Modul 1 hat das Fundament gelegt: wie Suchmaschinen ranken und was hinter einem Keyword steckt. Ab hier arbeitest du an deiner eigenen Seite.
Keyword Recherche SEO ist der erste Handgriff dieser Arbeit. Du sammelst Suchbegriffe, prüfst sie und ordnest jedem eine Seite zu.
Diese Lektion zeigt dir den Ablauf als wiederholbaren Prozess – und wie belastbar die Zahlen sind, mit denen du dabei arbeitest. Am Ende hast du deine 10 wichtigsten Suchbegriffe in einer Keyword-Map und weißt, welche 3 du zuerst angehst.
Kurzantwort
Wie läuft eine Keyword Recherche SEO ab?
In fünf Schritten: Seeds sammeln, die Liste mit kostenlosen Quellen und Wettbewerbsdaten erweitern, nach Aufwand und Nutzen filtern, nach Suchintention gruppieren und nach Geschäftswert priorisieren. Am Ende steht keine Liste, sondern eine Keyword-Map: jedes Hauptkeyword hat genau eine Zielseite – und du weißt, welche drei Begriffe du zuerst angehst.
📌 Für wen ist das relevant: Für alle, die ihre erste eigene Recherche machen und dabei nicht auf Zahlen vertrauen wollen, die genauer aussehen, als sie sind.
- Suchvolumen ist eine Schätzung, keine Messung – der Keyword Planner überschätzt fast immer. Vertraue der Zahl nicht blind, sondern nutze sie als Größenordnung zum Vergleich zweier Begriffe
- Die Google Search Console ist stark, um neue Suchbegriffe zu entdecken – für Aussagen über deine Position taugt sie nicht
- Ein Difficulty-Score ist ein Anlass zur Prüfung, kein Ergebnis. Die SERP selbst anzusehen ersetzt keine Zahl, aber jede Zahl braucht diesen Blick
Das lernst du in dieser Lektion
Du durchläufst die Recherche als wiederholbaren Prozess: Seeds, Erweiterung, Filterung, Gruppierung, Priorisierung.
Du liest Suchvolumen als Größenordnung statt als Messwert und kennst die Grenzen der Datenquellen.
Du gruppierst Keywords nach Suchintention und ordnest jede Gruppe genau einer Seite zu.
Du erkennst an der SERP, wann ein Keyword für deine Seite gerade nicht realistisch ist.
Inhalt
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Keyword Recherche SEO: der Ablauf in fünf Schritten
Der Ablauf ist bewusst linear: Erst sammelst du breit, dann verengst du systematisch. Fünf Schritte, jeder mit einer Leitfrage, die du für dein eigenes Angebot beantwortest.
Die Reihenfolge ist dabei kein Detail. Wer mit dem Tool statt mit dem eigenen Angebot startet, filtert Begriffe, die nie zum Geschäft gepasst haben.
Der Rechercheprozess: von der Seed-Liste zur Keyword-Map
Fünf Schritte mit der Leitfrage je Schritt – Stand 08/2026
1
Seeds sammeln
Mit welchen Worten beschreiben deine Kunden das, was du anbietest?
2
Erweitern
Welche Varianten, Fragen und Wettbewerbsbegriffe gehören noch dazu?
3
Filtern
Was ist realistisch erreichbar und passt zum Geschäft? Rest streichen.
4
Gruppieren
Welche Begriffe meinen dasselbe? Jede Gruppe bekommt genau eine Seite.
5
Priorisieren
Womit fängst du an? Nicht das größte Volumen entscheidet, sondern der Geschäftswert.
📌 Kein Schritt heißt “so viele Begriffe wie möglich sammeln”. Die Liste wird ab Schritt 3 kürzer, nicht länger.
Ablauf nach Ahrefs, SISTRIX und Seokratie (abgerufen 15.08.2026), Stand 08/2026 – eigene Darstellung, Ostend Digital.
Schaubild: Die fünf Schritte des Rechercheprozesses mit der Leitfrage je Schritt – eigene Darstellung, Ostend Digital, Stand 08/2026.
Die Schritte gehen wir jetzt der Reihe nach durch. Dazwischen liegen zwei Abschnitte über die Daten selbst, weil du sie ab Schritt 2 dauernd vor dir hast.
Einen kompakten Überblick über denselben Ablauf gibt der Ratgeber zur Keyword-Recherche im Blog.
