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B2B Leadgenerierung: So gewinnen Industrie und Mittelstand planbar Anfragen
Online MarketingPerformance Marketing
Geschrieben von:
Pascal Cabitza
Veröffentlicht am:
28. Oktober 2026
Euer Vertrieb ist stark, sobald er mit jemandem am Tisch sitzt. Das Problem liegt einen Schritt davor: Es kommen zu wenige Anfragen. Und von denen, die kommen, passt die Hälfte nicht.
Messe, Empfehlungen und Bestandskunden tragen das Geschäft seit Jahren. Planbar ist das nicht. Ein schwaches Messejahr, ein Großkunde, der wegfällt, und die Pipeline ist dünn. Genau hier setzt B2B Leadgenerierung an: als System, das jeden Monat qualifizierte Anfragen liefert, statt auf Glück zu warten.
Dafür braucht ihr vier Dinge: eine klare Lead-Definition, die passenden Kanäle, eine saubere Übergabe an den Vertrieb und eine Messung, die echte Anfragen zählt. Dazu kommt die Frage, was ein Lead kosten darf.
Kurzantwort: Was ist B2B-Leadgenerierung und wie wird sie planbar?
B2B-Leadgenerierung ist der Prozess, mit dem ein Unternehmen Geschäftskunden auf sich aufmerksam macht und aus deren Interesse eine qualifizierte Anfrage für den Vertrieb macht. Planbar wird sie, wenn ihr vorher festlegt, was als Lead zählt, zwei bis drei passende Kanäle konsequent bespielt, Anfragen nach festen Regeln übergebt und nur echte Anfragen messt, keine Klicks.
📌 Für wen ist das relevant: Für Geschäftsführung, Marketing und Vertrieb in Industrie, Maschinenbau und Mittelstand, die mehr passende Anfragen brauchen.
✅ Käufer melden sich spät: laut 6sense (2025 B2B Buyer Experience Report) im Schnitt erst nach 61 % ihres Kaufprozesses.
✅ Zwei bis drei Kanäle, die zusammenspielen, bringen mehr als zehn halbherzige.
✅ Gezählt wird die abgeschickte Anfrage, nicht der Klick auf den Kontakt-Button.
B2B-Leadgenerierung umfasst alle Maßnahmen, mit denen ihr Geschäftskunden auf euer Unternehmen aufmerksam macht und ihr Interesse in einen konkreten Kontakt verwandelt. Am Ende steht ein Lead: eine Person aus einem Zielunternehmen, die euch ihre Kontaktdaten und ein Anliegen gegeben hat. Etwa über ein Anfrageformular, einen Rückruf-Wunsch, einen Datenblatt-Download oder ein Gespräch auf der Messe.
Wichtig ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einer Verkaufschance. Nicht jeder Lead ist reif für den Vertrieb.
Wer ein Whitepaper lädt, recherchiert vielleicht nur. Wer ein Angebot für drei Maschinen anfragt, will kaufen. Gute Leadgenerierung im B2B trennt diese Stufen sauber.
Lead-Stufen in der B2B-Leadgenerierung: vom Kontakt zum Auftrag
Stufe
Was sie bedeutet
Beispiel aus der Industrie
Lead
Kontakt mit Daten und erkennbarem Interesse
Konstrukteur lädt ein technisches Datenblatt
MQL (Marketing Qualified Lead)
Passt zur Zielgruppe und zeigt wiederholt Interesse
Gleiche Firma besucht Preis- und Referenzseite, meldet sich zum Webinar an
SQL (Sales Qualified Lead)
Vertrieb hat Bedarf, Budget und Zeitrahmen bestätigt
Einkauf fragt ein Angebot für eine neue Fertigungslinie an
Opportunity
Konkretes Angebot liegt beim Kunden
Angebot über Lieferung und Wartung ist verschickt
Im B2B kauft selten eine Person allein. Meist entscheidet ein Buying Center: Technik oder Konstruktion prüft die Lösung, der Einkauf den Preis, die Geschäftsführung gibt frei. Jede dieser Rollen sucht andere Informationen. Wie diese Wege aussehen, beschreiben wir ausführlich in unserem Beitrag zur B2B Customer Journey.
