wortgruppe bei kleinem Budget (abgerufen 10.08.2026)
- ostend.digital: Google Ads Keyword Planner – 6 Tipps zur effektiven Nutzung (29.11.2024) – als Bestandsquelle ausgewertet: Filter- und Sortierlogik, Long-Tail-Argument, Hinweis auf grobe Volumenbereiche bei kleinem Budget
Keyword-Liste gegenlesen lassen?
Wir prüfen Keyword-Sets auf falsche Suchintention, zu breite Keyword-Optionen und fehlende Ausschlüsse – und sagen dir, welche Begriffe dein Budget verdienen und welche es verbrennen.