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Schritt 1: Seeds sammeln, bevor du ein Tool öffnest
Seeds sind deine Startbegriffe: fünf bis zehn Wörter, die dein Angebot in der Sprache deiner Kunden beschreiben. Aus ihnen erzeugt jedes Tool später die Ideen.
Die beste Quelle sitzt nicht im Tool, sondern im eigenen Postfach. Wie formulieren Kunden ihre Anfrage? Welche Wörter benutzen sie am Telefon, welche im Angebotsgespräch?
Fang mit einzelnen Basis-Begriffen an und bilde daraus Zwei- und Drei-Wort-Kombinationen. Der Trick dabei ist, in Mustern zu denken statt jede Kombination einzeln aufzuschreiben.
Foren als Sprachquelle
Lies für diesen Schritt in den Foren und Gruppen mit, in denen deine Zielgruppe schreibt. Der Grund ist nicht das Suchvolumen, sondern die Formulierung.
Menschen stellen dort Fragen so, wie sie denken und sprechen. Wiederkehrende Beschwerden in einem Forum sind zudem ein direktes Signal für eine Content-Lücke.
Sammle dabei nicht nur Suchbegriffe, sondern auch verwandte Begriffe aus dem Themenfeld. Beim Thema Trekkingschuhe wären das Gore-Tex, Vibram, Meindl oder die Alpenüberquerung.
💡 Merke
Der meistgenannte Einsteiger-Fehler passiert in Schritt 1. Keywords werden nach Annahme gewählt statt nach echter Nachfrage: Man nimmt die Wörter, die man selbst für richtig hält.
Das Gegenmittel kostet nichts. Nimm die letzten zehn Kundenanfragen und markiere die Begriffe, die dort wirklich stehen.
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Schritt 2: Die Liste mit kostenlosen Quellen erweitern
Jetzt wird aus zehn Seeds eine Rohliste. Für den Einstieg brauchst du für diese Keyword Analyse kein bezahltes Tool – fünf kostenlose Quellen decken das meiste ab.
| Quelle | Leistet | Grenze |
|---|---|---|
| Google Keyword Planner | Ideen aus Seeds oder einer URL, Volumen-Bereiche, Klickpreis-Schätzung | Ohne Werbebudget nur gerundete Bereiche, fasst ähnliche Begriffe zusammen |
| Google Search Console | Echte Suchanfragen, mit denen Nutzer schon auf deiner Seite landen | Nur für bestehende Seiten, keine Wettbewerbsdaten, keine belastbaren Positionen |
| Google Trends | Relative Popularität über Zeit, Saisonalität, regionale Verteilung | Keine absoluten Zahlen, nur Vergleichswerte |
| Google Suggest | Reale Tippvorschläge, sehr gut für lange Formulierungen und Fragen | Kein Volumen, personalisiert und standortabhängig |
| “Ähnliche Suchanfragen” und „Ähnliche Fragen” (People Also Ask) | Verwandte Fragen und Themen-Nachbarschaft, gute Basis für Zwischenüberschriften | Keine Metriken, wechselt häufig, nicht systematisch exportierbar |
Für den Keyword Planner brauchst du ein Google-Ads-Konto, aber keine laufende Kampagne. Rechne allerdings damit, dass du ohne oder mit geringem Werbebudget statt exakter Zahlen nur Bereiche wie “1.000 bis 10.000 monatliche Suchanfragen” siehst. Die Bedienung zeigt der Ratgeber zum Google Keyword Planner.
Bei Google Trends lohnt ein Handgriff, den viele überspringen: Stell den Zeitraum von den voreingestellten 12 Monaten auf fünf Jahre um. Erst dann siehst du, ob ein Ausschlag ein einmaliger Effekt war oder ein Muster, das jedes Jahr wiederkommt.
💡 Praxis-Tipp
Die ergiebigste Erweiterung ist der Blick zum Wettbewerb. Die Leitfrage dafür: Für welche Begriffe ranken deine Mitbewerber, für die du selbst nicht rankst?
Diesen Abgleich deckt keine der fünf kostenlosen Quellen zuverlässig ab. Er ist damit der häufigste Grund, überhaupt ein bezahltes Tool zu brauchen.
Ohne Tool bleibt der manuelle Weg: Ruf die wichtigsten Seiten deiner drei stärksten Mitbewerber auf und notiere die Begriffe in Titeln und Überschriften.