ℹ️ Was unterscheidet B2B- von B2C-Leads? Im B2B sind die Auftragswerte höher, die Kaufentscheidung dauert länger und mehrere Personen reden mit. Ein B2B-Lead ist deshalb mehr wert als ein B2C-Lead, braucht aber auch mehr Begleitung bis zum Abschluss. Wer B2B-Leads wie Online-Shop-Kunden behandelt, verliert sie in der Mitte des Kaufprozesses.
Neukundengewinnung B2B: Warum sie heute früher beginnt
Neukundengewinnung B2B lief früher so: Der Außendienst ruft an, man trifft sich, der Vertrieb erklärt das Produkt. Heute recherchieren Käufer zuerst allein, und zwar lange.
Der 2025 B2B Buyer Experience Report von 6sense hat dazu knapp 4.000 B2B-Käufer aus Nordamerika, EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und dem asiatisch-pazifischen Raum befragt. Die Ergebnisse sind deutlich:
✅ Der Erstkontakt kommt spät. Käufer melden sich im Schnitt erst nach 61 % ihres Kaufprozesses bei einem Anbieter. In den Vorjahren lag der Wert bei 69 %.
✅ Die Shortlist steht früh. In 95 % der Fälle steht der spätere Gewinner schon am ersten Tag auf der Liste der Käufer.
✅ Der Käufer meldet sich. 79 % der Kontakte gehen vom Käufer aus, nicht vom Anbieter.
✅ Es dauert. Der Kaufprozess dauerte im Schnitt 10,1 Monate.
Was heißt das für eure B2B Neukundengewinnung? Wer erst im Verkaufsgespräch überzeugen will, ist meistens zu spät dran. Die Entscheidung, wer auf die Liste kommt, fällt vorher: bei der Google-Suche, auf eurer Website, in Fachportalen, auf LinkedIn und zunehmend in KI-Assistenten wie ChatGPT. Fragt ein Einkäufer ChatGPT oder den KI-Modus von Google nach Lieferanten, können diese Systeme nur Anbieter nennen, über die sie klare Aussagen finden: was ihr herstellt, für welche Branchen, mit welchen Referenzen. Ob eure Firma dort überhaupt genannt wird, kannst du mit unserem kostenlosen Sichtbarkeitscheck prüfen.
💡 Merke: B2B-Leadgenerierung beginnt lange vor dem ersten Kontakt. Wer in der Recherchephase nicht sichtbar und nicht überzeugend ist, kommt gar nicht erst auf die Shortlist.
B2B-Leadgenerierung in 6 Schritten
Wer B2B Leads generieren will, startet meistens mit dem Kanal: „Wir sollten mal LinkedIn machen.“ Besser ist die umgekehrte Reihenfolge. Erst das Ziel, dann der Weg.
Zielkunden festlegen. Welche Branchen, Firmengrößen und Regionen sind eure besten Kunden? Und wer im Buying Center sucht zuerst: der Konstrukteur, der Einkauf oder die Geschäftsführung?
Lead definieren. Legt gemeinsam mit dem Vertrieb fest, was als Lead zählt. Zum Beispiel: Firma aus der Zielbranche, konkretes Anliegen, Ansprechpartner mit Telefonnummer.
Angebot für jede Kaufphase schaffen. In der frühen Phase helfen Ratgeber, Datenblätter, Webinare und Referenzen. In der späten Phase zählen klare Wege: Angebot anfordern, Rückruf, Musterbestellung, Vor-Ort-Termin.
Zwei bis drei Kanäle wählen. Lieber wenige Kanäle richtig als viele halb. Welche passen, zeigt der Vergleich im nächsten Abschnitt.
Landingpage und Formular bauen. Jeder Kanal führt auf eine Seite, die genau das Anliegen der Suche beantwortet. Wie gute Landingpages aufgebaut sind, erklären wir in unserer Academy-Lektion.
