Du stehst vor der Entscheidung: Shopify oder Shopware? Der Vergleich Shopify vs. Shopware beschäftigt jeden, der einen Online-Shop aufbauen oder wechseln will. Beide Shopsysteme gehören zu den stärksten Plattformen im deutschsprachigen E-Commerce – aber sie verfolgen grundlegend unterschiedliche Philosophien. In diesem Shopsystem Vergleich 2026 schauen wir uns an, wo Shopify und Shopware ihre jeweiligen Stärken haben, was sie kosten, und vor allem: Welches System zu welchem Geschäftsmodell passt.
Als Shopify Agentur aus Stuttgart haben wir über die letzten Jahre Hunderte E-Commerce-Projekte begleitet – viele davon als Migration von Shopware zu Shopify. Wir kennen beide Systeme aus der Praxis und teilen hier eine ehrliche Einschätzung, inklusive der Punkte, bei denen Shopware tatsächlich die Nase vorn hat.
Inhaltsverzeichnis
- Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
- Was ist Shopify? Was ist Shopware?
- Kosten im Vergleich: 3-Jahres-TCO
- Hosting & Technik: Cloud vs. Self-Hosted
- Benutzerfreundlichkeit: Wie intuitiv sind die Backends?
- B2B oder B2C? Welches System für welches Geschäftsmodell
- App-Ökosystem & Erweiterungen
- SEO-Funktionen: Welches Shopsystem rankt besser?
- KI-Features 2026: Shopify Magic vs. Shopware AI
- DSGVO & Datenschutz
- Migration: Wann lohnt sich der Wechsel?
- Fazit: Für wen ist Shopify die bessere Wahl?
- FAQ: Häufig gestellte Fragen
Shopify vs. Shopware: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
Bevor wir in die Details gehen, hier die Kernunterschiede im Vergleich Shopify vs. Shopware in der Übersicht:
| Kriterium | Shopify | Shopware |
|---|---|---|
| Typ | SaaS (Cloud-basiert) | Open Source + kommerzielle Editionen |
| Hosting | Inklusive, vollständig gemanagt | Self-Hosted oder Shopware Cloud |
| Einstiegspreis | Ab 27 €/Monat (Basic) | Community Edition kostenlos, Rise ab 600 €/Monat |
| 3-Jahres-TCO (bei 1,5M € Umsatz) | ~66.600 € | ~168.000 € |
| Benutzerfreundlichkeit | Sehr hoch – auch ohne Entwickler | Steilere Lernkurve, Agentur empfohlen |
| B2B-Funktionen | Solide Basis, wachsend (Shopify Plus) | Native Stärke, sehr umfangreich |
| B2C-Stärke | Ausgezeichnet, D2C-Fokus | Gut, aber weniger spezialisiert |
| App-Ökosystem | 8.000+ Apps | 2.900+ Plugins |
| Internationalisierung | Shopify Markets – global ausgerichtet | EU/DACH-fokussiert |
| SEO-Grundlagen | Gut, mit einigen Einschränkungen | Flexibler durch Open-Source |
| KI-Integration | Shopify Magic (nativ) | AI Copilot (wachsend) |
| DSGVO-Konformität | Konform, aber US-Server möglich | Deutsche Server, volle Konformität |
| Support | 24/7 englischsprachig inklusive | Abhängig von Edition und Agentur |
| Ideal für | D2C-Brands, schnelles Wachstum, Internationalisierung | Komplexe B2B-Projekte, Mittelstand, maximale Kontrolle |
Was ist Shopify? Was ist Shopware?
Shopify – Die kanadische Cloud-Plattform
Shopify wurde 2006 in Ottawa (Kanada) gegründet und hat sich zur weltweit größten E-Commerce-Plattform entwickelt. Das Prinzip: Du zahlst eine monatliche Gebühr und bekommst dafür alles aus einer Hand – Hosting, Sicherheit, Updates und ein Backend, das auch ohne technische Vorkenntnisse funktioniert.
Mit über 4,4 Millionen aktiven Shops weltweit und einem Marktanteil von knapp 40 % unter deutschen KMU ist Shopify längst kein Newcomer mehr. Besonders im D2C-Segment (Direct-to-Consumer) und bei schnell wachsenden Marken ist Shopify die erste Wahl.