Am Ende von Schritt 2 hast du eine unsortierte Rohliste, oft mit mehreren hundert Zeilen. Neben jedem Begriff steht eine Zahl – und über die lohnt ein eigener Abschnitt.
04 ·
Suchvolumen ist eine Schätzung, keine Messung
Die Zahl neben deinem Keyword sieht aus wie ein Messwert. Sie ist keiner. Und das zu wissen verändert, wie du mit deiner Liste umgehst.
Kein Tool bekommt von Google eine Zählung aller Suchanfragen. Anbieter wie Ahrefs, Semrush oder Moz arbeiten mit Clickstream-Daten: anonymisierten Verlaufsdaten aus Browser-Erweiterungen und Panels einer Stichprobe echter Nutzer.
Aus diesem Bruchteil wird per Modell hochgerechnet. Genau deshalb zeigt jedes Tool für denselben Begriff eine andere Zahl.
So liest du die Suchvolumen-Spalte richtig
Am stärksten daneben liegt ausgerechnet die bekannteste Quelle: der Google Keyword Planner. Dass er fast immer überschätzt, ist keine Vermutung, sondern an über 72.000 Keywords nachgemessen – in 91 Prozent der Fälle lag sein Wert über den echten Impressionen, also den Einblendungen in den Suchergebnissen (Details im Quellenapparat).
Deshalb lautet die Regel für deine Rohliste nicht “Zahlen ignorieren”, sondern: die Spalte richtig lesen.
| Du siehst | So liest du es |
|---|---|
| 390 gegen 480 Suchen | Gleiche Größenordnung – kein Grund, den einen Begriff dem anderen vorzuziehen |
| 400 gegen 4.000 Suchen | Echter Unterschied – der zweite Begriff ist mit hoher Sicherheit deutlich gefragter ✅ |
| Exakte Zahl im Keyword Planner | Fast immer zu hoch – ähnliche Begriffe und Schreibvarianten werden zusammengefasst und addiert |
| Volumen eines Städte- oder Regionsbegriffs | Die unsicherste Zahl deiner Liste – rechne mit deutlicher Überschätzung |
Besonders die letzte Zeile betrifft viele: Lokale Suchbegriffe sind teils um mehr als das Vierfache überhöht. Was das für deine lokale Sichtbarkeit bedeutet, vertieft der Local-SEO-Guide.
Ein akkurates Suchvolumen gibt es nicht – bei keinem Tool. Nutze die Zahlen als Richtungsanzeiger zum Vergleich zweier Begriffe, nie als Wert.
💡 Merke
Was das Suchvolumen leistet: Es macht zwei Keywords vergleichbar. Ein Begriff mit 400 geschätzten Suchen ist mit ziemlicher Sicherheit gefragter als einer mit 40.
Was es nicht leistet: Es sagt dir nicht, wie viele Besucher du bekommst. Es ist ein Rückblick auf Vergangenes, keine Prognose – und wie viele Menschen überhaupt klicken, hängt von Position und SERP-Aufbau ab.
Praktische Konsequenz: Runde beim Arbeiten gedanklich auf Größenordnungen. Ob 480 oder 390 steht, ist keine Entscheidungsgrundlage. Ob 400 oder 4.000 steht, schon.
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Search Console: stark beim Entdecken, untauglich für Positionen
Die Google Search Console ist die einzige Quelle in deiner Recherche, die keine Schätzung liefert. Sie zeigt echte Suchanfragen, mit denen Nutzer bei dir gelandet sind.
Genau darin liegt ihr Wert für die Recherche. Im Leistungsbericht findest du Suchanfragen, auf die du nie bewusst optimiert hast, die aber schon Impressionen erzeugen. Jede davon ist ein Hinweis auf eine Seite, die du bauen oder ausbauen kannst.
Viele Anleitungen empfehlen dasselbe Werkzeug im nächsten Satz auch für Positionsaussagen. Genau dort verläuft eine Trennlinie, die du kennen solltest.
Info
Warum die “durchschnittliche Position” keine Rangaussage ist: Sie mittelt über Suchergebnisse, Geräte, Standorte und Personalisierung hinweg.
Google warnt in der eigenen Dokumentation ausdrücklich davor, sie so zu lesen. Sinngemäß: Auch wenn eine Suchanfrage in deiner Liste auftaucht, siehst du deine Seite womöglich nicht, wenn du dieselbe Anfrage selbst googelst – Ergebnisse variieren nach Zeit, Ort, Gerät und bisherigem Verlauf des Suchenden.