Übergabe und Messung regeln. Wer ruft wann an? Was passiert mit Leads, die noch nicht kaufbereit sind? Und welche Zahl zeigt euch jeden Monat, ob es wirkt?
💡 Praxis-Tipp: Startet mit einer Produktlinie und einem Markt, nicht mit dem ganzen Portfolio. So seht ihr nach wenigen Wochen, welcher Kanal Anfragen bringt, und könnt das Muster dann auf weitere Produkte übertragen. In unseren Projekten im Maschinenbau hat sich das als schnellerer Weg zu belastbaren Zahlen bewährt.
Leadgenerierung B2B: die wichtigsten Kanäle im Vergleich
Bei der Leadgenerierung B2B gibt es grundsätzlich zwei Richtungen. Beim Inbound kommen Interessenten von selbst, weil sie euch bei ihrer Recherche finden. Beim Outbound geht ihr aktiv auf Unternehmen zu, etwa per Telefon, auf Messen oder über LinkedIn-Nachrichten. In unseren B2B-Projekten hat sich die Kombination aus beidem bewährt.
Kanäle der B2B-Leadgenerierung im Vergleich (Stand Oktober 2026)
Kanal
Passt besonders, wenn
Erste Anfragen
Worauf es ankommt
Bezahlte Google-Suche
Kunden aktiv nach eurem Produkt oder Problem suchen
schnell, sobald die Kampagnen laufen
Suchbegriffe nach Kaufphase trennen, Anfragen statt Klicks optimieren
Organische Suche und Fachartikel
ihr erklärungsbedürftige Technik habt
nach Monaten, dafür dauerhaft
Fragen der Käufer beantworten, nicht Produkte beschreiben
LinkedIn (Beiträge und Anzeigen)
ihr bestimmte Rollen in bestimmten Firmen erreichen wollt
Wochen bis Monate
Zielgruppe nach Position und Branche, Inhalte mit echtem Mehrwert
Fachportale und Verzeichnisse
Einkäufer in eurer Branche dort Lieferanten suchen
je nach Portal
vollständige Profile, Datenblätter, Referenzen
Messen und Webinare
eure Branche sich persönlich trifft
rund um den Termin
Kontakte noch in derselben Woche nachfassen
Newsletter an Bestand
ihr viele Bestandskunden und Interessenten habt
sofort, wenn die Liste existiert
Einwilligung, ein Thema pro Ausgabe, klare Handlung
Händler- und Partnernetz
ihr über Fachhandel oder Partner verkauft
abhängig vom Partner
Anfragen sauber an den richtigen Händler weiterleiten und nachhalten
Account-Based Marketing
ihr eine feste Liste von Zielfirmen habt
Wochen bis Monate
Zielfirmen mit dem Vertrieb festlegen, Inhalte je Firma und Rolle
Die bezahlte Google-Suche ist für viele Industrieunternehmen ein schneller Hebel, weil sie Menschen erreicht, die gerade ein Problem lösen wollen. Für Putzmeister, den Weltmarktführer für Betonpumpen aus Aichtal, haben wir eine Conversion-Kampagne mit DSGVO-konformem Tracking und Split-Testing umgesetzt, mit getrennten Suchbegriffen für die frühe und die späte Kaufphase. Das Ergebnis: +360 % Leads und +28 % Conversion Rate. Wie ihr Suchkampagnen für Geschäftskunden aufbaut, zeigt unser Leitfaden zu Google Ads im B2B.
Fachartikel und die organische Suche brauchen länger, bringen aber Anfragen, für die ihr nicht pro Klick bezahlt. Sie wirken vor allem dort, wo eure Kunden viel erklären müssen, bevor sie kaufen. Wie ihr Themen plant, die zu Anfragen führen, steht in unserem Beitrag zur Content-Marketing-Strategie.