Shopware – Die deutsche Open-Source-Lösung
Shopware stammt aus Schöppingen in Nordrhein-Westfalen und ist seit 2004 eine feste Größe im deutschen E-Commerce. Die Plattform setzt auf Open Source und maximale Anpassbarkeit – du besitzt den Code und kannst jeden Prozess, jede Datenbank-Abfrage und jedes Template komplett nach deinen Vorstellungen gestalten.
Shopware ist besonders im deutschen Mittelstand verankert und traditionell stark im B2B-Bereich. Mit Shopware 6 kam eine modernisierte Architektur (API-first, Symfony-basiert), und mit den kommerziellen Editionen Rise, Evolve und Beyond adressiert Shopware auch größere Enterprise-Kunden.
Shopify vs. Shopware Kosten: Was kostet was?
Die Kostenfrage ist beim Vergleich Shopify vs. Shopware oft der entscheidende Faktor – und hier unterscheiden sich beide Systeme fundamental in ihrer Preisstruktur.
Shopify-Preise 2026
| Plan | Monatliche Kosten | Transaktionsgebühr (ohne Shopify Payments) |
|---|---|---|
| Basic | 27 € | 2,0 % |
| Grow (Shopify) | 79 € | 1,0 % |
| Advanced | 289 € | 0,6 % |
| Plus | Ab ~2.300 € | Individuell |
Bei Shopify ist das Hosting, SSL, CDN und automatische Updates bereits inklusive. Die laufenden Kosten sind dadurch sehr gut planbar. Zusätzlich fallen Kosten für Apps an – bei einem durchschnittlichen Shop rechne mit 50-150 € pro Monat für Erweiterungen.
Shopware-Preise 2026
| Edition | Monatliche Kosten | Hosting |
|---|---|---|
| Community (Open Source) | 0 € | Selbst organisiert |
| Rise | Ab 600 € | Selbst oder Shopware Cloud |
| Evolve | Ab 2.400 € | Selbst oder Shopware Cloud |
| Beyond | Ab 6.500 € | Selbst oder Shopware Cloud |
Bei Shopware kommen zum Lizenzpreis noch Hosting-Kosten (je nach Traffic 100-500 €/Monat), Agenturkosten für Setup, Entwicklung und Wartung, sowie Plugin-Kosten hinzu.
Der 3-Jahres-TCO im Vergleich
Hier wird der wahre Kostenunterschied sichtbar. Für ein Unternehmen mit ca. 1,5 Millionen Euro Jahresumsatz:
| Kostenblock | Shopify (3 Jahre) | Shopware (3 Jahre) |
|---|---|---|
| Lizenz/Abo | ~10.000 € | ~21.600 € (Rise) |
| Hosting | 0 € (inklusive) | ~10.800 € |
| Setup & Entwicklung | ~15.000 € | ~60.000 € |
| Apps/Plugins | ~5.400 € | ~7.200 € |
| Wartung & Support | ~7.200 € | ~36.000 € |
| Transaktionsgebühren | ~29.000 € | ~33.000 € |
| Gesamt | ~66.600 € | ~168.000 € |
Praxis-Tipp: Die größten Kostentreiber bei Shopware sind Agenturstunden für Entwicklung und Wartung. Bei Shopify fällt ein Großteil davon weg, weil Updates automatisch kommen und das System weniger individuellen Code benötigt. Gerade für KMU mit begrenztem Budget ist das ein gewichtiges Argument.
Mehr Details zu Shopify-Kosten findest du in unserem Ratgeber Was kostet ein Shopify Shop?.
Hosting & Technik: Cloud vs. Self-Hosted
Shopify: Fully Managed Cloud
Shopify übernimmt das komplette technische Fundament: Hosting, SSL-Zertifikate, Server-Updates, Backups und Sicherheits-Patches laufen automatisch. Du musst dich um nichts kümmern. Die Plattform nutzt ein globales CDN und garantiert eine Uptime von 99,99 % – auch an Black-Friday-Wochenenden, wenn der Traffic explodiert.
Für die meisten Händler ist das ein Riesenvorteil: Du konzentrierst dich auf dein Geschäft, nicht auf Server-Konfiguration.