Dazu kommt: Die neuesten Daten sind vorläufig und können sich in den folgenden Stunden noch ändern.
Die Trennlinie ist damit einfach zu merken. Die Search Console ist ein Entdeckungswerkzeug: Welche Begriffe bringen bereits Impressionen, welche Fragen stellt deine Zielgruppe, wo fehlt eine Seite?
Für die Frage “auf welchem Platz stehen wir” brauchst du eine andere Quelle: einen Rank-Tracker oder einen manuellen SERP-Check im neutralen Browserfenster. Eine gemittelte Zahl ersetzt keine Position.
Experten-Tipp aus der Agentur
Bei uns gilt eine harte Hausregel: In keinem Report, in keiner Prio-Liste und in keiner Kundenpräsentation steht eine Position aus der Search Console.
Der Grund ist nicht Prinzipienreiterei. Bei einem unserer eigenen Keywords zeigte die Search Console einen Schnitt um Platz 30, während die Seite im echten SERP-Check ganz oben stand. Wer solche Zahlen weitergibt, korrigiert an einer Seite herum, die längst funktioniert.
Mein Rat für deine Recherche: Nutze die Search Console für die Spalte “Suchanfrage” und ignoriere die Spalte “Position”. Du verlierst dabei nichts, was du nicht besser woanders bekommst.
Pascal Cabitza
Geschäftsführer Ostend Digital
06 ·
Schritt 3: Filtern – wie schwer ist ein Keyword wirklich?
Jetzt wird die Rohliste kürzer. Du entscheidest je Begriff, ob er zum Geschäft passt und ob du in absehbarer Zeit eine Chance hast.
Für die zweite Frage bieten Tools einen Difficulty-Score an, meist auf einer Skala bis 100. Diese Zahl ist nützlich, aber sie wird regelmäßig überinterpretiert.
Jedes Tool berechnet sie anders und stützt sich dabei stark auf Backlink-Daten der Top-Ergebnisse. Dasselbe Keyword kann in einem Tool “leicht” und im anderen “schwer” aussehen – dieselbe Zahl bedeutet nicht dasselbe.
Der Grund liegt in der Sache: Kein einzelner Wert kann die Komplexität des Google-Algorithmus in eine Zahl pressen.
Ein zweiter blinder Fleck: Die Scores berücksichtigen SERP-Elemente nicht. Ist die Ergebnisseite von Snippet, Kartenblock und Anzeigen belegt, bleibt für klassische Treffer kaum Platz.
Die manuelle Prüfung, die keine Zahl ersetzen kann
Behandle den Score deshalb als Anlass zur Prüfung – und schau dann selbst in die Suchergebnisse. Vier Fragen reichen dafür:
| Frage | Worauf du achtest | Was es bedeutet |
|---|---|---|
| Wer rankt dort? | Große Marken und Portale oder kleine Nischenseiten und Foren | Foren- und Nutzerinhalte in den Top 10 sind ein gutes Zeichen ✅ |
| Welcher Seitentyp dominiert? | Ratgeber, Produktseite, Vergleichsportal, Video | Zeigt, welches Format Google hier erwartet |
| Wie stark sind die Domains? | Bekanntheit, Alter, frei verfügbare Autoritäts-Grobwerte | Starke Konkurrenz verlängert deinen Weg nach vorn |
| Wie viel Platz bleibt übrig? | Anzeigen, Featured Snippet (die hervorgehobene Antwort-Box über den normalen Ergebnissen), Kartenblock, KI-Antwort | Viele SERP-Elemente bedeuten wenig Klicks, auch weit vorn |
Aus diesen vier Fragen ergibt sich auch die Antwort auf die unangenehme Frage: Wann ist ein Keyword für dich gerade nicht realistisch?
💡 Praxis-Tipp
Streiche ein Keyword vorerst, wenn drei Dinge zusammenkommen: Die Top 10 bestehen ausschließlich aus großen Marken oder Portalen, die Ergebnisseite ist voller SERP-Elemente, und deine Seite ist neu oder thematisch noch dünn.
Das ist kein Verzicht für immer, sondern eine Frage der Reihenfolge.
Streiche außerdem alles ohne Bezug zu deinem Angebot. Solche Begriffe sind auch mit 5.000 Suchen wertlos.