LinkedIn ist im B2B stark, wenn ihr genau wisst, wen ihr erreichen wollt: zum Beispiel Werkleiter in Unternehmen ab 200 Mitarbeitern. Wie Beiträge und Anzeigen zusammenspielen, zeigen wir auf der Seite unserer LinkedIn-Agentur. Verkauft ihr Software an Unternehmen, lohnt sich zusätzlich der Blick in unseren Leitfaden zum SaaS-Marketing im B2B, denn dort laufen Testphase und Demo-Termin anders als im Maschinenbau.
ℹ️ Outbound und Recht in Deutschland: Für Werbung per Telefon und E-Mail gilt § 7 UWG. Werbeanrufe bei Unternehmen setzen zumindest eine mutmaßliche Einwilligung voraus. Werbung per E-Mail braucht eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, mit einer engen Ausnahme für eigene Kunden bei ähnlichen Produkten (§ 7 Abs. 3).
Lasst euer Outbound-Vorgehen deshalb vor dem Start rechtlich prüfen. Gesetzestext: § 7 UWG.
Leads qualifizieren und an den Vertrieb übergeben
An dieser Stelle gehen in vielen Unternehmen Anfragen verloren. Nicht weil die Leads schlecht sind, sondern weil niemand festgelegt hat, was mit ihnen passiert.
Marketing sagt: „Wir liefern doch.“ Vertrieb sagt: „Die passen nicht.“ Beide haben ein bisschen recht.
Qualifizieren heißt, zwei Fragen zu beantworten: Passt die Firma zu uns? Und wie konkret ist das Interesse? Für die erste Frage reichen Branche, Größe und Region. Für die zweite helfen klare Signale: Wer ein Angebot anfragt, ist weiter als jemand, der einen Ratgeber liest.
Im Vertrieb ist dafür das BANT-Schema verbreitet: Budget, Entscheidungsbefugnis (Authority), Bedarf (Need) und Zeitrahmen (Timing).
Damit aus Anfragen Aufträge werden, braucht ihr feste Regeln für die Übergabe:
✅ Reaktionszeit vereinbaren: Legt fest, bis wann der Vertrieb eine neue Anfrage zurückruft, zum Beispiel am selben Werktag. Wer sich zuerst meldet, hat oft den Vorteil.
✅ Pflichtangaben festlegen: Ohne Firma, Anliegen und Telefonnummer ist eine Anfrage kaum zu bearbeiten. Mehr Felder braucht es oft nicht.
✅ Rückmeldung an das Marketing: Der Vertrieb markiert jede Anfrage, zum Beispiel mit „passt“, „passt nicht“ oder „noch zu früh“, plus Grund. Nur so lernt das Marketing, welche Kanäle gute Anfragen bringen.
✅ Nicht kaufbereite Leads weiter begleiten: Wer noch recherchiert, bekommt passende Inhalte statt eines Verkaufsanrufs. Das nennt man Lead Nurturing.
✅ Alles an einem Ort: Jede Anfrage landet im CRM, nicht im persönlichen Postfach einer Vertriebsperson.
Welche Werkzeuge braucht ihr dafür? Am Anfang reicht ein CRM, in dem jede Anfrage mit Quelle, Status und Rückmeldung des Vertriebs steht. Verbreitete Systeme sind etwa HubSpot, Pipedrive oder Salesforce.
Marketing-Automation lohnt sich erst, wenn genug Kontakte da sind, die noch begleitet werden müssen. Dann verschickt sie passende Inhalte und vergibt Punkte für Signale wie den Besuch der Preisseite (Lead Scoring). Wichtiger als das Werkzeug sind die Regeln, die ihr vorher festlegt.
💡 Praxis-Tipp: Setzt euch einmal im Monat für 30 Minuten zusammen, Marketing und Vertrieb, und geht die Anfragen des Monats durch. Welche waren gut, welche nicht, und woher kamen sie? Diese eine Routine verbessert die Qualität der Leads oft stärker als jede neue Kampagne.
Was darf ein B2B-Lead kosten?