Shopware: Volle Kontrolle, mehr Verantwortung
Shopware setzt traditionell auf Self-Hosting. Du (oder dein Dienstleister) betreibst den Shop auf eigenen Servern oder bei einem Hosting-Provider deiner Wahl. Das gibt dir maximale Kontrolle über Infrastruktur, Performance-Optimierung und Datenhaltung.
Die Kehrseite: Du bist verantwortlich für Updates, Sicherheits-Patches, Backups und Skalierung. Bei Trafficspitzen musst du reagieren – oder im Voraus planen. Shopware bietet mittlerweile auch eine Cloud-Version, die allerdings noch deutlich weniger verbreitet ist und in der Feature-Parität hinter der Self-Hosted-Variante zurückliegt.
Unsere Einschätzung: Wenn du ein DevOps-Team hast oder sehr spezielle Infrastruktur-Anforderungen, kann Self-Hosting bei Shopware sinnvoll sein. Für die meisten mittelständischen Händler ist die Managed-Cloud von Shopify aber die klügere Wahl – weniger Risiko, weniger laufende Kosten, mehr Fokus aufs Kerngeschäft. Bei einem unserer Kundenprojekte konnte allein der Wegfall der Hosting-Verwaltung nach der Migration zu Shopify rund 400 Euro monatlich an laufenden IT-Kosten einsparen.
Benutzerfreundlichkeit: Wie intuitiv sind die Backends?
Shopify: Einfach starten, schnell produktiv
Shopify hat sich von Anfang an auf Benutzerfreundlichkeit konzentriert. Das Backend ist clean, logisch aufgebaut und so intuitiv, dass du deinen ersten Shop ohne Entwickler aufsetzen kannst. Produkte anlegen, Bestellungen verwalten, Theme anpassen – alles funktioniert per Drag-and-Drop oder über klare Eingabemasken.
Für Team-Mitglieder ohne technischen Hintergrund (Marketing, Vertrieb, Kundenservice) ist das ein entscheidender Vorteil: Sie können den Shop eigenständig pflegen, ohne bei jeder Änderung einen Entwickler einschalten zu müssen.
Shopware: Mächtiger, aber komplexer
Shopware 6 hat die Benutzeroberfläche gegenüber dem Vorgänger deutlich modernisiert. Trotzdem ist die Lernkurve steiler. Die initiale Einrichtung erfordert technisches Know-how – von der Installation über die Server-Konfiguration bis zum Theme-Setup.
Im laufenden Betrieb ist das Shopware-Backend durchaus bedienbar, bietet aber mehr Optionen und Einstellungsmöglichkeiten, was für Einsteiger überwältigend sein kann. In der Praxis bedeutet das: Die meisten Shopware-Händler arbeiten mit einer Agentur zusammen – nicht nur beim Launch, sondern auch im Tagesgeschäft.
B2B oder B2C? Welches System für welches Geschäftsmodell
Shopify: König im D2C und B2C
Shopify wurde als B2C-Plattform groß. Schnelle Checkouts, optimierte Conversion-Funnels, globale Zahlungsmethoden – darin ist Shopify richtig stark. Marken wie Gymshark, Allbirds oder auch zahlreiche deutsche D2C-Brands setzen auf Shopify, weil die Plattform auf Geschwindigkeit und Conversion optimiert ist.
Mit Shopify Plus hat Shopify seine B2B-Features in den letzten Jahren massiv ausgebaut: Kundenspezifische Preislisten, Unternehmens-Konten, individuelle Kataloge und automatisierte Workflows sind mittlerweile nativ verfügbar. Für schlanke B2B-Setups reicht das oft aus.
Shopware: Native B2B-Stärke
Wenn dein Geschäftsmodell auf komplexe B2B-Anforderungen ausgelegt ist – individuelle Preisstrukturen pro Kundengruppe, Angebotsworkflows, Digital Sales Rooms, ERP-Anbindung mit tiefer Integration – dann ist Shopware traditionell die stärkere Wahl. Viele dieser Funktionen sind nativ eingebaut, nicht als nachträgliche Erweiterung.