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Schritt 4: Gruppieren und jeder Gruppe eine Seite geben
Aus der gefilterten Liste werden jetzt Gruppen. Entscheidend ist das Kriterium: Du gruppierst nach Suchintention, nicht nach Wortähnlichkeit.
Die Intent-Modelle kennst du aus Lektion 4. Hier wendest du sie an: Zwei Begriffe gehören zusammen, wenn ein Suchender bei beiden dieselbe Art von Seite erwartet.
Das Ergebnis dieser Zuordnung ist die Keyword Map. Ihr Ziel in einem Satz: Für jedes wichtige Keyword gibt es genau eine klare Zielseite.
| Keyword | Intent | Zielseite | Rolle |
|---|---|---|---|
| malerbetrieb stuttgart | kommerziell, lokal | Leistungsseite Stuttgart | Hauptkeyword |
| maler stuttgart preise | kommerziell, lokal | Leistungsseite Stuttgart | Nebenkeyword |
| wand streichen kosten | informativ | Ratgeber Kosten | Hauptkeyword |
| was kostet ein maler pro qm | informativ | Ratgeber Kosten | Nebenkeyword |
Als Faustregel gilt ein Hauptkeyword plus zwei bis vier Nebenkeywords pro Seite, skalierend mit der Textlänge: eine kurze Seite fünf bis sieben Begriffe, ein ausführlicher Guide auch zwanzig.
Was die Regel leistet: Sie verhindert, dass eine Seite acht widersprüchliche Ziele trägt. Was sie nicht leistet: Sie sagt nichts darüber, wie oft ein Wort im Text stehen muss – diese Denkweise ist überholt, wie du in Lektion 4 gesehen hast.
So geht’s weiter
Die Keyword-Map ist der Übergabepunkt an die nächste Lektion. In Lektion 2.2 machst du daraus die Struktur deiner Website: eine Keyword-Gruppe wird eine Seite. Wie ein Hauptkeyword auf der Seite selbst umgesetzt wird – Title, Überschriften, Struktur – ist Thema von Lektion 2.4 zu On-Page SEO.
Für diese Lektion reicht: Jede Gruppe hat eine benannte Zielseite, und keine Seite trägt zwei Hauptkeywords.
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Kannibalisierung: wann du sie wirklich fixen musst
Sobald zwei deiner Seiten dasselbe Keyword bedienen, fällt ein Wort: Kannibalisierung. Die reflexhafte Reaktion ist Löschen oder Zusammenlegen – meist ist sie falsch.
Denn nicht jede Überschneidung ist ein Problem. Entscheidend ist, wie sich die beiden Seiten in den Suchergebnissen verhalten.
| Situation | Woran du sie erkennst | Was du tust |
|---|---|---|
| Du planst neue Seiten | Die Keyword-Map ist noch in Arbeit, es gibt keine Überschneidung | Eins-zu-eins-Zuordnung aus Schritt 4 einhalten – so entsteht das Problem gar nicht erst ✅ |
| Zwei Seiten ranken stabil | Ruhige Positionen, unterschiedliche Absichten (etwa Ratgeber und Leistungsseite) | Nichts. Beide Seiten dürfen bleiben – beobachten reicht |
| Zwei Seiten tauschen ständig die Plätze | Die Position springt hin und her, keine Seite setzt sich fest | Inhalte zusammenlegen oder weiterleiten, interne Links auf die stärkere Seite bündeln |
Echte Korrekturfälle sind deutlich seltener, als die Aufregung um das Thema vermuten lässt. Ein typisches Bild für unproblematische Doppel-Rankings: Ein Glossar-Artikel hält das Featured Snippet, während eine Leistungsseite stabil auf Platz 4 steht – beide bedienen verschiedene Absichten.
💡 Merke
Beim Planen und beim Aufräumen gelten zwei verschiedene Regeln. Beim Planen neuer Seiten bleibt die Eins-zu-eins-Zuordnung aus Schritt 4 die richtige Praxis – sie lässt das Problem gar nicht erst entstehen.
Bei einer bestehenden Website gilt dagegen: nicht in Panik löschen oder zusammenlegen. Erst nachsehen, ob die Positionen unruhig hin und her springen oder ob beide Seiten stabil unterschiedliche Absichten bedienen.