Die Frage „Was kostet ein Lead?“ hat keine pauschale Antwort. Die bessere Frage lautet: Was darf ein Lead euch kosten, damit sich der Auftrag lohnt? Die Kennzahl dafür heißt Cost per Lead, also die Kosten pro Anfrage. Ihr berechnet sie rückwärts, vom Auftrag aus.
Rechenbeispiel: maximale Kosten pro B2B-Lead (angenommene Werte)
Schritt
Annahme
Ergebnis
1. Rohertrag je Auftrag
Auftragswert 50.000 €, Marge 30 %
15.000 €
2. Akquise-Budget je Auftrag
höchstens ein Drittel des Rohertrags
5.000 €
3. Kosten je qualifizierter Anfrage
jede zehnte qualifizierte Anfrage wird Auftrag
bis 500 €
4. Kosten je Anfrage insgesamt
jede zweite Anfrage ist qualifiziert
bis 250 €
Die Werte im Beispiel sind angenommen, setzt eure eigenen ein. Entscheidend ist der Rechenweg: Wer ihn kennt, bewertet Kanäle nach dem Auftrag, nicht nach dem Klickpreis. Eine Anfrage für 300 € kann ein Schnäppchen sein, eine für 40 € zu teuer, wenn daraus nie ein Auftrag wird.
Oft sinken die Kosten pro Anfrage nicht durch mehr Budget, sondern durch eine bessere Struktur. Für den Aufzug EOX von TK Elevator haben wir die Suchkampagnen neu gebaut, getrennt nach später Kaufphase, früher Kaufphase und Wettbewerbern. Im Vergleich von je 23 Tagen vor und nach dem Umbau kamen 3,5-mal so viele Kontaktformulare an, und die Kosten je Anfrage sanken um 56 %.
💡 Merke: Bewertet jeden Kanal nach den Kosten pro qualifizierter Anfrage und am Ende pro Auftrag. Der Klickpreis allein sagt nichts darüber, ob sich ein Kanal lohnt.
Erfolg messen: Anfragen zählen, nicht Klicks
Viele Berichte im B2B sehen gut aus und sagen wenig. Seitenaufrufe, Klicks und „Conversions“, hinter denen sich ein Klick auf einen Button verbirgt. Als Lead zählt nur, was der Vertrieb bearbeiten kann: ein abgeschicktes Formular, ein Anruf, ein gebuchter Termin.
Ostend Digital steuert für RUD, den Hersteller von Hebetechnik und Industrieketten aus Aalen, die internationalen Kampagnen und baut sie aus: über 50 Kampagnen in 7 Sprachen. Gezählt werden nur abgeschickte Kontaktformulare: 130+ in sieben Monaten. Klicks auf „Beratung anfordern“ zählen bewusst nicht mit, weil dahinter auch ein bloßer Klick stecken kann.
Zwei weitere Erkenntnisse aus diesem Projekt helfen bei jeder B2B-Leadgenerierung:
✅ Anfragen ohne Markensuche: Rund 95 % der Formular-Anfragen mit sichtbarem Suchbegriff kamen über Suchen ohne den Namen RUD. Die Kampagnen erreichen also Menschen, die nach Produkten suchen, nicht nach dem Hersteller.
✅ Realistische Erwartung: Aus der Suche kam knapp ein Formular auf 100 Klicks. Gezählt werden dabei nur Besucher mit Einwilligung, die echte Quote liegt höher.
Damit diese Zahlen stimmen, muss das Tracking stimmen. Mit Consent-Banner fehlen in der Messung alle Besucher, die nicht zustimmen. Server-Side Tracking und ein sauberes Conversion-Tracking in Google Ads schließen einen Teil dieser Lücke.