Besonders für den deutschen Mittelstand mit erklärungsbedürftigen Produkten (Maschinenbau, Medizintechnik, Industriebedarf) bietet Shopware Lösungen, die bei Shopify nur über Workarounds oder Plus-Features erreichbar sind.
Die ehrliche Einordnung: Für reine B2C- und D2C-Geschäfte ist Shopify fast immer die bessere Wahl. Für komplexe B2B-Szenarien mit tiefgreifender ERP-Integration hat Shopware Vorteile. Für hybride Modelle (B2B + B2C) musst du abwägen: Shopify Plus deckt viele B2B-Anforderungen ab, aber bei sehr spezifischen Prozessen stößt es an Grenzen.
App-Ökosystem & Erweiterungen im Vergleich
Shopify: 8.000+ Apps
Der Shopify App Store ist das größte E-Commerce-Ökosystem weltweit. Über 8.000 Apps decken praktisch jeden Use Case ab – von E-Mail-Marketing über Abo-Modelle bis hin zu Augmented-Reality-Produktdarstellungen. Die meisten Apps lassen sich mit wenigen Klicks installieren und sind sofort einsatzbereit.
Die Qualität variiert allerdings: Nicht jede App ist gut gepflegt, und die monatlichen Kosten summieren sich schnell. Bei einem mittelgroßen Shop rechnest du realistisch mit 5-10 aktiven Apps, die zusammen 100-200 € pro Monat kosten können.
Shopware: 2.900+ Plugins
Shopwares Plugin-Ökosystem ist mit rund 2.900 Erweiterungen deutlich kleiner. Der Vorteil: Durch den Open-Source-Ansatz kannst du theoretisch alles selbst entwickeln oder entwickeln lassen. Du bist nicht auf einen App Store angewiesen.
Der Nachteil: Custom-Entwicklung kostet Zeit und Geld, und die Abhängigkeit von einer Agentur wächst mit jeder individuellen Lösung. Zudem können Plugins bei Shopware-Updates Kompatibilitätsprobleme verursachen – ein Problem, das bei Shopifys kontrolliertem SaaS-Ökosystem seltener auftritt.
SEO-Funktionen: Welches Shopsystem rankt besser?
Als SEO-fokussierte Shopify Agentur ist das ein Thema, zu dem wir eine fundierte Meinung haben. Beide Systeme bieten solide SEO-Grundlagen – aber mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen.
Shopify SEO-Stärken
- Automatische Sitemaps und robots.txt – kein Setup nötig
- Schnelle Ladezeiten dank globalem CDN und optimierter Infrastruktur
- Mobile-First – alle Themes sind responsiv
- Structured Data für Produkte nativ integriert
- Blog-Funktion direkt im System (ideal für Content-Marketing)
- Clean URLs mit anpassbaren Handles
Shopify SEO-Einschränkungen
- URL-Struktur enthält Pfad-Präfixe wie `/collections/` oder `/products/`, die nicht änderbar sind
- Eingeschränkte Kontrolle über robots.txt
- Begrenzte Möglichkeiten bei hreflang-Tags für multilinguale Shops ohne Apps
Shopware SEO-Stärken
- Volle URL-Kontrolle – du bestimmst die komplette URL-Struktur
- Mehr Flexibilität bei Meta-Daten, Schema Markup und technischen SEO-Anpassungen
- Custom Sitemaps und vollständige robots.txt-Kontrolle
- Erlebniswelten (Shopping Experiences) ermöglichen einzigartige Landing Pages
Shopware SEO-Einschränkungen
- Ladezeiten abhängig von Hosting-Qualität und Konfiguration
- Keine native Blog-Funktion – oft über externe CMS-Anbindung gelöst
- SEO-Plugins teils kostenpflichtig für Features, die bei Shopify inklusive sind
Unser Fazit zu SEO: Für 90 % der E-Commerce-SEO-Anforderungen liefert Shopify alles, was du brauchst – und das mit weniger technischem Aufwand. Shopware bietet mehr Flexibilität bei technischer SEO, aber diese Flexibilität brauchst du nur, wenn du sehr spezifische Anforderungen hast. In der Praxis sehen wir, dass die meisten Shopify-Shops mit der richtigen SEO-Strategie ausgezeichnet ranken.