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Schritt 5: Priorisieren nach Geschäftswert
Am Ende steht die Frage, mit welcher Seite du anfängst. Das größte Suchvolumen ist dafür der schwächste aller möglichen Maßstäbe.
Eine sinnvolle Ausnahme sind Blog-Beiträge: Dort darfst du mit höhervolumigen Suchbegriffen anfangen, um schnell Erfolge zu sehen. Für Leistungs- und Produktseiten zählt dagegen, wie nah ein Begriff an einer Anfrage liegt.
Genau hier passiert der teuerste Fehler: Keywords mit kleinem Volumen vorschnell aussortieren.
Ein Begriff mit 30 geschätzten Suchen im Monat und klarer Kaufabsicht ist oft mehr wert als einer mit 3.000 Suchen ohne jede Kaufabsicht.
Dazu kommt ein Effekt, der kleine Keywords zusätzlich aufwertet: Eine gute Seite rankt in der Regel nicht nur für ihr Zielkeyword, sondern für hunderte bis über tausend verwandte Suchanfragen. Du entscheidest dich also nie nur für ein einziges Keyword.
💡 Praxis-Tipp
Sortiere deine Gruppen mit drei Fragen, in dieser Reihenfolge:
- Bringt dieses Keyword Anfragen oder nur Besucher?
- Ist die SERP nach der Prüfung aus Schritt 3 realistisch für mich?
- Kann ich diese Seite in den nächsten vier Wochen wirklich bauen?
Die dritte Frage ist die ehrlichste. Eine Prioritätenliste mit fünfzig Zeilen, von denen drei umgesetzt werden, ist keine Priorisierung.
Und ein Grund, warum dieser Schritt überhaupt so wichtig ist: Rund 90 Prozent aller Seiten bekommen keinen organischen Traffic von Google. Der häufigste Grund dafür ist kein Technikfehler, sondern ein Thema ohne echte Nachfrage.
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Werkzeuge, Grenzen und was 2026 dazukommt
Die fünf Schritte funktionieren komplett mit kostenlosen Quellen. Für einzelne Themen und kleine Websites brauchst du kein Abo.
Nötig wird ein bezahltes Tool bei vier Dingen: Wettbewerber systematisch vergleichen, konsistente Zahlen ohne Werbebudget, hunderte Begriffe clustern, Entwicklungen über Zeit verfolgen.
Preislich bewegt sich der Einstieg bei den bekannten Anbietern in der Größenordnung von rund 100 bis 140 Euro pro Monat – Listenpreise ändern sich häufig, prüf sie vor einer Entscheidung selbst. Was ein solches Tool im Alltag abdeckt, zeigt der Ratgeber zur SEO-Plattform Semrush.
Zwei Entwicklungen, die deine Zahlen betreffen
Die erste ist die Klick-Realität. In den USA endeten in den ersten vier Monaten 2026 rund 68 Prozent der Google-Suchen ohne Klick, bei ausgelösten KI-Übersichten im Schnitt sogar 83 Prozent.
📌 Die Messmethode ist umstritten, die Richtung aber eindeutig – und sie verschärft den Punkt aus Abschnitt 04: Suchvolumen ist noch weniger ein Versprechen auf Besucher als früher. Was daraus folgt, vertieft der Ratgeber zu Zero-Click-SEO.
Die zweite Entwicklung ist die Prompt-Recherche: der Versuch, auch Formulierungen aus KI-Chats zu erfassen. Behandle sie als Ergänzung, nicht als Ersatz – Prompts zeigen Nachfrage, die klassische Suchbegriffe nicht immer abbilden.
Der Größenunterschied ist beträchtlich: Ein durchschnittlicher ChatGPT-Prompt umfasst rund 60 Wörter, eine durchschnittliche Google-Suche etwa 3,4. Die Recherche-Logik ändert das nicht, das Material schon.
- 🚩 Prompt-Volumen ist noch gröber als Suchvolumen. Nutze es nur für Größenordnungs-Vergleiche, nie für konkrete Werte.
- 🚩 Bei GEO-Tool-Versprechen genau hinsehen. Kauf kein Tool wegen Zusagen wie “messbare Verbesserung in 60 bis 90 Tagen” – solche Zeiträume sind bislang nicht unabhängig belegt.
Damit bleibt die Reihenfolge unverändert: Erst sitzt der Prozess, dann kommen Werkzeuge dazu. Keyword Recherche SEO ist keine Tool-Frage, sondern eine Frage der Disziplin in fünf Schritten – und der Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Zahlen.