Wie groß der Aufwand bei einem internationalen Unternehmen sein kann, zeigt HAHN Kunststoffe, weltweit führend im Recycling von Kunststoffen. Für HAHN haben wir das datenschutzkonforme Tracking für 12 internationale Websites mit 109 Zielvorhaben in GA4 und Tag Manager aufgesetzt. Im Testimonial von HAHN Kunststoffe heißt es: „Bei der Umsetzung unseres Tracking Konzeptes hat Ostend Digital uns zuverlässig unterstützt.“
💡 Praxis-Tipp: Prüft eure Conversion-Ziele einmal komplett durch. Steht hinter jeder „Conversion“ wirklich eine abgeschickte Anfrage, ein Anruf oder ein Termin? Alles andere gehört in einen eigenen Bericht für Interesse, nicht in die Zahl, nach der ihr eure Kampagnen steuert.
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Die häufigsten Fehler bei der B2B-Leadgenerierung
Diese Fehler sehen wir in Erstgesprächen mit Industrie- und Mittelstandsunternehmen immer wieder:
🚩 Kein gemeinsamer Lead-Begriff: Marketing und Vertrieb zählen unterschiedliche Dinge. Das Ergebnis sind Streit und falsche Entscheidungen über Budgets.
🚩 Klicks statt Anfragen optimiert: Wer Kampagnen auf Button-Klicks oder Seitenaufrufe steuert, bekommt genau das: viele Klicks und wenige Gespräche.
🚩 Nur die eigene Marke beworben: Wer nur auf den eigenen Firmennamen setzt, erreicht Leute, die euch ohnehin kennen. Neue Kunden suchen nach dem Produkt oder dem Problem.
🚩 Zu viele Kanäle auf einmal: Fünf Kanäle mit kleinem Budget lernen alle zu langsam. Zwei Kanäle mit vollem Fokus liefern schneller Zahlen, mit denen ihr arbeiten könnt.
🚩 Formulare, die abschrecken: Zwölf Pflichtfelder für eine erste Anfrage sind zu viele. Fragt nur, was der Vertrieb für den ersten Rückruf braucht.
🚩 Adresslisten gekauft statt Anfragen gewonnen: Gekaufte Kontakte haben nie Interesse gezeigt, und die Ansprache ist rechtlich heikel (siehe § 7 UWG oben). Selbst gewonnene Anfragen machen mehr Arbeit, kommen aber von Menschen, die wirklich etwas wollen.
❌ Keine Übergabe-Regel: Die Anfrage landet im allgemeinen Postfach und wird nach einer Woche beantwortet. Bis dahin hat der Kunde längst mit dem Wettbewerb gesprochen.
💡 Merke: Aus unseren Erstgesprächen wissen wir: B2B-Leads gehen oft nicht im Marketing verloren, sondern zwischen Marketing und Vertrieb. Klare Regeln für Übergabe und Rückmeldung sind deshalb genauso wichtig wie der Kanal.
Häufige Fragen zur B2B-Leadgenerierung
Was ist der Unterschied zwischen Leadgenerierung und B2B Neukundengewinnung?
Leadgenerierung ist der erste Teil der Neukundengewinnung: Sie sorgt dafür, dass Interessenten sich melden. Neukundengewinnung im B2B umfasst zusätzlich die Qualifizierung, das Angebot und den Abschluss durch den Vertrieb. Ohne gute Leads hat der Vertrieb nichts zu tun, ohne guten Vertrieb bleiben die Leads liegen.
Welche Kanäle eignen sich für die Leadgenerierung im Mittelstand?
Für viele Industrie- und Mittelstandsunternehmen sind die bezahlte Google-Suche, Fachartikel für die organische Suche und LinkedIn ein guter Start. Dazu kommen Messen und Fachportale, wenn die Branche sie stark nutzt. Wichtiger als die Auswahl ist, zwei bis drei Kanäle konsequent zu bespielen.
Wie lange dauert es, bis B2B-Leadgenerierung Ergebnisse bringt?
Bezahlte Suchkampagnen bringen oft schon in den ersten Wochen Anfragen, sobald Tracking und Landingpage stehen. Fachartikel und die organische Suche brauchen meist mehrere Monate. Rechnet für ein belastbares Urteil über einen Kanal mit mindestens drei Monaten.
Was kostet ein B2B-Lead?