KI-Features 2026: Shopify Magic vs. Shopware AI
Beide Plattformen setzen 2026 verstärkt auf künstliche Intelligenz – aber mit unterschiedlichem Fokus.
Shopify Magic
Shopify hat KI direkt ins Kern-Produkt integriert. Shopify Magic bietet:
- Automatische Produktbeschreibungen – auf Basis von Keywords und Produktdaten
- E-Mail-Generierung für Shopify Email-Kampagnen
- Shopify Sidekick – ein KI-Assistent, der Fragen zum Shop beantwortet und Aufgaben automatisiert
- Automatische Bild-Hintergrund-Entfernung und -Bearbeitung
- Smart Replies für den Kundenservice
Das Besondere: Diese Features sind in den meisten Plänen inklusive, ohne Aufpreis.
Shopware AI Copilot
Shopware hat mit dem AI Copilot ebenfalls KI-Features eingeführt:
- Produktbeschreibungs-Generierung auf Basis von Keywords
- Bild-Generierung für Erlebniswelten
- Review-Zusammenfassungen für Kundenbewertungen
- Übersetzungsfunktionen für internationale Shops
- Custom Checkout Messages basierend auf Warenkorb-Inhalt
Shopwares KI-Integration ist noch jünger als Shopifys und entwickelt sich laufend weiter. Durch den Open-Source-Ansatz können Entwickler auch eigene KI-Funktionen einbauen.
Einordnung: Shopify ist bei KI aktuell einen Schritt voraus – die Features sind reifer, tiefer integriert und für mehr Nutzer zugänglich. Shopware holt auf und bietet durch die offene Architektur mehr Raum für individuelle KI-Lösungen. Für die meisten Händler, die KI als Produktivitäts-Tool nutzen wollen (nicht als Entwicklungsprojekt), ist Shopify aktuell die bessere Wahl.
DSGVO & Datenschutz: Wer hat die Nase vorn in Deutschland?
Für den deutschen Markt ist Datenschutz nicht verhandelbar. Hier gibt es relevante Unterschiede.
Shopware: Made in Germany
Shopware punktet als deutsches Unternehmen mit einem natürlichen Vorteil: Deutsche Server, deutsches Recht, volle DSGVO-Konformität im Standard. Plugins sind auf deutsche Regelungen abgestimmt. Für Unternehmen mit strengen Compliance-Anforderungen oder in regulierten Branchen ist das ein echtes Argument.
Shopify: Konform, aber international
Shopify erfüllt die DSGVO-Anforderungen und bietet Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) an. Seit dem Data Privacy Framework gibt es eine Rechtsgrundlage für den US-Datentransfer. In der Praxis sind die meisten deutschen Shopify-Shops DSGVO-konform aufgestellt – mit den richtigen Cookie-Consent-Tools und Datenschutz-Einstellungen.
Allerdings: Wer auf Nummer sicher gehen will und keine Daten außerhalb der EU verarbeiten möchte, hat mit Shopware die sauberere Lösung. Für die meisten Händler ist Shopifys DSGVO-Setup aber ausreichend.
Migration: Wann lohnt sich der Wechsel von Shopware zu Shopify?
In unserer Arbeit als E-Commerce-Agentur begleiten wir regelmäßig Migrationen von Shopware zu Shopify. Wann macht der Wechsel Sinn?
Ein Wechsel lohnt sich, wenn:
- Deine Wartungskosten für Shopware stetig steigen und dein Team mehr Zeit mit Technik als mit Verkauf verbringt
- Du international expandieren willst und eine Plattform brauchst, die globale Märkte nativ unterstützt
- Dein Geschäftsmodell primär B2C oder D2C ist und du schnell skalieren willst
- Du die Abhängigkeit von einer Agentur für technische Basis-Aufgaben reduzieren möchtest
Ein Wechsel lohnt sich eher nicht, wenn:
- Du hochkomplexe B2B-Prozesse hast, die tief in Shopware integriert sind
- Deine gesamte IT-Infrastruktur auf Self-Hosting ausgelegt ist und bleiben soll
- Du gerade erst in Shopware investiert hast und zufrieden bist
Einen detaillierten Migrations-Fahrplan findest du in unserem Shopify Migration Guide.