💡 Praxis-Tipp
Schließ die Recherche jetzt ab – mit deiner eigenen Keyword-Map. Bau dir eine Tabelle nach dem Muster aus Abschnitt 07: Spalten Keyword, Intent, Zielseite, Rolle.
Trag deine 10 wichtigsten Begriffe ein – aus den Kundenanfragen von Schritt 1, der Erweiterung und allem, was die SERP-Prüfung überlebt hat. Markiere dann die 3, die die drei Fragen aus Schritt 5 am klarsten bestehen.
Diese 3 Begriffe sind deine ersten Zielseiten. Mit ihnen startest du in die nächste Lektion.
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💡 Recap
Keyword Recherche SEO in 30 Sekunden:
- Fünf Schritte: Seeds sammeln → mit kostenlosen Quellen und Wettbewerbsdaten erweitern → filtern → nach Intent gruppieren → nach Geschäftswert priorisieren
- Seeds kommen aus dem Geschäft, nicht aus dem Tool: Kundenanfragen, Vertriebsgespräche, Foren. Der Klassiker unter den Fehlern ist, nach Annahme statt nach Nachfrage zu wählen
- Suchvolumen ist eine Hochrechnung. Der Keyword Planner überschätzt fast immer, lokale Begriffe am stärksten. Lies Größenordnungen, keine Werte
- Search Console: hervorragend zum Entdecken von Suchanfragen, ungeeignet für Positionsaussagen
- Difficulty-Scores sind tool-spezifisch und blenden SERP-Elemente aus. Prüf die Suchergebnisse selbst: Wer rankt, welches Format, wie stark, wie viel Platz bleibt
- Ergebnis ist eine Keyword-Map: als Faustregel ein Hauptkeyword plus zwei bis vier Nebenkeywords je Seite. Beim Planen strikt eins zu eins – bei Bestandsseiten erst prüfen, dann handeln
12 ·
Selbstcheck: kannst du das beantworten?
Nenne die fünf Schritte der Reihe nach – und sag, an welcher Stelle die Liste zum ersten Mal kürzer wird.
Seeds sammeln, erweitern, filtern, gruppieren, priorisieren. Die ersten beiden Schritte vergrößern die Liste, ab Schritt 3 wird sie systematisch kürzer.
Wichtig ist die Richtung: Seeds kommen aus deinem Geschäft und der Sprache deiner Kunden ✅, nicht aus dem Tool. Varianten liefert das Tool erst in Schritt 2.
Ein Tool zeigt 480 Suchanfragen im Monat. Was darfst du daraus ableiten, was nicht – und wofür nutzt du die Search Console dabei?
Ableiten darfst du eine Größenordnung: Der Begriff ist gefragter als einer mit 40 Suchen. Nicht ableiten darfst du eine Besucherprognose, denn die Zahl ist eine rückblickende Hochrechnung aus Stichprobendaten. Beim Keyword Planner kommt hinzu, dass ähnliche Begriffe zusammengefasst und addiert werden.
Die Search Console nutzt du hier ausschließlich zum Entdecken: welche echten Suchanfragen dir schon Impressionen bringen ✅. Ihre Positionsangabe ❌ mittelt über Ort, Gerät und Personalisierung und taugt nicht als Rangaussage.
Du hast 40 Begriffe gefiltert. Nach welchem Kriterium gruppierst du sie, und was steht am Ende in deiner Keyword-Map?
Du gruppierst nach Suchintention: Zwei Begriffe gehören zusammen, wenn Suchende bei beiden dieselbe Art von Seite erwarten. Wortähnlichkeit allein ist kein Kriterium. In der Map steht je Gruppe eine benannte Zielseite mit genau einem Hauptkeyword und zwei bis vier Nebenkeywords.
Findest du auf einer bestehenden Website zwei Seiten mit demselben Ranking-Begriff, prüf erst: springen die Positionen unruhig hin und her, oder ranken beide stabil für verschiedene Absichten? Nur der erste Fall ist ein echtes Problem.
Ein Keyword hat viel Volumen und einen niedrigen Difficulty-Score. Woran erkennst du trotzdem, dass es für deine Seite gerade nichts wird?
An der Suchergebnisseite selbst. Der Score ist tool-spezifisch, stützt sich stark auf Backlink-Daten und berücksichtigt SERP-Elemente überhaupt nicht.