Das hängt vom Auftragswert, der Marge und der Abschlussquote ab. Rechnet rückwärts: Rohertrag je Auftrag, davon euer Akquise-Budget, geteilt durch die Zahl der Anfragen, die ihr für einen Auftrag braucht. So kommt ihr auf die Kosten, die eine Anfrage höchstens kosten darf.
Ist es sinnvoll, B2B-Leads zu kaufen?
Meistens nicht. Gekaufte Kontakte haben nie selbst Interesse gezeigt, die Qualität ist schwer zu prüfen, und die werbliche Ansprache per E-Mail oder Telefon ist in Deutschland durch § 7 UWG eng geregelt. Selbst gewonnene Anfragen sind in der Regel deutlich näher am Abschluss.
Wie kann ich B2B Leads generieren, ohne kalt anzurufen?
Indem ihr dort sichtbar seid, wo Käufer selbst recherchieren: in der Google-Suche, mit Fachartikeln, auf LinkedIn, in Fachportalen und mit hilfreichen Inhalten wie Datenblättern oder Webinaren. Wer dort überzeugt, wird angefragt, statt selbst anrufen zu müssen.
Fazit: Ein System, keine Kampagne
B2B-Leadgenerierung funktioniert nicht über eine einzelne Kampagne, sondern über ein System aus klarer Lead-Definition, wenigen starken Kanälen, sauberer Übergabe und ehrlicher Messung. Käufer entscheiden heute weitgehend allein, wer auf ihre Liste kommt. Wer in dieser Phase sichtbar ist und überzeugt, bekommt die Anfragen.
Was du jetzt tun solltest:
✅ Lead-Definition aufschreiben, gemeinsam mit dem Vertrieb, auf einer Seite
✅ Conversion-Ziele prüfen, ob dahinter wirklich Anfragen stehen
✅ Maximale Kosten pro Lead berechnen, rückwärts vom Auftrag
✅ Zwei Kanäle auswählen und drei Monate konsequent testen
Ostend Digital betreut als Performance Marketing Agentur B2B-Unternehmen aus Industrie und Mittelstand bei der Leadgenerierung, von der Kampagne bis zur Messung der Anfragen. Wie das für Hersteller und Zulieferer aussieht, zeigt unsere Seite zum Industrie-Marketing. Für Dienstleister, Software-Anbieter und den übrigen Mittelstand findest du unser Vorgehen beim B2B-Marketing.
Wie viele echte Anfragen bekommt ihr heute?
Ostend Digital ist eine Agentur aus Stuttgart für Hersteller, Maschinenbauer und Mittelstand. Wir prüfen mit euch, woher eure Anfragen kommen, was sie kosten und welcher Kanal als Nächstes zählt.
Pascal Cabitza ist Gründer von Ostend Digital, einer Stuttgarter Digitalagentur für messbares Wachstum. Seit 2014 hilft er Unternehmen mit Websites, Online-Shops, Ads und SEO dabei, nicht nur gut auszusehen – sondern auch gut zu verkaufen. Wenn er nicht gerade Kampagnen optimiert, tüftelt er an KI-Lösungen, die seinem Team den Alltag erleichtern.
Autor*in
Pascal Cabitza
Pascal Cabitza ist Gründer von Ostend Digital, einer Stuttgarter Digitalagentur für messbares Wachstum. Seit 2014 hilft er Unternehmen mit Websites, Online-Shops, Ads und SEO dabei, nicht nur gut auszusehen – sondern auch gut zu verkaufen. Wenn er nicht gerade Kampagnen optimiert, tüftelt er an KI-Lösungen, die seinem Team den Alltag erleichtern.
B2B Leadgenerierung wird planbar, wenn ihr festlegt, was als Lead zählt, zwei bis drei Kanäle konsequent bespielt, Anfragen nach klaren Regeln an den Vertrieb übergebt und nur echte Anfragen messt. Mit Rechenweg für die Kosten pro Lead und Beispielen aus der Industrie.
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