Du willst wissen, was ein neuer Shopify Shop kosten würde? Schau dir unseren Ratgeber Shopify Shop erstellen lassen: Kosten & Ablauf an.
Fazit: Für wen ist Shopify die bessere Wahl?
Unser Vergleich Shopify vs. Shopware zeigt: Es gibt kein pauschales “besser” – aber klare Muster, wer mit welchem System am besten fährt.
Wähle Shopify, wenn du:
- Ein B2C- oder D2C-Geschäft betreibst und schnell wachsen willst
- Planbare, transparente Kosten bevorzugst
- Dich auf dein Geschäft konzentrieren willst statt auf Serverkonfiguration
- International expandieren möchtest
- Ein System suchst, das dein Team ohne Entwickler bedienen kann
- KI-Features direkt nutzen willst, ohne Entwicklungsprojekte
Wähle Shopware, wenn du:
- Hochkomplexe B2B-Anforderungen hast, die maximale Anpassbarkeit erfordern
- Ein internes Entwicklerteam hast, das Self-Hosting und Open-Source-Pflege übernehmen kann
- Wert auf ausschließlich deutsche Datenhaltung legst
- Dein Geschäftsmodell stark auf individuelle Prozesse und ERP-Tiefenintegration angewiesen ist
Für die Mehrheit der wachsenden E-Commerce-Unternehmen in Deutschland ist Shopify 2026 die effizientere Wahl – nicht weil Shopware schlecht wäre, sondern weil Shopify den Einstieg, den Betrieb und die Skalierung einfacher und kostengünstiger macht.
Du willst herausfinden, ob Shopify zu deinem Business passt? Wir als Shopify Partner beraten dich unverbindlich.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Shopify vs. Shopware
Ist Shopify günstiger als Shopware?
Ja, in den meisten Fällen deutlich. Der 3-Jahres-Gesamtkostenvergleich (TCO) zeigt für ein Unternehmen mit 1,5 Millionen Euro Umsatz Kosten von rund 66.600 Euro bei Shopify gegenüber rund 168.000 Euro bei Shopware. Der Hauptgrund: Bei Shopify sind Hosting, Wartung und Updates inklusive, während bei Shopware Agenturkosten für Entwicklung und Betrieb den Löwenanteil ausmachen.
Kann ich mit Shopify auch B2B-Commerce betreiben?
Ja. Shopify hat mit Shopify Plus umfangreiche B2B-Funktionen eingeführt: kundenspezifische Preislisten, Unternehmens-Accounts, Netto-Preise, individuelle Kataloge und automatisierte Workflows. Für schlanke bis mittlere B2B-Anforderungen reicht Shopify Plus oft aus. Bei hochkomplexen B2B-Prozessen mit tiefgreifender ERP-Integration hat Shopware allerdings Vorteile.
Welches Shopsystem ist besser für SEO?
Beide Systeme bieten solide SEO-Grundlagen. Shopify punktet mit schnellen Ladezeiten, automatischen Sitemaps und mobiloptimierten Themes. Shopware bietet mehr Flexibilität bei der URL-Struktur und technischen SEO-Anpassungen. In der Praxis ist die SEO-Strategie wichtiger als die Plattform – gut optimierte Shops ranken auf beiden Systemen.
Wie aufwendig ist eine Migration von Shopware zu Shopify?
Eine Migration umfasst typischerweise den Transfer von Produktdaten, Kundendaten, Bestellhistorie und SEO-Redirects. Je nach Shop-Größe und Komplexität dauert eine professionelle Migration 4-12 Wochen. Entscheidend ist eine saubere 301-Redirect-Strategie, damit keine Rankings verloren gehen.
Ist Shopify DSGVO-konform?
Ja. Shopify bietet Auftragsverarbeitungsverträge, Cookie-Consent-Integration und Datenschutz-Einstellungen, die den DSGVO-Anforderungen entsprechen. Seit dem EU-US Data Privacy Framework gibt es zudem eine Rechtsgrundlage für den transatlantischen Datentransfer. Für die meisten deutschen Unternehmen ist der Datenschutz bei Shopify kein Hindernis.