Kritisch wird es, wenn drei Dinge zusammenkommen: In den Top 10 stehen nur große Marken oder Portale, die Seite ist voller Anzeigen, Snippets und Boxen, und deine eigene Seite ist neu oder thematisch dünn. Gestrichen ist das Keyword damit nicht für immer, sondern nur für dieses Quartal.
Quellen und Stand (10 Einträge)
- Ahrefs (Tim Soulo): How to Do Keyword Research for SEO – Prozess von Seeds bis Priorisierung, Foren als Sprachquelle, Anfängerfehler bei kleinen Suchvolumen, Selbstkritik an Difficulty-Scores, Kennzahl “90 % der Seiten ohne organischen Traffic” (ahrefs.com/seo/keyword-research, abgerufen 15.08.2026)
- Ahrefs (Tim Soulo): GSC vs. GKP – Comparing Search Volumes for 72k Keywords – 72.635 Keywords, 91,45 % Überschätzung, 54,28 % drastisch überhöht, 45,22 % grob zutreffend, Ahrefs-eigener Wert rund 60 %, Gruppierungs- und Lokal-Effekt (03.11.2021, abgerufen 15.08.2026)
- Ahrefs (Tim Soulo): There’s No Such Thing as “Accurate” Search Volume – historische statt prognostischer Daten, Empfehlung zur Richtungs-Lesart (18.03.2024, abgerufen 15.08.2026)
- SISTRIX: SEO-Keyword-Recherche – Anleitung und Tools – Basis-Begriffe, Wortkombinationen, Denken in Mustern, Wettbewerbsabgleich, Zitat zur Priorisierung bei Blog-Beiträgen (sistrix.de/tutorials/seo-strategie/keyword-recherche, abgerufen 15.08.2026)
- Seokratie: Keyword-Recherche – Keyword Map als Ergebnis, feste Zielseite je Keyword, Sammeln verwandter Begriffe aus dem Themenfeld (seokratie.de/keyword-recherche, abgerufen 15.08.2026)
- Google Search Console Hilfe: Leistungsbericht – Definitionen zu Klicks, Impressionen und durchschnittlicher Position, Warnung zur Varianz nach Zeit, Ort, Gerät und Verlauf, Hinweis auf vorläufige Daten (support.google.com/webmasters/answer/7576553, abgerufen 15.08.2026) · Search Engine Land (Claire Taylor): How to use Google Search Console for keyword research – Einordnung als Discovery-Werkzeug (18.03.2025)
- Search Engine Land: Google-Bestätigung zur Datenbeschränkung im Keyword Planner – gerundete Bereiche für Konten mit geringem oder ohne Werbebudget (searchengineland.com/google-officially-throttling-keyword-planner-data-low-spending-adwords-accounts-255795, abgerufen 15.08.2026)
- Ahrefs (Mateusz Makosiewicz): Multiple-Rankings-Studie und Glossar-Eintrag zur Keyword-Kannibalisierung – 9.700 Fälle, Stichprobe 80 Keywords, 1 Korrekturfall, Unterscheidung instabiler Positionswechsel gegen stabile Intent-Diversifikation (14.02.2024, abgerufen 15.08.2026) · Gegenposition: übereinstimmender Konsens deutschsprachiger Agentur-Blogs zur proaktiven Vermeidung
- Search Engine Land (Danny Goodwin): Google zero-click searches reach 68% in early 2026 – Similarweb-Clickstream, Januar bis April 2026, 68,01 % ohne Klick, 83 % bei ausgelösten AI Overviews, methodische Einschränkung zur Vergleichbarkeit (09.06.2026)
- Search Engine Land (Adam Tanguay): Keyword research meets prompt research – Prompt-Recherche als Ergänzung, rund 60 Wörter je ChatGPT-Prompt gegen 3,4 Wörter je Google-Suche, Selbstbeschränkung zur Belastbarkeit von Prompt-Volumen (03.08.2026) · Zu GEO-Tool-Erfolgszeiträumen liegen ausschließlich Anbieter- und anbieternahe Angaben vor, keine unabhängige Studie
Lieber eine fertige Keyword-Map statt einer Tabelle mit 300 Zeilen?
Wir recherchieren, gruppieren und priorisieren deine Keywords – und sagen dir, welche Seiten in welcher Reihenfolge entstehen sollten.
